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Sinn und Zweck von Jugendstrafe

Ein Überblick über aktuelle Diskussionen und Überlegungen

Title: Sinn und Zweck von Jugendstrafe

Seminar Paper , 2007 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katrin Martin (Author)

Politics - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Einleitung (Teil):
Die folgende Arbeit setzt sich mit der Sanktionsmöglichkeit der Freiheitsstrafe im Jugendstrafrecht auseinander. Im §91 Abs.1 JGG ist festgehalten, dass Jugendliche zu einem „rechtschaffenen und verantwortungsbewussten Lebenswandel“ angeregt werden sollen. Im Unterschied zum Strafvollzug bei Erwachsenen ist die Freiheitsstrafe bei jungen Straftätern/ Straftäterinnen keine ausschließliche Sanktion, sondern soll eine Hilfestellung für das weitere Leben geben. Es stellt sich die Frage, ob dies in einem sinnvollen Umfang geschieht und ob Jugendlichen in der Scheinwelt eines Gefängnisses wirklich der Wandel zu einem straffreien Leben beigebracht werden kann. In dieser Arbeit wird speziell auf Straftäter/innen eingegangen, die nach dem JGG verurteilt wurden und werden. Das sind grundsätzlich alle Jugendlichen zwischen 14 und 17. Zusätzlich werden Heranwachsende, also junge Erwachsene zwischen 18 und 20 in die Betrachtungen einbezogen, auf die wegen mangelnder Reife das Jugendstrafrecht angewandt wurde.
Um zu klären wie sinnvoll und notwendig Haftstrafen bei jungen Tätern sind, werden die Möglichkeiten der Sanktionen aufgezeigt. Darauf folgt ein Überblick in welchem Maße Freiheitsstrafen für Jugendliche ausgesprochen werden und wie die Situation in deutschen Gefängnissen aussieht (...). Da derzeit auch über ein 2. JGGÄndG und Gesetze zur Regelung des Jugendstrafvollzuges nachgedacht wird, wird auch den unterschiedlichen Meinungen im Parlament Platz eingeräumt.

Schluss (Teil):
...Alles in allem wird es wohl auch in Zukunft kein indiskutables richtig und falsch geben, aber Fortschritte sind erkennbar, so zum Beispiel das angestrebte Gesetz zur Regelung des Strafvollzuges. Dass dieses föderal geregelt ist, könnte sich aber wiederum zum Missstand entwickeln. Es bleibt zu hoffen, dass die Bundesländer von ihren Erfahrungen gegenseitig profitieren und es nicht ewig die Gruppe der 9 bleibt, die ein gleiches Gesetz verabschieden, sondern man von der Gruppe der 16 sprechen kann, die es geschafft haben, mit einem Mix von Vorsorge, Nachbetreuung und eventuell auch der Sicherheitsverwahrung die Rückfallquoten zu senken.
Mit einer intensiven Betreuung kann der Vollzug durchaus Sinn und Zweck haben. Ohne pädagogische Maßnahmen ist es allerdings eher ein Abschieben der Betroffenen und somit keine legitime Sanktion, solange der Erziehungsgedanke noch fest im Jugendstrafrecht verankert ist. Und das wird er hoffentlich noch lange bleiben.

Excerpt


Gliederung

I Einleitung

II Hauptteil

1. Jugendstrafrecht

1.1 Rechtliche Grundlagen

1.2 Sanktionsmöglichkeiten

1.2.1 Erziehungsmaßregeln

1.2.2 Zuchtmittel

1.2.3 Jugendstrafe

2. Jugendstrafvollzug

2.1 Bestandsaufnahme

3. Meinungen im Parlament

III Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Sinn und Zweck der Freiheitsstrafe im deutschen Jugendstrafrecht und analysiert, ob diese Sanktion tatsächlich den Wandel zu einem straffreien Leben fördern kann. Dabei liegt der Fokus auf der Wirksamkeit pädagogischer Ansätze im Strafvollzug sowie den aktuellen politischen Debatten über die Reform des Jugendstrafvollzugsgesetzes.

  • Grundlagen und Sanktionsmöglichkeiten des Jugendstrafrechts
  • Strukturen und pädagogische Konzepte im Jugendstrafvollzug
  • Analyse von Rückfallquoten bei verschiedenen Sanktionsformen
  • Politische Kontroversen und Lösungsansätze zur Reform des Jugendstrafrechts

Auszug aus dem Buch

1.1 Sozialpädagogik und Abläufe im Jugendstrafvollzug

Ein zentraler Punkt des Jugendstrafvollzuges ist die Tatsache, dass die jungen Menschen einen geregelten Tagesablauf kennen lernen, was für viele nicht selbstverständlich ist. Zudem werden sie angehalten Ordnung zu halten und sich mit einem gesitteten Verhalten anzupassen. Um zu vermeiden, dass diese Situation zu fern von der Realität und als Theater angesehen wird, wurde „Ab Ende 1980 […] stufenweise für die Jugendlichen die Möglichkeit geschaffen, außerhalb der Arbeit persönliche, eigene Kleidung zu tragen“. Ziel ist es, dass sich die Jugendlichen nicht verkleidet fühlen und somit nicht den Bezug zum Leben außerhalb der Anstalt verlieren. Sie lernen sich selbst als gesitteten und straflosen Menschen, der sich an Regeln hält, kennen, ohne dabei darauf zu verzichten, durch eigene Kleidung ihre Identität und Individualität zu bewahren.

