Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich zunächst mit pädagogischen, methodischen und didaktischen Überlegungen zum digitalen Unterricht. Chancen und Hindernisse werden gleichermaßen dargelegt und diskutiert. Es werden konkrete Beispiele aus der Praxis des digitalen Deutschunterrichts vorgestellt und reflektiert. Anschließend findet die potenzielle Aufwertung der Kommunikation unter besonderer Berücksichtigung der Rückmeldekultur im Rahmen des Home Schoolings Betrachtung. Abschließend soll diskutiert werden, ob beziehungsweise inwieweit der digitale Unterricht die Chancengleichheit beeinflusst.
Es wird deutlich, dass bei der Umsetzung digitalen Unterrichts viele Akteure und Faktoren berücksichtigt werden müssen, z.B. die Einstellungen und Kompetenzen der Lehrkräfte, die soziokulturellen und entwicklungsbedingten Voraussetzungen der Schüler und Schülerinnen, die Haltung der Eltern, die didaktische Einbettung digitaler Medien und Techniken, sowie die technische Ausstattung (inkl. Wartung) an sich. Wichtig ist es auch, neuere Erkenntnis aus der Forschung bei der didaktischen Aufbereitung digitalen Lernens zu berücksichtigen. Für den digitalen Deutschunterricht ergibt sich so ganz konkret die Erkenntnis, dass sich durch die intensive Nutzung digitaler Medien Rezeptionsprozesse verändern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Pädagogische, methodische und didaktische Überlegungen
2.1 Chancen und Hindernisse im digitalen Unterricht
2.2 Medienkompetenz konkret
3. Digitaler Deutschunterricht in der Praxis
3.1 Das PADLET als Lernplattform
3.2 Erklär- und Lehrvideos als Unterstützung für Schüler und Eltern
3.3 Erklärvideos als Schülerprojekt – „Schüler erklären Schülern“
3.4 Stop-Motion-Filme als Schülerprojekt
3.5 Videokonferenz mit jitsi
3.6 LearningApps
4. Aufwertung der Kommunikation und Rückmeldekultur
5. Erhöhung der Chancengleichheit
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie digitaler Deutschunterricht unter den Bedingungen der Corona-Pandemie im Home Schooling erfolgreich gestaltet werden kann und inwiefern diese Erfahrungen den späteren Präsenzunterricht bereichern. Im Fokus steht dabei die Identifizierung von Strategien, um trotz Distanz eine qualitativ hochwertige pädagogische Interaktion und Förderung der Schülerinnen und Schüler sicherzustellen.
- Pädagogische Herausforderungen des digitalen Unterrichts
- Konkrete Praxisbeispiele für digitale Werkzeuge (Padlet, Videokonferenzen, Erklärvideos)
- Optimierung der Kommunikation und Rückmeldekultur
- Förderung der Chancengleichheit im digitalen Lernumfeld
- Integration digitaler Medien zur Steigerung der Medienkompetenz
Auszug aus dem Buch
3.3 Erklärvideos als Schülerprojekt – „Schüler erklären Schülern“
GÜNEŞ, R. (2020) beschreibt in ihrem Artikel „Sprichst du noch, oder erklärst du schon? Lernchancen durch Erklärvideos“ ein auf 8 bis 10 Stunden angelegtes Schülerprojekt mit konstruktivistischem Charakter und hohem Motivationspotenzial, bei dem eine vierte Klasse Erklärvideos zu Themen eigener Wahl produzieren soll. Dies ist so in Zeiten geschlossener Schulen und Home Schooling nicht ohne Einschränkungen umzusetzen, gibt aber dennoch einen guten Einblick in die Möglichkeiten digitalen Deutschunterrichts.
Zunächst gilt es in Arbeitsgruppen von drei bis vier SuS eigene Ideen bzw. Themen zu finden bevor dann über den Stil bzw. das Format des Videos beraten wird. Die SuS agieren in diesem Aushandlungsprozess in hohem Maße kooperativ und kommunikativ, während die Lehrkraft eher als Lernbegleitung, die zielgerichtet Impulse setzt, denn als Wissensvermittler auftritt. Mit Hilfe einer Checkliste und eines Storyboards wird die Planung detailliert fixiert. Die sich anschließende Produktion und Post-Produktion gestaltet sich direkt am Tablet.
