Am 31.03.2006 waren 21,74 % der in deutschen Gefängnissen zur Verbüßung einer Freiheitsstrafe oder zur Sicherungsverwahrung inhaftierten Personen Ausländer. Im Dezember des gleichen Jahres lebten 7.255.949 Menschen nichtdeutscher Staatsangehörigkeit in der Bundesrepublik und entsprachen damit einem Bevölkerungsanteil von 8,8 %. Angesichts der somit hohen Quote ausländischer Gefangener stehen im Mittelpunkt der Arbeit die Fragen, ob Strafvollzug nach deutschen Vorstellungen mit nichtdeutschen Gefangenen grundsätzlich funktionieren kann, welche Schwierigkeiten deutscher Strafvollzug und ausländische Insassen miteinander haben und wie deutscher Strafvollzug ausgestaltet sein muss, damit er auch nichtdeutschen Inhaftierten gerecht wird. Den Rahmen für die Beantwortung dieser Fragen bilden widerstreitende Vorgaben in Strafvollzugs- und Aufenthaltsrecht.
Inhaltsverzeichnis
- Besondere Behandlungsgruppen
- Ausländische Strafgefangene
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit den Herausforderungen, die sich aus der Behandlung von ausländischen Strafgefangenen im deutschen Strafvollzug ergeben. Sie analysiert die rechtliche Situation dieser Personengruppe und untersucht die Auswirkungen ausländerrechtlicher Maßnahmen auf die Resozialisierung. Die Arbeit betrachtet zudem die besonderen Bedürfnisse und Problematiken von ausländischen Gefangenen, die durch kulturelle und sprachliche Unterschiede entstehen können.
- Rechtliche Situation ausländischer Strafgefangener
- Auswirkungen ausländerrechtlicher Maßnahmen auf die Resozialisierung
- Kulturelle und sprachliche Herausforderungen im Strafvollzug
- Bedürfnisse und Problematiken ausländischer Gefangener
- Resozialisierungsmöglichkeiten und -hindernisse
Zusammenfassung der Kapitel
Die Seminararbeit betrachtet zunächst die rechtliche Situation ausländischer Strafgefangener im Spannungsfeld von Strafvollzugsrecht und Ausländerrecht. Es werden die spezifischen Herausforderungen für die Resozialisierung dieser Personengruppe beleuchtet, die durch die Anwendung ausländerrechtlicher Maßnahmen entstehen können. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die besonderen Bedürfnisse und Problematiken von ausländischen Gefangenen, die durch kulturelle und sprachliche Unterschiede entstehen können, näher beleuchtet. Dabei werden verschiedene Ansätze zur Bewältigung dieser Herausforderungen im Strafvollzug vorgestellt.
Schlüsselwörter
Ausländische Strafgefangene, Strafvollzugsrecht, Ausländerrecht, Resozialisierung, Integration, Kultur, Sprache, Interkulturelle Kompetenz, Strafvollzug, Gefängnis, Behandlung, Bedürfnisse, Problematiken, Herausforderungen.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der Anteil ausländischer Strafgefangener in Deutschland?
Zum Stichtag 31.03.2006 waren etwa 21,74 % der Inhaftierten in deutschen Gefängnissen Ausländer, was deutlich über ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung lag.
Welche rechtlichen Konflikte bestehen bei der Inhaftierung von Ausländern?
Es bestehen widerstreitende Vorgaben zwischen dem Strafvollzugsrecht (Ziel: Resozialisierung) und dem Aufenthaltsrecht (Ziel: Abschiebung oder Ausreise).
Kann Resozialisierung bei ausländischen Gefangenen funktionieren?
Die Arbeit untersucht, wie der Strafvollzug gestaltet sein muss, um den besonderen Bedürfnissen und der rechtlichen Situation (z.B. drohende Abschiebung) gerecht zu werden.
Welche Schwierigkeiten ergeben sich durch sprachliche und kulturelle Unterschiede?
Unterschiede in Sprache und Kultur erschweren die Kommunikation, die Teilnahme an Behandlungsprogrammen und das gegenseitige Verständnis im Vollzugsalltag.
Was sind die besonderen Bedürfnisse ausländischer Inhaftierter?
Dazu gehören der Bedarf an Dolmetschern, Berücksichtigung religiöser Praktiken und die Vorbereitung auf eine mögliche Rückkehr in das Herkunftsland.
Welche Rolle spielt die interkulturelle Kompetenz im Gefängnis?
Sie ist eine wesentliche Voraussetzung für das Personal, um Konflikte zu vermeiden und eine angemessene Behandlung der ausländischen Insassen zu gewährleisten.
- Quote paper
- Michael-Matthias Nordhardt (Author), 2008, Besondere Behandlungsgruppen: Ausländische Strafgefangene, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92057