In der vorliegenden Arbeit soll es um Räume privater Lebensführung und die Rolle der „alten“ Wertvermittlungsinstanzen gehen. Deshalb wurde die Arbeit in folgende zwei Teile gegliedert: Im ersten Teil wird zunächst der Begriff „Privatheit“ näher definiert, um dann auf die ursprünglichen und immer noch aktuellen Räume privater Lebensführung, nämlich Ehe und Familie, eingehen zu können. Die private Lebensführung hat sich aufgrund des gesellschaftlichen Modernisierungsprozesses im Laufe der Zeit verändert. Dieser Wandel soll kurz skizziert und dann auf die Entstehung nichtkonventioneller Lebensformen als dessen Folge eingegangen werden.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Rolle der „alten“ Instanzen der Wertvermittlung. Hierfür soll zunächst auf die Begriffe „Werte“ und „Wertvermittlung“ eingegangen werden. Danach schließt sich eine Vorstellung der Instanzen der Wertvermittlung (Kirche, Schule, Familie, Parteien, Freunde, Nachbarschaft, Vereine wie Genossenschaften, Staat, Freizeitvereine etc. – um nur einige vorwegzunehmen). Exemplarisch wird die Schule als Wertvermittlungsinstanz näher betrachtet. Im Anschluss daran folgt die Beschreibung der sog. „stillen Revolution“ in den Köpfen der Menschen und es wird die Frage diskutiert: wurde der Werte-wandel zum Werteverfall? Anschließend wird die Individualisierung der Menschen und der gesellschaftlichen Beziehungen als Folge des Wertewandels und des Bedeutungsverlustes der „alten“ Wertvermittlungsinstanzen angesprochen. Zum Abschluss erfolgen einige Worte zur Aktualität der „alten“ Wertvermittlungsinstanzen und die Vermittlung anderer Werte durch diese. Eine Zusammenfassung und abschließende Stellungnahme beenden diese Arbeit. Unter Räumen privater Lebensführung wird für die vorliegende Arbeit vor allem die „Familie“ verstanden, welche auf der elterlichen Ehe basiert. Diese ursprüngliche und immer noch traditionelle Form privater Lebensführung durchlebte im Zuge des gesellschaftlichen Modernisierungsprozesses einen Wandel und die Folge dessen ist die Entstehung nichtkonventioneller Lebensformen. Zu den privaten Räumen zählt alles, was nicht institutionell, sondern eben privat ist wie beispielsweise auch die Freizeit. Aber was genau ist nun privat?
Inhaltsverzeichnis
- I Einleitung
- II Räume privater Lebensführung
- 1. Definition des Begriffs „Privatheit“
- 2. Ehe und Familie als Räume privater Lebensführung
- 3. Private Lebensführung im Wandel der Zeit
- 3.1 Der gesellschaftliche Modernisierungsprozess und der Wandel der Lebensformen
- 3.2 Entstehung nichtkonventioneller Lebensformen als Folge des Wandels
- III Die Rolle der „alten“ Wertvermittlungsinstanzen
- 1 Werte und Wertvermittlung
- 2 Die Instanzen der Wertvermittlung
- 3 Soziale Wandlungsprozesse: vom Wertewandel zum Werteverfall?
- 3. Die Folgen des Bedeutungsverlusts der „alten“ Wertvermittlungsinstanzen
- IV Zusammenfassung und abschließende Stellungnahme
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit den Räumen privater Lebensführung und der Rolle der traditionellen Wertvermittlungsinstanzen in der modernen Gesellschaft. Sie untersucht die Entwicklung des Begriffs „Privatheit“ und den Wandel der Familie im Kontext des gesellschaftlichen Modernisierungsprozesses. Des Weiteren beleuchtet die Arbeit die Bedeutung von Werten und Wertvermittlung, die Rolle verschiedener Instanzen in diesem Zusammenhang und die Auswirkungen des Wertewandels auf die Individualisierung und gesellschaftliche Beziehungen.
- Definition von „Privatheit“ und ihre Entwicklung
- Wandel der Familie als Raum privater Lebensführung
- Bedeutung von Werten und Wertvermittlung
- Rolle traditioneller Wertvermittlungsinstanzen
- Auswirkungen des Wertewandels und die Folgen für die Gesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel
II Räume privater Lebensführung
Dieses Kapitel befasst sich mit der Definition von „Privatheit“ und der Rolle der Familie als Raum privater Lebensführung. Es analysiert den Wandel der traditionellen Familienform im Zuge des gesellschaftlichen Modernisierungsprozesses und die Entstehung nichtkonventioneller Lebensformen.
III Die Rolle der „alten“ Wertvermittlungsinstanzen
Dieses Kapitel untersucht die Bedeutung von Werten und Wertvermittlung in der Gesellschaft. Es stellt verschiedene Instanzen der Wertvermittlung vor, wie z. B. die Kirche, Schule, Familie, Politik und Vereine. Das Kapitel geht auf die Auswirkungen des Wertewandels und den Bedeutungsverlust der traditionellen Wertvermittlungsinstanzen ein.
Schlüsselwörter
Privatheit, Familie, Ehe, gesellschaftliche Modernisierung, Wertewandel, Wertvermittlung, Instanzen der Wertvermittlung, Individualisierung, traditionelle Lebensformen, nichtkonventionelle Lebensformen, soziale Wandlungsprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Was wird unter „Räumen privater Lebensführung“ verstanden?
Primär werden darunter Ehe und Familie gefasst. Aber auch Freizeit und alle Bereiche, die nicht institutionell, sondern privat gestaltet sind, zählen dazu.
Welche „alten“ Wertvermittlungsinstanzen gibt es?
Traditionelle Instanzen sind die Familie, die Kirche, die Schule, politische Parteien, Vereine und der Staat.
Führt der Wertewandel zwangsläufig zu einem Werteverfall?
Die Arbeit diskutiert diese Frage kritisch. Während traditionelle Werte an Bedeutung verlieren, entstehen oft neue, individualisierte Werte, was nicht zwingend als Verfall, sondern als Wandel gewertet werden kann.
Welche Folgen hat die Individualisierung für die Gesellschaft?
Individualisierung führt zu einer Loslösung von traditionellen Bindungen und dem Bedeutungsverlust alter Instanzen. Dies bietet mehr Freiheit, kann aber auch zu sozialer Isolation oder Orientierungslosigkeit führen.
Wie hat sich die Familie durch den Modernisierungsprozess verändert?
Neben der traditionellen elterlichen Ehe sind zahlreiche nichtkonventionelle Lebensformen (z.B. Patchwork-Familien, Alleinerziehende) entstanden, die den privaten Raum neu definieren.
Welche Rolle spielt die Schule als Wertvermittler heute?
Die Schule wird exemplarisch als Instanz betrachtet, die neben Wissen auch gesellschaftliche Grundwerte vermitteln soll, dabei aber oft in Konkurrenz zu anderen Einflüssen steht.
- Quote paper
- Sonja Deml (Author), 2007, Räume privater Lebensführung und die Rolle der "alten" Wertvermittlungsinstanzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90064