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Medienwirkungsforschung - Vom Stimulus-Response-Modell zum Uses-and-Gratifications-approach

Title: Medienwirkungsforschung - Vom Stimulus-Response-Modell zum Uses-and-Gratifications-approach

Term Paper , 1998 , 14 Pages , Grade: 2

Autor:in: Viktoria Kruse (geb. Bahle) (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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„Was macht der Mensch mit den Medien?“ Diese Frage der Wirkungsforschung der Kommunikationswissenschaft verdrängte die zuvor geltende zentrale Frage „was machen die Medien mit den Menschen?“ im Zuge des Comeback der Handlungstheorie in den 70er Jahren.
Die behaviouristische Lerntheorie bzw. das Stimulus-Response-Modell, welches als Ursprung der Wirkungsforschung gilt und bis dato den Grundsatz dieser gebildet hatte, wurde als veraltet und überholt angesehen: Es war kommunikatorzentriert, die Rezipienten wurden aus der Betrachtung gänzlich außen vor gelassen, die Wirkung wurde als linear und einseitig gesehen und intervenierende Variablen aus Soziologie und Psychologie blieben unbeachtet. Jetzt wurde eine neue Theorie benötigt. Es gab viele Versuche zu neuen Ansätzen und Theorien, wobei einer von diesen der Uses-and-Gratifications-approach war. Dieser Ansatz entstand durch das Aufblühen der Gratifikationsforschung zusammen mit der Renaissance der Handlungstheorie durch seine Vertreter Blumler und Katz. Der Uses-and- Gratifications-approach stand als nur einer von vielen Ansätzen heftig in der Kritik der Forscher. Sein Schwerpunkt liegt in der Gratifikation der individuellen Bedürfnisse und weitere soziologische und psychologische Variablen bleiben noch immer außen vor. Nichtsdestotrotz war dieser Ansatz einer der ersten großen Schritte in eine neue Forschungsrichtung.

Was ist überhaupt Wirkung? Will man über Ansätze und Entwicklungen der Medienwirkungsforschung sprechen, so ist hier eine begriffliche Klärung nötig. Somit soll in der vorliegenden Arbeit zunächst dieser Frage nachgegangen und der Versuch einer begrifflichen Definition und Abgrenzung vollzogen werden. Im Folgenden werden die Annahmen und Kritiken des Stimulus-Response-Modells dargestellt, damit dann im weiteren der Schritt zum aktiven Publikum und zur Handlungstheorie getan werden kann. Zum Abschluß wird der Uses-and-Gratifications-approach samt seiner Kritik vorgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Medienwirkungen

2.1 Der Begriff der Wirkung

2.2 Abgrenzung zu anderen Begriffen

2.3 Das Kausalitätskonzept

3. Die Anfänge der Medienwirkungsforschung – das Stimulus-Response-Modell

3.1 Annahmen

3.2 Kritik

4. Der Übergang zum aktiven Publikum – das handlungstheoretische Konzept

5. Der Uses-and-Gratifications-approach

5.1 Das Eskapismus-Konzept

5.2 Annahmen

5.3 Kritik

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der medienwissenschaftlichen Wirkungsforschung. Dabei liegt der Fokus auf dem Paradigmenwechsel vom klassischen, rezipientenpassiven Stimulus-Response-Modell hin zu einem handlungstheoretisch geprägten Verständnis des aktiven Mediennutzers, wie es im Uses-and-Gratifications-approach zum Ausdruck kommt.

  • Grundlagen und begriffliche Klärung der Medienwirkung
  • Analyse und Kritik des behaviouristischen Stimulus-Response-Modells
  • Konzeption des aktiven Publikums im Rahmen der Handlungstheorie
  • Untersuchung des Uses-and-Gratifications-approach und des Eskapismus-Konzepts

Auszug aus dem Buch

Der Übergang zum aktiven Publikum – das handlungstheoretische Konzept

Seit dem Beginn der 70er Jahre wurde das aktive Publikum in der Massenkommunikationsforschung zum zentralen Untersuchungsgegenstand. (vgl. Schenk 1987:369). Die Mediennutzer, welche vorher als passive, reaktive, (mehr oder weniger) reizkontrollierte und in ihren Verhaltensweisen umweltdeterminierte Menschen angesehen worden waren, sah man nun als aktive Rezipienten. Diese waren in der Lage, selbstverantwortlich über das eigene Leben zu entscheiden (im Rahmen gesellschaftlicher Bedingungen) und auch ihr (Medien-) Handeln eigenständig und vor allem intentional zu gestalten (vgl. Schulz 1992:10).

Die zentrale Frage der Wirkungsforschung hatte sich gänzlich verändert, denn nun hieß es nicht mehr, „was machen die Medien mit den Menschen?“, sondern „was macht der Mensch mit den Medien?“.

