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Das Ende des Faschismus in Italien

Der Untergang des faschistischen Regimes im Zweiten Weltkrieg, seine Ursachen und die Radikalisierung des Regimes in der "Republicca di Salò"

Title: Das Ende des Faschismus in Italien

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Philipp Schnorbus (Author)

Politics - History of Political Systems
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Summary Excerpt Details

Das Jahr 1943 ist zweifelsfrei eines der dramatischsten der neueren italienischen Geschichte: Das faschistische Italien, das 1940 an der Seite Deutschlands in den Zweiten Weltkrieg eingetreten war, wurde mit der Landung der Alliierten auf Sizilien im Juli 1943 unmittelbares Kampfgebiet. Nur zwei Wochen später wurde der Diktator Benito Mussolini abgesetzt. Italien schloss im September einen Waffenstillstand mit den Alliierten und erklärte im Oktober dem vormaligen Verbündeten Deutschland den Krieg.
Gleichzeitig hatte Mussolini in den von den Deutschen besetzten Nordgebieten die „Repubblica Sociale Italiana“ (RSI) gegründet, die im offiziellen Geschichtsbild Italiens als das düsterste Kapitel bezeichnet wird (vgl. Reinhardt 2003: 289). Die radikalen und kompromisslosen Tendenzen des Faschismus, die in Italien seit der Machtergreifung Mussolinis 1922 bis zu dessen Absetzung im Juli 1943 nicht voll zur Geltung gekommen waren, äußerten sich nun in der von deutschen Truppen besetzten RSI. Die repressive Verfolgung der „Verräter“ des 25. Juli und der Partisanen, die Verfolgung und Deportation von italienischen Juden, für die die RSI-Regierung mitverantwortlich war, sowie das „Programm von Verona“ der Faschistischen Partei, das eine Wendung zu einem Linksfaschismus beinhaltete, waren die Bestandteile dieses radikalen Faschismus.
Die vorliegende Arbeit hat zwei Schwerpunkte: Zum einen werden die Ursachen für den Zusammenbruch des ersten faschistischen Regimes in Italien aufgezeigt. Zum anderen werden die Merkmale des radikalen Faschismus in der RSI herausgearbeitet. Die Ausarbeitung kann sich nicht nur auf die Umbruchsjahre 1943 bis 1945 beschränken, im Rahmen der bereits erwähnten Ursachenforschung muss auch auf die Außen- und Innenpolitik Italiens der 1930er Jahre eingegangen werden. Im ersten Hauptteil werden die Ursachen für das Ende der Herrschaft Mussolinis im Juli 1943 untersucht. Nach einer knappen Abhandlung über die Bildung der Regierung Badoglio und die Waffenstillstandsverhandlungen mit den Alliierten geht es im zweiten Hauptteil um die Analyse der Kennzeichen des radikalen Faschismus in der RSI. Da sich vor allem der Linksfaschismus und die Bekämpfung der Antifaschisten in der RSI an den Werten und Programmen aus der faschistischen Anfangszeit orientierten, wird in diesem Zusammenhang auch auf den Aufstieg und die Etablierung des Faschismus in Italien Bezug genommen. Es schließen sich Schlussbetrachtung und Fazit an.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Der Zusammenbruch des faschistischen Regimes 1943

2.1) Der Sturz Mussolinis und das Ende der faschistischen Herrschaft

2.2) Die Ursachen für den Zusammenbruch des faschistischen Regimes

2.2.1) Die wachsende Abhängigkeit vom Deutschen Reich und die

militärischen Niederlagen im Zweiten Weltkrieg

2.2.2) Mögliche innenpolitische Ursachen

2.2.3) Zwischenfazit zur Ursachenforschung

3) Die Bildung der Regierung Badoglio und der Waffenstillstand vom

September 1943

4) Die „Repubblica di Salò“

4.1) Die Gründung der „Repubblica di Salò“ im September 1943

4.2) Die Kennzeichen des radikalen Faschismus

4.2.1) Die Abrechnung mit den „Verrätern“ des 25. Juli 1943

4.2.2) Die Bekämpfung des antifaschistischen Widerstandes

4.2.3) Die Judenverfolgung

4.2.4) Der Linksfaschismus

4.3) Der Untergang der „Repubblica di Salò“ im April 1945

5) Schlussbetrachtung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen für den Zusammenbruch des faschistischen Regimes in Italien im Jahr 1943 sowie die Charakteristika des nachfolgenden, radikalisierten Faschismus in der „Repubblica di Salò“. Dabei wird analysiert, wie militärische Niederlagen, die Abhängigkeit von Deutschland und innenpolitische Faktoren das Ende der Herrschaft Mussolinis einleiteten und welche repressiven sowie ideologischen Wandlungen das Regime in seiner letzten Phase vollzog.

  • Die Analyse der Ursachen für den Zusammenbruch der faschistischen Herrschaft.
  • Die Untersuchung der Rolle Deutschlands und des Kriegsverlaufs für Italien.
  • Die Charakterisierung des radikalen Faschismus in der „Repubblica di Salò“.
  • Die Rolle der „Repubblica di Salò“ bei der Judenverfolgung und als Marionettenregime.
  • Die Bedeutung des Linksfaschismus im Kontext des Manifests von Verona.

Auszug aus dem Buch

4.2.1) Die Abrechnung mit den „Verrätern“ des 25. Juli 1943

Nach der Gründung der RSI setzte eine rücksichtslose, radikale Verfolgung und Bestrafung derer ein, die durch ihr Abstimmungsverhalten im Großen Faschistischen Rat oder durch Passivität zur Absetzung Mussolinis beigetragen hatten.