Die Unterrichtsprodukte weisen bez. ihrer Qualität entsprechend der Klassenzusammensetzung ein sicherlich sehr heterogenes Ergebnis aus, was unter dem Aspekt der Differenzierung auch gewollt ist. Unter Beachtung datenschutzrechlicher Vorgaben ist eine Veröffentlichung bzw. Verknüpfung der entstandenen Videos auf der Schulwebsite sicher sinnvoll und motivierend. Andere SuS erhalten so zugleich die Möglichkeit, sich Sachverhalte von (etwa) Gleichaltrigen erklären bzw. näherbringen zu lassen, anstatt sich nur auf die Ausführungen der Lehrkräfte zu beschränken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die durch die Pandemie ausgelöste Zäsur im Schulwesen und die resultierende Notwendigkeit, kurzfristig digitale Lehr-Lern-Konzepte zu etablieren.
2. Pädagogische, methodische und didaktische Überlegungen: Erläutert die theoretischen Voraussetzungen, analysiert Barrieren wie "bewahrpädagogische" Vorbehalte und definiert notwendige Kompetenzdimensionen.
3. Digitaler Deutschunterricht in der Praxis: Stellt konkrete Werkzeuge wie Padlet, Erklärvideos, Stop-Motion-Filme, Jitsi und LearningApps vor, die für den Deutschunterricht didaktisch sinnvoll nutzbar sind.
4. Aufwertung der Kommunikation und Rückmeldekultur: Analysiert, wie digitale Formate die Qualität des Austauschs zwischen Lehrkräften, Schülern und Eltern verbessern und zeitlich entzerren können.
5. Erhöhung der Chancengleichheit: Diskutiert die soziale Dimension der Digitalisierung und zeigt auf, wie durch niedrigschwellige Angebote und gezieltes Lehrerengagement Benachteiligungen im Home Schooling abgemildert werden können.
6. Literatur: Listet die verwendeten Quellen und weiterführende Fachliteratur auf.
Schlüsselwörter
Digitaler Deutschunterricht, Home Schooling, Medienkompetenz, Erklärvideos, Rückmeldekultur, Chancengleichheit, Padlet, Distanzlernen, Grundschulpädagogik, konstruktivistisches Lernen, digitale Bildung, Unterrichtsorganisation, Lehrkraft, Kommunikation, schulisches Lehren und Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen und Chancen des digitalen Deutschunterrichts, insbesondere während der durch die Corona-Pandemie bedingten Phase des Home Schoolings.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die pädagogische Reflexion digitaler Lehrmethoden, die praktische Anwendung digitaler Werkzeuge sowie die Verbesserung von Kommunikation und Chancengleichheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, wie digitaler Unterricht im Home Schooling erfolgreich gelingen kann und wie die dabei gewonnenen Erkenntnisse den zukünftigen Präsenzunterricht bereichern können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachdidaktischer Konzepte sowie der Analyse von Praxisbeispielen für den Einsatz digitaler Medien in der Grundschule.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil präsentiert konkrete digitale Anwendungsmöglichkeiten wie Padlet, Erklärvideos, Stop-Motion-Projekte und Videokonferenzen sowie deren didaktische Einordnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Digitaler Deutschunterricht, Home Schooling, Medienkompetenz, Chancengleichheit und Rückmeldekultur.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft im digitalen Unterricht laut Autor?
Die Lehrkraft ist laut Autor ein entscheidender Faktor; ihr Engagement, ihre Kompetenz und ihre Offenheit für neue Wege sind zentrale Voraussetzungen für den Erfolg und die Chancengleichheit.
Warum betont die Arbeit die Bedeutung von Erklärvideos?
Erklärvideos ermöglichen eine zeitlich flexible und wiederholbare Vermittlung von Inhalten, entlasten Eltern bei der Anleitung und schaffen eine persönliche Bindung zwischen Lehrkraft und Lernenden.
- Arbeit zitieren
- Stefan Dannheiser (Autor:in), 2020, Digitaler Deutschunterricht "in Zeiten von Corona" Wie kann digitaler Deutschunterricht im Home Schooling gelingen? Wie können die Erfahrungen den Präsenzunterricht bereichern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/916846