Innerhalb der vorliegenden Arbeit wird das Instrument der geplanten Insolvenz, oder auch Planinsolvenz, als Mittel der Unternehmenssanierung untersucht. Bereits §1 Abs. 1 InsO begreift das Ziel des Insolvenzverfahrens neben der umfänglichen Befriedigung der Gläubiger auch die Möglichkeit der Unternehmensfortführung. Die strategisch geplante Insolvenz scheint hierbei der Verwirklichung der Insolvenz beizustehen, diese sogar als Ziel zu begreifen. Wie kann es nun sein, dass ein verantwortungsvoller Unternehmer sogar planvoll seine Unternehmung in die Insolvenz steuert?
Dem Thema der Planinsolvenz soll sich zu Beginn mit den Ursachen einer Unternehmenskrise genähert werden. Ab wann kann von einer Krise im Unternehmenskontext gesprochen werden und was bedeutet die Krise im insolvenzrechtlichen Sinn? Im weiteren Verlauf wird auf das Reaktivierungsmanagement (juristische und betriebswirtschaftliche Maßnahmen der Sanierung) eingegangen, wobei die klassische Sanierung der strategischen Sanierung gegenübergestellt werden wird. Der Kern der vorliegenden Arbeit wird vom Wesen der Planinsolvenz, dem Planverfahren bestimmt. Hierbei wird der Hintergrund, der Zweck, der Verfahrensablauf und die Möglichkeiten dieses Instrumentariums zur Unternehmenssanierung hinreichend dargestellt. Die aktuellen Entwicklungen der Planinsolvenz bilden das abschließende Fazit, während die Bedeutung der strategischen Insolvenz für die Sanierung herausgestellt wird
In der unternehmerischen Praxis herrscht der Tenor vor, den Insolvenzzustand des eigenen Unternehmens möglichst nicht zu erreichen. Denn wie aus der Begrifflichkeit der Insolvenz zu lesen, ist hiermit der Zustand erreicht, in dem der Schuldner zur Erfüllung seiner Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Gläubiger nicht mehr im Stande ist. Diesen Zustand haben in der Vergangenheit schon zahlreiche, auch namhafte Unternehmen, erreicht. Was die Frage nach dem gesellschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Umgang mit der Insolvenz, vor allem als Instrument der Sanierung, aufwirft. Bereits im Vorfeld einer Insolvenz werden Maßnahmen getroffen um ein angeschlagenes Unternehmen wieder ertragsfähig zu machen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Wann spricht man von einer Unternehmenskrise?
- Ursachen einer Unternehmenskrise
- Krise im insolvenzrechtlichen Sinne
- Reaktivierungsmanagement
- Die klassische Sanierung
- Strategische Sanierung am Beispiel der Planinsolvenz
- Das Planverfahren
- Ziel und Zweck der Planinsolvenz
- Prepackaged Plan
- Verfahrensablauf
- Das Chapter 11 Verfahren als Grundlage der strategischen Insolvenz
- Vorteile einer strategischen Insolvenz
- Das Planverfahren in der Praxis
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung der strategischen Insolvenz für die deutsche Sanierungspraxis, insbesondere im Kontext der Planinsolvenz. Das Ziel ist es, die Planinsolvenz als Instrument der Unternehmenssanierung zu analysieren und deren Bedeutung im Vergleich zur klassischen Sanierung aufzuzeigen.
- Ursachen und Merkmale einer Unternehmenskrise
- Die klassische Sanierung im Vergleich zur strategischen Sanierung
- Das Planverfahren als Instrument der strategischen Insolvenz
- Vorteile und Herausforderungen der Planinsolvenz
- Die Rolle der strategischen Insolvenz in der deutschen Sanierungspraxis
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Problematik der Unternehmenskrise und die Bedeutung des Insolvenzverfahrens für die Unternehmenssanierung dar. Anschließend wird der Begriff der Unternehmenskrise näher beleuchtet, wobei die Ursachen und die insolvenzrechtliche Bedeutung der Krise erläutert werden. Kapitel 3 befasst sich mit dem Reaktivierungsmanagement und stellt die klassische Sanierung der strategischen Sanierung gegenüber. Der Kern der Arbeit liegt in Kapitel 4, welches das Wesen und die Funktionsweise des Planverfahrens als Instrument der strategischen Insolvenz beleuchtet. Dabei werden der Zweck, der Verfahrensablauf und die Vorteile der Planinsolvenz sowie die Bedeutung des Chapter 11 Verfahrens als Vorbild dargestellt.
Schlüsselwörter
Unternehmenskrise, Insolvenzrecht, Planinsolvenz, strategische Insolvenz, Sanierungspraxis, Reaktivierungsmanagement, Chapter 11 Verfahren, Prepackaged Plan, Verfahrensablauf, Vorteile, Herausforderungen
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine strategische Insolvenz?
Dabei wird die Insolvenz bewusst als Sanierungsinstrument genutzt, um das Unternehmen durch rechtliche Möglichkeiten (wie einen Insolvenzplan) von Altlasten zu befreien und fortzuführen.
Was ist ein Insolvenzplanverfahren?
Ein Verfahren, bei dem von den gesetzlichen Regelungen der Insolvenzordnung abgewichen werden kann, um eine Einigung mit den Gläubigern zur Erhaltung des Unternehmens zu erzielen.
Was versteht man unter einem „Prepackaged Plan“?
Ein Sanierungsplan, der bereits vor dem offiziellen Insolvenzantrag mit den wichtigsten Gläubigern ausgehandelt wurde, um das Verfahren deutlich zu beschleunigen.
Welche Rolle spielt das US-amerikanische „Chapter 11“?
Das Chapter 11-Verfahren dient als internationales Vorbild für die strategische Insolvenz, da es den Fokus stark auf die Sanierung und den Erhalt des Schuldners unter Eigenverwaltung legt.
Ab wann spricht man von einer Unternehmenskrise?
Eine Krise im insolvenzrechtlichen Sinne liegt vor, wenn Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung drohen oder bereits eingetreten sind.
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- Anonym (Author), 2019, Die strategische Insolvenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899972