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Kinderarmut in Deutschland. Pädagogische und sozialpolitische Gegenmaßnahmen

Title: Kinderarmut in Deutschland. Pädagogische und sozialpolitische Gegenmaßnahmen

Examination Thesis , 2007 , 84 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Lenka Eiermann (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Die Annahme, dass Kinder in Deutschland behütet aufwachsen, während in der Dritten Welt Not und Elend herrschen, ist weit verbreitet. Es scheint weder Armengettos in den Außenbezirken der Großstädte wie in den USA noch das Phänomen der Straßenkinder wie in Südamerika zu geben. Doch die Idylle trügt: Obwohl die meisten Kinder in Deutschland in gesicherten Verhältnissen aufwachsen, sind sie, nach jeder Definition, unter den Armen die am stärksten vertretene Gruppe. Derzeit lebt hier fast jedes zehnte Kind in relativer Armut - das sind nach amtlicher Statistik 1,5 Millionen der unter 18-jährigen, nach neuesten Angaben sind es sogar 2,5 Millionen.

In deutschen Großstädten ist eine sozialräumliche Segregation von finanziell schlecht gestellten Menschen zu beobachten, es gibt also Wohnviertel, in denen überwiegend Sozialhilfeempfänger leben. Insbesondere Kinder aus Ein-Eltern-Familien, mit vielen Geschwistern oder mit Migrationshintergrund haben ein besonders hohes Armutsrisiko. Da der Risikofaktor „Migration“ den Umfang dieser Hausarbeit sprengen würde, wird auf ihn nur am Rande eingegangen.

Dass sich Armut in einer reichen, wohlhabenden Gesellschaft deprimierender, bedrückender und bedrängender auswirkt als in einer armen Gesellschaft, wo sie zu Solidarisierung und nicht zur Stigmatisierung und Ausgrenzung der Betroffenen führt, findet wenig Beachtung. Bereits im Kindesalter macht sich bei vielen Betroffenen eine soziale Exklusion und eine Perspektivlosigkeit bemerkbar.

Kinderarmut wird in den Medien und in Fachdiskussionen immer mehr als gesamtgesellschaftliches und nicht mehr als individuelles Problem wahrgenommen. So stand das Phänomen auch im Mittelpunkt des diesjährigen Weltkindertages sowie der Nationalen Armutskonferenz. Hier wurde die Forderung laut, das Existenzminimum von Kindern neu zu berechnen, da der derzeitige Sozialhilfesatz den Bedarf von Kindern nicht ausreichend decke. Sowohl in Zeitungen als auch im Fernsehen wird das Thema Kinderarmut immer präsenter. Es gibt immer häufiger Dokumentationen über arme Familien, Talk-Shows, in denen Politiker und Betroffene diskutieren, oder auch, insbesondere auf den privaten Fernsehsendern, Sendungen, die sich mit Verschuldung befassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

TEIL A

I. Definition von Armut

II. Kinderarmut in Deutschland

2.1. Kinderarmutsentwicklung

2.1.1. Auslöser von Kinderarmut

2.1.2. Formen von Kinderarmut

2.2. Die aktuelle Situation in Deutschland

2.3. Kinderarmut im internationalen Vergleich

2.4. Tendenzen

III. Auswirkungen von Armutslagen bei Kindern

3.1. Psychosoziale Folgen

3.2. Gesundheitliche Folgen

3.3. Bewältigungsstrategien

Exkurs: Auswirkungen von Kinderarmut auf den Schulerfolg

TEIL B

IV. Präventionsmaßnahmen gegen Kinderarmut

4.1. Gegenstrategien der Bundesregierung

4.1.1. Sozialpolitische Gegenstrategien

4.1.2. Familienpolitische Gegenstrategien

4.1.3. Pädagogische Gegenstrategien

V. Projekte zur Förderung armer Kinder

5.1. Initiatoren von Projekten

5.2. Die Arche

5.3. Mo.Ki - Monheim für Kinder

Endresümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Kinderarmut in Deutschland als gesamtgesellschaftliches Problem und analysiert dessen Ursachen, Erscheinungsformen sowie Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung. Ziel ist es, den Handlungsbedarf für Politik und Pädagogik aufzuzeigen und Lösungsansätze sowie präventive Projektmodelle vorzustellen.

  • Definition und Dimensionen des Armutsbegriffs bei Kindern
  • Entwicklung und aktuelle statistische Lage der Kinderarmut in Deutschland
  • Psychosoziale und gesundheitliche Folgen von Armutslagen
  • Einfluss von Armut auf den Schulerfolg und die Bildungschancen
  • Vorstellung von Präventionsstrategien und Förderprojekten (z.B. "Die Arche", "Mo.Ki")

Auszug aus dem Buch

II. Kinderarmut in Deutschland

Das Vorhandensein von Armut in einem Sozialstaat wie Deutschland kann als verfassungswidrig angesehen werden, da Artikel 1 des Grundgesetzbuches verletzt wird. Dieser garantiert jedem Menschen „eine der Würde des Menschen entsprechende Teilhabe am Leben“31. Kinder werden häufig als würdige Arme bezeichnet, da sie selbst nicht für ihre Lage verantwortlich sind. Dass es überhaupt arme Kinder in einem reichen Land wie Deutschland gibt, wird als „moralischer Skandal“ gesehen.32

