Erstmals wurde auf der aktuellen Ausgabe der doucmenta Kunstvermittlung als zentrales Anliegen kommuniziert und ein vielfältiges Vermittlungsangebot entwickelt. Der Beitrag untersucht diskursanalytisch, wie dieses Anliegen in der Medienberichterstattung dargestellt wurde.
Die überregionale Berichterstattung hat, einem definitorischen und intellektuellen Anspruch folgend, hauptsächlich den theoretischen Ansatz kommuniziert und experimentelle innovative Vermittlungsformen größtenteils übergangen. Damit trug sie dazu bei, das traditionelle Vermittlungsverständnis, welches Kunstvermittlung als eine Dienstleistung versteht, fortzuschreiben. Die neuen Impulse hat dagegen eher der regionale Diskurs aufgenommen. Hier wurde Kunstvermittlung als eine selbstständig und kritisch agierende Praxis beschrieben, die auf die unterschiedlichsten Menschen mit vielfältigen Vermittlungsformaten zugeht und sie in die Ausstellung einlädt.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- Begriffsdefinition Kunstvermittlung
- Geschichtliche Entwicklung der Kunstvermittlung
- Kunstvermittlung auf der documenta
- Der Diskursbegriff nach Michel Foucault
- DAS KUNSTVERMITTLUNGSGEFÜGE DER DOCUMENTA 12
- Die Bildungsbestrebungen der documenta
- 'Der Ursprung' – Rückbezug auf die documenta von 1955
- Instrumente der Bildung
- Die Leitfragen
- Die documenta 12-Magazine
- Der Vermittlungsanspruch der documenta 12
- Die dritte Leitfrage 'Was tun?'
- Das Verständnis ästhetischer Erfahrung und Bildung
- Vermittelnde Aspekte des kuratorischen Konzepts
- Die architektonische Verortung der Kunstvermittlung
- Die documentaHalle
- Die Palmenhaine
- Interpersonelle Kunstvermittlung als kritische Praxis
- Die Konzeption der interpersonellen Kunstvermittlung
- Die KunstvermittlerInnen der documenta 12
- Formate der Kunstvermittlung
- Führungen
- Projekte der KunstvermittlerInnen
- 'Die Welt bewohnen'
- 'aushecken', ein Programm für Kinder und Jugendliche
- Begleitforschung
- Der documenta 12-Beirat
- Zusammenfassung
- DIE KUNSTVERMITTLUNG DER DOCUMENTA 12 IM SPIEGEL DER PRESSE
- Die Presseberichterstattung über die documenta 12
- Der Materialkorpus in Hinblick auf Vermittlung
- Strukturanalyse
- Teildiskurse und ihre Sprecher
- Kunstvermittlung in den einzelnen Medien
- Feinanalyse
- Die dritte Leitfrage und ästhetische Bildung
- Die Inszenierung als Vermittlung
- Vermittlung durch Beschriftung
- Das Bild interpersoneller Kunstvermittlung
- Die VermittlerInnen der documenta 12
- Ausstellungsführungen
- Analyse von drei Führungsbesprechungen
- Die Debatte um das Verbot externer Führungen
- Neue Impulse durch experimentelle Formate?
- Der Beirat - die lokale Dimension der Vermittlung
- Zusammenfassung
- AUSWERTUNG UND SCHLUSSBETRACHTUNG
- Ästhetische Bildung und Kunstvermittlung als Leitthema der documenta 12
- Interpersonelle Kunstvermittlung als kritische Praxis und die Rolle der KunstvermittlerInnen
- Die Debatte über die Inszenierung und Vermittlung von Kunst in der Presse
- Die Bedeutung von Beschriftung und anderen Vermittlungsformaten
- Die lokale Dimension der Kunstvermittlung durch den documenta 12-Beirat
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Kunstvermittlung auf der documenta 12 und analysiert die Medienberichterstattung darüber. Ziel ist es, die Veränderungen und neuen Impulse in der Kunstvermittlung durch die documenta 12 zu untersuchen und zu beleuchten, wie diese in der Presse diskutiert wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt den Begriff der Kunstvermittlung ein und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die Rolle der Kunstvermittlung auf der documenta. Sie stellt die Leitfragen der documenta 12 vor, insbesondere die dritte Leitfrage 'Was tun?'. Das zweite Kapitel analysiert das Kunstvermittlungsgefüge der documenta 12, einschließlich der Bildungsbestrebungen, der Instrumente der Bildung, des Vermittlungsanspruchs und der interpersonellen Kunstvermittlung. Das dritte Kapitel untersucht die Presseberichterstattung über die Kunstvermittlung der documenta 12. Es analysiert die Struktur und Inhalte der Berichterstattung, insbesondere die Diskussionen über ästhetische Bildung, Inszenierung, Beschriftung und interpersonelle Kunstvermittlung.
Schlüsselwörter
Kunstvermittlung, documenta 12, ästhetische Bildung, interpersonelle Kunstvermittlung, Medienberichterstattung, Diskursanalyse, Leitfragen, 'Was tun?', Inszenierung, Beschriftung, VermittlerInnen, Beirat, lokale Dimension.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Besondere an der Kunstvermittlung der documenta 12?
Erstmals wurde Kunstvermittlung als zentrales Anliegen kommuniziert und durch innovative Formate wie "aushecken" für Kinder oder experimentelle Führungen umgesetzt.
Was bedeutet die Leitfrage "Was tun?" im Kontext der documenta?
Diese Frage zielte auf die Rolle der Kunst in der Gesellschaft und die Möglichkeiten der ästhetischen Bildung und aktiven Teilhabe der Besucher ab.
Wie reagierte die Presse auf die Vermittlungsangebote?
Die überregionale Presse blieb oft bei einem traditionellen Verständnis von Vermittlung als Dienstleistung, während der regionale Diskurs die neuen, kritischen Impulse stärker aufnahm.
Welche Rolle spielten die Kunstvermittler vor Ort?
Sie wurden als kritische Akteure verstanden, die nicht nur Fakten lieferten, sondern den Dialog und die ästhetische Erfahrung der Besucher fördern sollten.
Was ist der documenta 12-Beirat?
Der Beirat repräsentierte die lokale Dimension und sollte die Verbindung zwischen der internationalen Kunstausstellung und der Bevölkerung in Kassel stärken.
- Quote paper
- Florina Limberg (Author), 2008, Was tun? Neue Impulse für die Kunstvermittlung durch die documenta 12, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92415