Dabei ging Mussolini zunächst zurückhaltend vor. Dies hatte zwei Gründe: Erstens befand sich unter denjenigen, die im Großen Faschistischen Rat für seine Absetzung gestimmt hatten, auch sein Schwiegersohn, sein ehemaliger Außenminister Graf Ciano, und zweitens fehlte ihm hartes Beweismaterial, um die Beteiligung seiner einstigen Mitarbeiter an dem Staatsstreich einzuschätzen (vgl. Deakin 1962: 634). Da Hitler ihn aber überzeugte, dass „Neuaufbau und Vergeltung […] Hand in Hand gehen“ (ebenda: 634) müssten, beugte sich Mussolini schließlich dem NS-Führer und auch dem radikalen Flügel des Faschismus um Farinacci und Pavolini, die vor allem eine Bestrafung Cianos forderten (vgl. Woller 1996: 53). Am 27. Oktober 1943 beschloss der RSI-Ministerrat die Einrichtung eines Sondertribunals zwecks Aburteilung von 19 Hauptverschwörern und darüber hinaus die Einrichtung außerordentlicher Provinzgerichte, die „a) Faschisten, die den Treueschwur auf die Idee gebrochen haben; b) diejenigen, die nach dem Staatsstreich […] den Faschismus und seine Einrichtungen verleumdet haben; c) diejenigen, die Faschisten und das Eigentum von Faschisten oder von faschistischen Organisationen oder das Eigentum und die Symbole des Faschismus selbst angegriffen haben“ (ebenda: 53 f.), zur Verantwortung ziehen sollten.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die dramatische Situation Italiens im Jahr 1943 ein und definiert die Schwerpunkte der Arbeit, die sowohl die Ursachen des Regimesturzes als auch die Merkmale des radikalen Faschismus in der RSI umfassen.

2) Der Zusammenbruch des faschistischen Regimes 1943: Das Kapitel analysiert den Sturz Mussolinis innerhalb der faschistischen Strukturen und untersucht die außen- sowie innenpolitischen Ursachen für den Zerfall des Regimes.

3) Die Bildung der Regierung Badoglio und der Waffenstillstand vom September 1943: Es wird die Errichtung der königlich-militärischen Diktatur unter Badoglio und der komplizierte Prozess des Waffenstillstands mit den Alliierten sowie die anschließende deutsche Besatzung beschrieben.

4) Die „Repubblica di Salò“: Der Hauptteil beschreibt die Gründung, die Terrorherrschaft und die Kennzeichen des radikalen Faschismus in der RSI bis zu ihrem Untergang im April 1945.

5) Schlussbetrachtung und Fazit: Das Fazit stellt die Unterschiede zwischen dem ursprünglichen faschistischen Regime und der RSI heraus und thematisiert den schwierigen Umgang der italienischen Gesellschaft mit diesem dunklen Kapitel der Geschichte.

Schlüsselwörter

Italien, Faschismus, Benito Mussolini, Repubblica di Salò, RSI, Zweiter Weltkrieg, Waffenstillstand, Radikaler Faschismus, Linksfaschismus, Judenverfolgung, Partisanen, Widerstand, Badoglio, Staatsstreich, Totalitarismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Endphase des faschistischen Regimes in Italien, angefangen beim Sturz Mussolinis im Jahr 1943 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs und der Existenz der „Repubblica di Salò“.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Ursachen des Zusammenbruchs der faschistischen Herrschaft, die Rolle der deutschen Besatzung, die Kennzeichen des radikalen Faschismus, die Judenverfolgung sowie der antifaschistische Widerstand.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für den Untergang des faschistischen Regimes aufzuzeigen und die radikalen, terroristischen Merkmale der „Repubblica di Salò“ herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, basierend auf einer Auswertung zeitgenössischer Literatur und wissenschaftlicher Sekundärquellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei Abschnitte: Die Ursachenforschung des Zusammenbruchs 1943 und die detaillierte Analyse der Charakteristika der „Repubblica di Salò“, einschließlich der Abrechnung mit „Verrätern“, Judenverfolgung und Linksfaschismus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Faschismus, RSI, Zweiter Weltkrieg, totalitärer Staat, Widerstand und Kollaboration geprägt.

Warum wird die „Repubblica di Salò“ als radikaler Faschismus bezeichnet?

Weil sie im Gegensatz zur ersten Phase des Faschismus eine kompromisslose und terroristische Form annahm, die zu den revolutionären Wurzeln zurückkehren wollte und eine deutlich repressivere Politik betrieb.

Wie bewertet der Autor die Mitverantwortung der italienischen Faschisten bei der Judenverfolgung?

Der Autor argumentiert, dass die Faschisten in der RSI keine bloßen Befehlsempfänger waren, sondern aus eigenem Antrieb als effiziente Helfer der Deutschen handelten und somit eine erhebliche politische Mitverantwortung tragen.

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Details

Title
Das Ende des Faschismus in Italien
Subtitle
Der Untergang des faschistischen Regimes im Zweiten Weltkrieg, seine Ursachen und die Radikalisierung des Regimes in der "Republicca di Salò"
College
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
„Das politische System Italiens nach zehn Jahren Mediendemokratie“
Grade
1,0
Author
Philipp Schnorbus (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V89605
ISBN (eBook)
9783638036207
ISBN (Book)
9783638933384
Language
German
Tags
Ende Faschismus Italien System Italiens Jahren Mediendemokratie“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Schnorbus (Author), 2006, Das Ende des Faschismus in Italien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89605
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