Da Kinder im Vergleich zur Gesamtbevölkerung in den letzten Jahren am stärksten von Armut bedroht und betroffen sind, prägte Richard Hauser (1989) den Begriff der Infantilisierung der Armut. Darüber, ob man jedoch von einer Infantilisierung der Armut in Deutschland sprechen kann, sind sich die Armutsforscher nicht einig. Während ein Großteil der Meinung ist, dass sich der Kreis der Armen seit den 1980er Jahren vermehrt auf Kinder beziehungsweise Familien mit Kindern verschoben hat, spricht Heinz Gerhard Beisenherz (2002) beispielsweise von einer Maternalisierung beziehungsweise Feminisierung von Armut, da Frauen auch heute noch oft niedrigere Gehälter beziehen als Männer und gerade im gebärfähigen Alter schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Hier wird Kinderarmut als Begleiterscheinung von Familienarmut insbesondere alleinerziehender Mütter gesehen.33

Zusammenfassung der Kapitel

I. Definition von Armut: Einführung in den Armutsbegriff, der in Deutschland weniger das physische Überleben als soziale Deprivation und die Mehrdimensionalität von Lebenslagen beschreibt.

II. Kinderarmut in Deutschland: Darstellung der statistischen Entwicklung und Faktoren wie Arbeitslosigkeit oder Alleinerziehendenstatus, die das hohe Armutsrisiko von Kindern in Deutschland begründen.

III. Auswirkungen von Armutslagen bei Kindern: Analyse der psychosozialen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die durch Armut entstehen und die kindliche Entwicklung langfristig belasten.

Exkurs: Auswirkungen von Kinderarmut auf den Schulerfolg: Untersuchung der engen Kopplung von sozialer Herkunft und Bildungschancen sowie der unzureichenden Unterstützungssysteme innerhalb des Schulalltags.

IV. Präventionsmaßnahmen gegen Kinderarmut: Überblick über sozial- und familienpolitische sowie pädagogische Strategien zur Bekämpfung von Armutsfolgen.

V. Projekte zur Förderung armer Kinder: Vorstellung konkreter Modellprojekte wie „Die Arche“ und „Mo.Ki“, die versuchen, durch vernetzte Hilfsangebote und frühzeitige Förderung Armutsfolgen abzumildern.

Schlüsselwörter

Kinderarmut, Armutsprävention, Sozialpolitik, Familienarmut, Kindesvernachlässigung, Bildungsungleichheit, Soziale Exklusion, Lebenslagenkonzept, Empowerment, Sozialhilfe, Hartz IV, Kinderbetreuung, Gesundheitliche Folgen, Psychosoziale Entwicklung, Armutsspirale.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Situation von in Armut aufwachsenden Kindern in Deutschland, beleuchtet die Ursachen und Auswirkungen dieses Phänomens und diskutiert Ansätze zu deren Prävention und Bekämpfung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Definition von Armut, die Entwicklung der Kinderarmutsquoten, die Auswirkungen auf die Gesundheit und das psychosoziale Befinden von Kindern sowie die Bedeutung des Bildungserfolgs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kinder durch Armut in ihrer Entwicklung benachteiligt werden und welche politisch-pädagogischen Maßnahmen notwendig sind, um ihre Teilhabechancen zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis aktueller sozialwissenschaftlicher Literatur, Armutsstudien und Berichten staatlicher Institutionen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung des Armutsbegriffs, die Analyse von Ursachen und Folgen der Kinderarmut sowie die Vorstellung praktischer Interventionsmöglichkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kinderarmut, Prävention, Soziale Benachteiligung, Bildungschancen und Empowerment.

Was ist das „Spielräumekonzept“ im Kontext der Kinderarmut?

Es dient dazu, Armut bei Kindern über das bloße Einkommen hinaus zu erfassen, indem fünf Lebensräume definiert werden, deren Unterversorgung die Teilhabe und Entwicklung des Kindes massiv einschränkt.

Wie unterscheidet sich die Arbeit der „Arche“ von staatlichen Projekten?

Während staatliche Projekte oft eher administrative Ansätze verfolgen, finanziert sich die „Arche“ überwiegend durch Spenden und bietet einen ganzheitlichen Zufluchtsort für betroffene Kinder.

Welche Rolle spielt die „Präventionskette“ im Projekt „Mo.Ki“?

Die Präventionskette verbindet verschiedene Institutionen wie Jugendamt, Schulen und Familienberatung miteinander, um Kinder lückenlos von der Geburt bis zum Einstieg in den Beruf zu unterstützen.

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Details

Title
Kinderarmut in Deutschland. Pädagogische und sozialpolitische Gegenmaßnahmen
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
1,00
Author
Lenka Eiermann (Author)
Publication Year
2007
Pages
84
Catalog Number
V90204
ISBN (eBook)
9783638042512
Language
German
Tags
Kinderarmut Deutschland Pädagogische Gegenmaßnahmen Armut Chancengleichheit Ursachen Sozialpolitik Pädagogik Arche Lebenslagenkonzept Straßenkinder absolute Armut relative Vernachlässigung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lenka Eiermann (Author), 2007, Kinderarmut in Deutschland. Pädagogische und sozialpolitische Gegenmaßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90204
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