Diese Arbeit befasst sich mit dem schwäbischen Dialekt als eine Varietät der deutschen Sprache, die überall im Alltag gesprochen wird und eigene linguistische Merkmale aufweist. Die historische Entwicklung des schwäbischen Dialekts wird dabei betrachtet sowie die Vielzahl von Unterdialekten und Mundarten, die sich im Schwabenland herausgebildet haben. Ferner wird die Ausbreitung des schwäbischen Dialektgebiets näher untersucht. Die linguistischen Merkmale des schwäbischen Dialekts werden herausgearbeitet und am Beispiel eines Auszugs aus dem schwäbischen Sketch "Die Wunder" aus "Hannes und der Bürgermeister" erläutert.
„Beim Dialekt fängt die gesprochene Sprache an“ (Schnell, 2013). Dieses Zitat von Johann Wolfgang von Goethe führt zum Thema der Hausarbeit Deutschland zählt zu den Ländern mit sehr vielen Dialekten, wobei geografisch betrachtet die Unterschiede zwischen Norden und Süden sehr groß sind. Viele Menschen sprechen in ihrem Dialekt, so wie ihnen der Schnabel gewachsen ist und Hochdeutsch lernen sie oftmals erst in der Schule. Wo wird aber schwäbisch gesprochen? Wobei – schwäbisch wird nicht gesprochen, sondern ‚gschwätzt‘, das Wort ‚schwätzen‘ steht bei im Schwabenland aber keineswegs für das Tratschen, sondern es bedeutet ‚sprechen‘ oder ‚reden‘. Der schwäbische Dialekt unterteilt sich in verschiedene Unterdialekte und wird von Außenstehenden kaum verstanden. Er ist jedoch sehr verbreitet und wird von einem Großteil der Baden- Württemberger gesprochen. Ein erfolgreicher Werbespruch von Baden- Württemberg lautet: „Wir können alles. Außer Hochdeutsch“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Dialekt als Sprachvarietät
2.1. Definition Varietät
2.2. Definition Standardsprache
2.3. Definition Regiolekt bzw. Umgangssprache
2.4. Definition Dialekt und Mundart
3. Der schwäbische Dialekt
3.1. Herkunft und Entstehung der Dialekte
3.2. Das schwäbische Dialektgebiet
3.3. Linguistische Merkmale des schwäbischen Dialekts
4. Schwäbisch als Sprachvarietät im Deutschunterricht
4.1. Sprachvarietäten im Bildungsplan Baden-Württembergs
4.2. Dialekte im Deutschunterricht
5. Fazit
6. Anhang 1: Analyse eines Auszugs aus „Hannes und der Bürgermeister“
6.1. Auszug aus „Die Wunder“ aus „Hannes und der Bürgermeister“
6.2. Typisch schwäbisch linguistische Merkmale im Sketch „Die Wunder“
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den schwäbischen Dialekt als eine eigenständige Sprachvarietät, wobei die historische Entwicklung, das Verbreitungsgebiet sowie die spezifischen linguistischen Merkmale im Vordergrund stehen. Ziel ist es, diese Merkmale durch eine wissenschaftliche Analyse eines Transkripts aus dem Sketch „Die Wunder“ zu belegen und die Bedeutung des Dialekts im schulischen Kontext des Deutschunterrichts zu beleuchten.
- Grundlagen der Varietätenlinguistik und Definition von Dialekt, Regiolekt und Standardsprache.
- Historische Herkunft und regionale Ausbreitung des schwäbischen Sprachraums.
- Detaillierte Analyse der schwäbischen Phonologie, Grammatik, Deklination und Syntax.
- Didaktische Möglichkeiten zur Integration von Dialekten in den modernen Deutschunterricht.
- Analyse eines konkreten Volkstheater-Sketches zur Veranschaulichung linguistischer Phänomene.
Auszug aus dem Buch
6.1. Auszug aus „Die Wunder“ aus „Hannes und der Bürgermeister“
01 Bürgermeister: Ha des isch jo allerhand.
02 Hano, des goht über dr Spass naus.
03 Ond sowas in meiner Stadt! 04
Bürgermeister: Dr Hannes soll reikomma!
05 Dr Hannes soll reikomma!
06 Isch dr Hannes scho do?
07 Hannes: Ja, aber net gern!
08 Bürgermeister: Komm endlich rei!
09 Hannes: Mir gfällt’s do aber guad.
10 Bürgermeister: Mach mich net narret!
11 Au! Ohhh.
12 Hannes: Isch Ihne net guad, Herr Bürgermeister?
13 Bürgermeister: Dr Kopf, bloss dr Kopf – die Verantwortung.
14 Hannes: Wem saget Se des.
15 Ich trage auch schwer an meinen Lastern – äh Lasten.
16 Bürgermeister: Du? Ha, dass e net lach.
17 Was hosch du scho für Lasten?
18 Hannes: Ein Stadtbote hat gar vielerlei Lasten
19 mit sich herumzukarren.
