Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Wortstellung der Elemente Subjekt, Objekt und Verb des Mittelfranzösischen. Hierzu ist es notwendig, vorab die Epoche des Mittelfranzösischen mit einem zeitlichen Rahmen zu versehen, um Missverständnisse zu vermeiden.
Dans la marche de l´évolution, on doit situer la fin de l´ancien français proprement dit au moment où le système de la déclinaison à deux cas est profondément atteint, c´est-à-dire vers le milieu du 13e siècle ; le français moderne ne reçoit son acte véritable de naissance qu´à la fin du premier tiers du 17e siècle, […]
In dieser Arbeit seien der Beginn des 100-jährigen Krieges (1328) als Anfangspunkt und die Erlassung der Ordonnance de Villers-Côtteret (1539) als Endpunkt zur ungefähren Begrenzung der mittelfranzösischen Epoche gegeben. Dennoch sei darauf hingewiesen, dass es in der Wissenschaft diesbezüglich auch andere Auffassungen gibt.
Wichtig zu beachten ist allerdings im Allgemeinen, dass das Mittelfranzösisch noch fernab jedweder Normierung war, was sich darin äußert, dass innerhalb eines Werkes z.B. die Orthographie eines einzigen Wortes in mindestens zwei verschiedenen Formen vorliegen konnte. Des Weiteren ist es wichtig, dass eine Untersuchung mittelfranzösischer Literatur nicht notwendigerweise maßgebend für die gesamte Sprache der Epoche ist, da zum einen der Unterschied zwischen gesprochener und geschriebener Sprache auch im Mittelalter merklich war und zum anderen, da die untersuchte Literatur aus der Feder gebildeter Menschen stammt.
[...]
Bei den Werken handelt es sich um die Chroniques von Jean Froissart (Livre I, 1325 – 1350) und die Mémoires von Philippe de Commynes (Livre III, 1469 – 1474). Sie sind für diese Arbeit prädestiniert, da sie derselben Textgattung entspringen: historische Chroniken in Prosaform. « Il faut surtout noter le développement des ouvrages en prose. Ils ne se bornent plus à l´histoire contemporaine, représentée par Froissart et par Commines, [...]. » In den jeweiligen Büchern dokumentieren die Autoren das Zeitgeschehen aus ihrer Sicht, Froissart den 100-jährigen Krieg, de Commynes die Herrschaft Louis XI.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Literatur
- Analyse Jean Froissart
- Analyse Phillippe de Commynes
- Fazit
- Bibliographie
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Wortstellung der Elemente Subjekt, Objekt und Verb im Mittelfranzösischen. Ziel ist es, die Besonderheiten der mittelfranzösischen Satzstruktur anhand zweier historischer Werke zu untersuchen und aufzuzeigen, wie sich die Sprache in dieser Epoche entwickelte.
- Entwicklung der Wortstellung im Mittelfranzösischen
- Analyse der Satzstruktur in den Chroniques von Jean Froissart
- Untersuchung der Mémoires von Philippe de Commynes
- Vergleich der beiden Werke hinsichtlich ihrer Satzstruktur
- Bedeutung der historischen und literarischen Kontexte
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Arbeit setzt den zeitlichen Rahmen des Mittelfranzösischen fest und erläutert die Methodik der Analyse anhand von zwei Beispielen. Besonderheiten der Sprache und die Herausforderungen der Untersuchung werden dargestellt.
Literatur
Die gewählten Werke, die Chroniques von Jean Froissart und die Mémoires von Philippe de Commynes, werden als repräsentativ für die historische Chronik in Prosaform vorgestellt. Ihre Zeitliche Distanz und ihre unterschiedlichen Schwerpunkte machen sie für die Untersuchung besonders geeignet.
Analyse - Froissart
Die Analyse der Chroniques von Jean Froissart untersucht die Wortstellung im Hinblick auf die Inversion des Subjekts nach Adverbien am Satzanfang. Die Studie beleuchtet die Häufigkeit dieser Form der Inversion im Vergleich zu Brunots Behauptungen und zeigt die Inkonsistenz der mittelfranzösischen Sprache auf.
Schlüsselwörter
Mittelfranzösisch, Wortstellung, Satzstruktur, Syntax, Chroniken, Jean Froissart, Philippe de Commynes, historische Grammatik, Inversion, Subjekt, Objekt, Verb.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der zeitliche Rahmen des Mittelfranzösischen?
In dieser Arbeit wird der Zeitraum zwischen dem Beginn des 100-jährigen Krieges (1328) und der Ordonnance de Villers-Cotterêts (1539) als Epoche des Mittelfranzösischen definiert.
Welche literarischen Werke wurden für die Syntax-Analyse herangezogen?
Die Analyse basiert auf den „Chroniques“ von Jean Froissart (14. Jahrhundert) und den „Mémoires“ von Philippe de Commynes (15. Jahrhundert).
Warum war die Orthographie im Mittelfranzösischen so uneinheitlich?
Das Mittelfranzösische war noch weit entfernt von einer Normierung. Dies führte dazu, dass ein Wort innerhalb desselben Werkes in mehreren verschiedenen Schreibweisen vorkommen konnte.
Was untersucht die Arbeit bezüglich der Wortstellung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Stellung der Elemente Subjekt, Objekt und Verb, insbesondere auf die Inversion des Subjekts nach Adverbien am Satzanfang.
Gibt es Unterschiede zwischen der geschriebenen und gesprochenen Sprache jener Zeit?
Ja, die Arbeit weist darauf hin, dass die untersuchte Literatur von gebildeten Menschen stammt und der Unterschied zur gesprochenen Alltagssprache im Mittelalter merklich war.
- Quote paper
- Kristof Hoppen (Author), 2008, Die Wortstellung des Mittelfranzösischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91740