Da es derzeit kein explizites Gesetz zum Jugendstrafvollzug gibt, ist der Vollzug durch die VVJug geregelt. Punkt 32 beinhaltet hierbei Vorschriften zur beruflichen Bildung und zur Arbeit. Es ist vorgegeben, dass dem/ der Gefangenen die Möglichkeit zur Weiterbildung unter Berücksichtigung seiner/ ihrer „Fähigkeiten, Fertigkeiten und Neigungen“ gegeben werden müssen.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Sinnhaftigkeit von Jugendstrafen vor und erläutert die methodische Herangehensweise unter Einbeziehung von Sekundärliteratur und Statistiken.

II Hauptteil: Dieser Hauptteil beleuchtet die rechtlichen Grundlagen des Jugendstrafrechts, differenziert die Sanktionsmöglichkeiten und analysiert den Ist-Zustand des Jugendstrafvollzugs sowie die parlamentarischen Kontroversen dazu.

1. Jugendstrafrecht: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen und die verschiedenen Sanktionsformen, von Erziehungsmaßregeln bis hin zur Jugendstrafe.

1.1 Rechtliche Grundlagen: Dieser Abschnitt behandelt die Notwendigkeit der Unterscheidung zwischen Jugend- und Erwachsenenstrafrecht und die Bedeutung des Erziehungsgedankens.

1.2 Sanktionsmöglichkeiten: Hier werden die verschiedenen Stufen der Sanktionierung dargelegt, die vom Richter je nach Reifegrad und Tat gewählt werden können.

1.2.1 Erziehungsmaßregeln: Dieser Teil beschreibt Maßnahmen wie Weisungen und Hilfe zur Erziehung, die primär auf den Erziehungsgedanken setzen.

1.2.2 Zuchtmittel: Dieser Abschnitt thematisiert Sanktionen wie Verwarnungen und Arrest, die zusätzlich zur Erziehung die Verantwortung des Täters betonen.

1.2.3 Jugendstrafe: Hier wird die Freiheitsstrafe als härteste Sanktion im Jugendstrafrecht definiert, deren Anwendung an spezifische Voraussetzungen wie schädliche Neigungen oder Schwere der Schuld geknüpft ist.

2. Jugendstrafvollzug: Dieses Kapitel widmet sich den Anstaltsstrukturen und der geltenden Rechtslage für den Vollzug der Jugendstrafe.

2.1 Bestandsaufnahme: Dieser Teil bietet einen Überblick über die Anzahl der Jugendstrafanstalten, die aktuelle Rechtslage und die Reformbemühungen der Bundesländer.

3. Meinungen im Parlament: Hier werden die unterschiedlichen politischen Positionen, insbesondere zwischen den konservativen Forderungen nach mehr Sicherheit und den sozialdemokratischen Ansätzen zur Resozialisierung, gegenübergestellt.

III Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Freiheitsstrafe nur dann sinnvoll ist, wenn sie durch intensive pädagogische Maßnahmen begleitet wird, um die Rückfallquote zu minimieren.

Schlüsselwörter

Jugendstrafrecht, Jugendstrafvollzug, Resozialisierung, Erziehungsgedanke, Sanktionen, Jugendarrest, Jugendstrafe, Rückfallquote, Rechtsgrundlagen, Kriminalprävention, Gesetzgebungsverfahren, Freiheitsentzug, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Freiheitsstrafe im deutschen Jugendstrafrecht und untersucht, ob diese pädagogisch sinnvoll ist oder ob sie den Wandel zu einem straffreien Leben erschwert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die rechtlichen Grundlagen des Jugendstrafrechts, die verschiedenen Sanktionsformen, die Strukturen des Jugendstrafvollzugs sowie die aktuellen politischen Reformdiskussionen dazu.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu klären, inwieweit Haftstrafen für junge Täter sinnvoll und notwendig sind und ob das gesetzliche Ziel der Resozialisierung im Gefängnisalltag tatsächlich erreicht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer Auswertung von Sekundärliteratur, aktuellen Statistiken zur Sanktionierungspraxis sowie einer Analyse der parlamentarischen Gesetzesentwürfe und Verwaltungsvorschriften zum Jugendstrafvollzug.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Jugendstrafrechts (einschließlich Erziehungsmaßregeln, Zuchtmitteln und Jugendstrafe), die Analyse der Situation im Jugendstrafvollzug sowie die Darstellung der unterschiedlichen Parteimeinungen zu Reformgesetzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Jugendstrafvollzug, Resozialisierung, Erziehungsgedanke, Sanktionen und Kriminalprävention charakterisieren.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Sicherheitsverwahrung?

Die Autorin betrachtet die Einführung der Sicherheitsverwahrung für Heranwachsende kritisch, da sie die Gefahr von Willkür birgt und in einem Widerspruch zum primären Erziehungsgedanken des Jugendstrafrechts steht.

Warum wird im Dokument die Ausbildung im Strafvollzug problematisiert?

Die Ausbildung im Gefängnis wird als problematisch angesehen, da sie oft unter erschwerten Bedingungen stattfindet, die Chancen auf eine Anstellung nach der Haft durch die Stigmatisierung als ehemaliger Strafgefangener nicht verbessert werden und die Ausbildung oft nur als Mittel dient, die Zeit im Vollzug zu überstehen.

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Details

Title
Sinn und Zweck von Jugendstrafe
Subtitle
Ein Überblick über aktuelle Diskussionen und Überlegungen
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr -Institut)
Course
Rolle des Strafrechts in Politik und Gesellschaft
Grade
1,7
Author
Katrin Martin (Author)
Publication Year
2007
Pages
28
Catalog Number
V90196
ISBN (eBook)
9783638044608
ISBN (Book)
9783638941105
Language
German
Tags
Sinn Zweck Jugendstrafe Rolle Strafrechts Politik Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Martin (Author), 2007, Sinn und Zweck von Jugendstrafe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90196
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