20 Bürgermeister: Herumkarren? Du moinsch „tragen“.
21 Hannes: Für manche Lasten empfiehlt es sich,
22 einen Karren zu nehmen.
23 Bürgermeister: Was für einen Karren?
24 Hannes: Das kommt immer auf die Lastern an.
25 Da gibt es vielerlei Laster, Karren und Wagen.
26 Zum Beispiel Leiterwagen für Leitern,
27 Sackkarren für Säcke, Heuwagen für Heu
28 Schubkarren fürs Schuben …
29 Bürgermeister: Erzähl mir keinen Schmarren.
30 Hannes: Der Karren ist des Menschen Freund,
31 wenn Schultern nicht mehr tragen,
32 was er sich oftmals aufgeladen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung des schwäbischen Dialekts als Varietät ein und erläutert die methodische Herangehensweise, einschließlich der Analyse eines Sketches.
2. Dialekt als Sprachvarietät: Dieses Kapitel definiert zentrale sprachwissenschaftliche Begriffe wie Varietät, Standardsprache, Regiolekt und Dialekt zur theoretischen Abgrenzung.
3. Der schwäbische Dialekt: Es werden die historische Entstehung, der geographische Raum sowie die wesentlichen linguistischen Merkmale (Phonologie, Grammatik, Syntax) des Schwäbischen detailliert analysiert.
4. Schwäbisch als Sprachvarietät im Deutschunterricht: Der Abschnitt diskutiert die Rolle des Dialekts im Bildungsplan Baden-Württembergs und zeigt didaktische Wege für den Unterricht auf.
5. Fazit: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die kulturelle Bedeutung des Dialekts bei gleichzeitiger Anerkennung der Komplexität seiner schriftlichen Fixierung.
6. Anhang 1: Analyse eines Auszugs aus „Hannes und der Bürgermeister“: Das Kapitel bietet eine Transkription des Sketches sowie eine detaillierte Auswertung der darin enthaltenen schwäbischen Sprachmerkmale auf phonologischer, morphologischer und lexikalischer Ebene.
7. Literaturverzeichnis: Hier sind sämtliche verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen der Arbeit aufgelistet.
Schlüsselwörter
Schwäbischer Dialekt, Sprachvarietät, Dialektologie, Sprachwissenschaft, Baden-Württemberg, Linguistische Merkmale, Deutschunterricht, Mehrsprachigkeit, Syntax, Phonologie, Morphologie, Lexik, Volkstheater, Hannes und der Bürgermeister, Regiolekt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den schwäbischen Dialekt aus sprachwissenschaftlicher Perspektive und analysiert dessen Merkmale in Theorie und Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Einordnung von Dialektvarietäten, der linguistischen Analyse des Schwäbischen und dessen Integration in den Deutschunterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Charakteristika des Schwäbischen fundiert darzustellen und zu belegen, wie diese sich in einem authentischen Volkstheater-Sketch manifestieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben der theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche nutzt die Arbeit die Methode der qualitativen linguistischen Analyse eines Transkripts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Sprachvarietäten, eine detaillierte sprachliche Analyse des Schwäbischen und didaktische Überlegungen zum Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Sprachvarietät, Dialektologie, schwäbischer Dialekt, linguistische Merkmale und Didaktik geprägt.
Wie geht die Autorin mit dem Problem der fehlenden einheitlichen schwäbischen Schriftform um?
Die Autorin verzichtet aus pragmatischen Gründen bei der Transkription auf spezielle phonetische Sonderzeichen und orientiert sich an einer angepassten Rechtschreibung.
Welche Rolle spielt der Sketch „Hannes und der Bürgermeister“?
Er dient als empirisches Fallbeispiel, an dem die theoretisch erarbeiteten schwäbischen Besonderheiten wie Lautverschiebungen und grammatikalische Eigenheiten konkret aufgezeigt werden.
Warum wird der Dialekt im Deutschunterricht als relevant erachtet?
Er wird als Mittel zur Förderung der inneren Mehrsprachigkeit gesehen, das hilft, die kognitive Entwicklung zu unterstützen und Schüler besser zu erreichen.
Gibt es im Schwäbischen ein Präteritum?
Nein, das Schwäbische bildet Vergangenheitsformen nahezu ausschließlich über das Perfekt, wobei das Präteritum wegfällt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Der schwäbische Dialekt. Eine Varietät der deutschen Sprache aufgezeigt am Beispiel "Hannes und der Bürgermeister", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/920138