Die handlungstheoretische Perspektive spricht den Individuen vor allem die Fähigkeit zur Reflexion zu und sieht sie in der Lage zu handeln, anstatt bloß zu reagieren (vgl. Schenk 1987:370). Die Inhalte der Massenmedien vermitteln den Rezipienten Sinnentwürfe und Deutungen der Welt. Diese werden den Rezipienten als Sinnsymboliken dargebracht, sind aber, nicht zu vergessen, de facto die Entwürfe und Deutungen der Medienproduzenten. Die Rezipienten haben nun die Aufgabe das von ihnen Rezipierte zu verarbeiten, zu deuten und zu interpretieren (vgl. Schulz 1992:10). Die Individuen definieren bzw. interpretieren die jeweilige Situation, wodurch die Medien nicht einfach als „Stimuli“ anzusehen sind, sondern ihre Bedeutung erst durch den Interpretationsprozeß des Handelnden erlangen (vgl. Schenk 1987:370). In dieser Perspektive stellt also „der Prozeß der Medienrezeption [...] ein aktives, realitätsverarbeitendes Handlungsgeschehen dar“ (Schulz 1992:10).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und erläutert den Wandel der zentralen Forschungsfrage von der Medienwirkung auf den Menschen hin zum aktiven Mediengebrauch durch den Menschen.

2. Medienwirkungen: Dieses Kapitel widmet sich der begrifflichen Definition von Medienwirkung, deren Abgrenzung von anderen Begriffen wie Funktion sowie der Herleitung des Kausalitätskonzepts aus den Naturwissenschaften.

3. Die Anfänge der Medienwirkungsforschung – das Stimulus-Response-Modell: Hier werden die Grundannahmen des behaviouristischen Reiz-Reaktions-Modells dargelegt und die darauf aufbauende wissenschaftliche Kritik analysiert.

4. Der Übergang zum aktiven Publikum – das handlungstheoretische Konzept: Dieses Kapitel beschreibt den Paradigmenwechsel, der Mediennutzer nun als aktive, intentional handelnde Individuen begreift, die Medieninhalte gemäß ihrer Lebenssituation interpretieren.

5. Der Uses-and-Gratifications-approach: Der Fokus liegt hier auf der Abkehr vom S-R-Modell, wobei das Eskapismus-Konzept sowie die theoretischen Hauptkomponenten und die methodische Kritik dieses Ansatzes diskutiert werden.

6. Schlussbemerkung: Der abschließende Teil fasst zusammen, dass die diskutierten Theorien heute als überholt gelten und nur als historische Entwicklungsschritte innerhalb der Wirkungsforschung zu verstehen sind.

Schlüsselwörter

Medienwirkungsforschung, Stimulus-Response-Modell, Uses-and-Gratifications-approach, Handlungstheorie, aktives Publikum, Mediennutzung, Eskapismus, Kausalitätskonzept, Rezeption, Bedürfnisbefriedigung, symbolische Interaktion, Medieninhalte, Medienpsychologie, Kommunikationswissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit bietet einen Überblick über die historische Entwicklung der Medienwirkungsforschung, beginnend bei frühen behaviouristischen Modellen bis hin zu handlungstheoretischen Ansätzen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Definition von Medienwirkung, die Kritik am Stimulus-Response-Modell, das Konzept des aktiven Publikums und der Uses-and-Gratifications-approach.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den wissenschaftlichen Paradigmenwechsel zu verdeutlichen, der von der Vorstellung einer einseitigen Medienwirkung hin zu einer aktiven und intentionalen Mediennutzung durch den Rezipienten geführt hat.

Welche methodische Vorgehensweise liegt zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Diskussion existierender kommunikationswissenschaftlicher Modelle und deren zeitgenössischer Kritik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, die Analyse des Stimulus-Response-Modells, die theoretische Wende zur Handlungstheorie und die detaillierte Vorstellung des Uses-and-Gratifications-Ansatzes.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Medienwirkungsforschung, Aktives Publikum, Eskapismus und Handlungsintention geprägt.

Was besagt das Eskapismus-Konzept im Kontext dieser Arbeit?

Das Konzept beschreibt die Mediennutzung als Flucht vor dem Alltag, um innere Spannungen abzubauen und Bedürfnisse wie stellvertretende Wunsch- und Traumerfüllung zu kompensieren.

Warum wird das Stimulus-Response-Modell in der Arbeit als überholt dargestellt?

Das Modell wird als veraltet eingestuft, da es den Rezipienten als passiv betrachtet, Kommunikationsprozesse rein linear-kausal sieht und psychologische sowie soziale Variablen der Mediennutzung vernachlässigt.

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Details

Title
Medienwirkungsforschung - Vom Stimulus-Response-Modell zum Uses-and-Gratifications-approach
College
University of Münster  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Course
Orientierungskurs
Grade
2
Author
Viktoria Kruse (geb. Bahle) (Author)
Publication Year
1998
Pages
14
Catalog Number
V8991
ISBN (eBook)
9783638158121
ISBN (Book)
9783638942874
Language
German
Tags
Medienwirkungsforschung Stimulus-Response-Modell Uses-and-Gratifications-approach Orientierungskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Viktoria Kruse (geb. Bahle) (Author), 1998, Medienwirkungsforschung - Vom Stimulus-Response-Modell zum Uses-and-Gratifications-approach, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8991
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