« Next to being shot at and missed, nothing is really quite as satisfying as an income tax refund » (F.J. Raymond)
In den letzten Jahren ist eine allmählich stärkere Internationalisierung wirtschaftlicher Transaktionen zu beobachten. Im engeren Sinne ist man jedoch von einem den geschäftlichen Ansprüchen entsprechend einheitlichen Steuerrecht noch weit entfernt. Diese Tatsache wirft immer wieder die Frage nach einer international optimalen Steuerplanung auf. Solch einer Planung steht nichts entgegen, denn in den meisten Fällen wird die Vermeidung der Doppelbesteuerung bezweckt.
In diesem Kontext soll nicht unberücksichtigt bleiben, dass internationales Steuerrecht das DBA-Recht einerseits und das nationale Außensteuerrecht andererseits (innerstaatliche Regelungen mit Auslandsbezug) miteinbezieht.
Das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) spielt im internationalen Wettbewerb eine durchaus bedeutende Rolle: Auslandinvestitionen werden dank der DBA-Anwendung erleichtert, indem der Besteuerungsanspruch des Quellenstaates eingeschränkt wird.
In diesem Sinne ist die Standortattraktivität des jeweiligen Landes bzw. der jeweiligen Länder unmittelbar davon betroffen. Dies ist mit Sicherheit nicht der einzige Grund, weshalb es im Interesse der einzelnen Staaten liegt, einen Sachverhalt auf eine mögliche zweifache steuerliche Belastung zu überprüfen ist.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- BEGRIFFSERKLÄRUNGEN
- Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)
- Steuerumgehung
- DIE PROBLEMATIK VON TREATY SHOPPING
- Zur Natur von Treaty Shopping
- Beweggründe für Treaty Shopping
- Direkte Durchleitung von Einkünften
- Die Stepping Stone Durchleitung
- MASSNAHMEN ZUR VERMEIDUNG VON TREATY SHOPPING
- Vorschläge des OECD-Steuerausschusses
- ,Look through' Klausel
- Exclusion' Klausel
- ,Bona fide' Klausel
- Vorschläge des OECD-Steuerausschusses
- CONCLUSIO
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Problematik von Treaty Shopping und dessen Auswirkungen auf das internationale Steuerrecht. Die Arbeit beleuchtet die Natur des Treaty Shopping, seine Ursachen und die verschiedenen Formen, die es annehmen kann. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die Problematik zu schaffen und gleichzeitig die Vorschläge des OECD-Steuerausschusses zur Bekämpfung von Treaty Shopping zu analysieren.
- Natur von Treaty Shopping
- Beweggründe für Treaty Shopping
- Verschiedene Formen von Treaty Shopping
- Vorschläge des OECD-Steuerausschusses zur Bekämpfung
- Auswirkungen von Treaty Shopping auf das internationale Steuerrecht
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 2 beleuchtet die Definitionen der Begriffe Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) und Steuerumgehung. Es wird die Bedeutung des DBA für die internationale Steuerplanung und die Vermeidung von Doppelbesteuerung erläutert. Kapitel 3 beschäftigt sich mit dem Treaty Shopping und dessen Grundmotive und Strukturen. Es werden verschiedene Formen von Treaty Shopping, wie die direkte Durchleitung von Einkünften und die "Stepping Stone"-Durchleitung, beschrieben. Kapitel 4 präsentiert Vorschläge des OECD-Steuerausschusses zur Bekämpfung von Treaty Shopping, wie beispielsweise die "Look through"-Klausel, die "Exclusion"-Klausel und die "Bona fide"-Klausel.
Schlüsselwörter
Doppelbesteuerungsabkommen, Treaty Shopping, Steuerumgehung, OECD-Steuerausschuss, "Look through"-Klausel, "Exclusion"-Klausel, "Bona fide"-Klausel, internationale Steuerplanung, internationale Doppelbesteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter dem Begriff „Treaty Shopping“?
Treaty Shopping bezeichnet die Gestaltung von Investitionen über Drittstaaten, um unberechtigt in den Genuss von Vorteilen eines Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) zu kommen, die dem Investor eigentlich nicht zustehen würden.
Was ist das Ziel eines Doppelbesteuerungsabkommens (DBA)?
Ein DBA soll verhindern, dass dasselbe Einkommen in zwei verschiedenen Staaten gleichzeitig besteuert wird. Dies fördert den internationalen Handel und grenzüberschreitende Investitionen.
Was sind typische Formen von Treaty Shopping?
Häufige Formen sind die „direkte Durchleitung“ von Einkünften über eine Briefkastengesellschaft oder das „Stepping Stone“-Modell, bei dem Gewinne über mehrere Länder hinweg steueroptimiert verschoben werden.
Welche Maßnahmen schlägt die OECD gegen Treaty Shopping vor?
Der OECD-Steuerausschuss empfiehlt verschiedene Klauseln, wie die „Look-through“-Klausel (Prüfung der wirtschaftlich Berechtigten), die „Exclusion“-Klausel (Ausschluss bestimmter Gesellschaften) oder die „Bona-fide“-Klausel (Prüfung des geschäftlichen Zwecks).
Warum ist Treaty Shopping für Staaten problematisch?
Es führt zu Steuerausfällen in den Quellenstaaten und untergräbt die Gegenseitigkeit von Abkommen, da Vorteile gewährt werden, ohne dass der eigentlich berechtigte Staat eine entsprechende Gegenleistung erbringt.
Was ist der Unterschied zwischen Steuerplanung und Steuerumgehung?
Während legale Steuerplanung die Nutzung gesetzlicher Spielräume zur Optimierung der Steuerlast ist, zielt Steuerumgehung (wie beim Treaty Shopping) darauf ab, durch künstliche Konstruktionen Steuervorteile zu erlangen, die dem Geist des Gesetzes widersprechen.
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- O. Amoretti (Author), 2008, Treaty Shopping, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92497