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Instrumentenkunde in Schulbüchern

Ein Überblick ohne Wertung?

Title: Instrumentenkunde in Schulbüchern

Term Paper , 2007 , 19 Pages

Autor:in: Holger Plottke (Author)

Musicology - Miscellaneous
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1. Einleitung
In der „abendländischen Welt“ hat man eine relativ klare Vorstellung über die Einteilung von Musikinstrumenten. Den meisten Menschen ist eine Einteilung in Streichinstrumente, Holzblasinstrumente, Blechblasinstrumente, Tasteninstrumente und Schlaginstrumente geläufig. Selbst Musikstudenten fallen bei der Aufgabe, Musikinstrumente anhand einer graphischen Darstellung zu systematisieren, im Seminar auf Grundzüge dieser Einteilung zurück.
Bei drei verschiedenen Darstellungen findet sich einmal genau diese Einteilung, wobei die Streichinstrumente mit Zupfinstrumenten zu Saiteninstrumenten und Holz- und Blechblasinstrumente zu Blasinstrumenten zusammengefasst werden. Diese Gruppe bezieht sich in ihrer Einteilung der Tasteninstrumente allerdings auch auf die Systematik nach Hornbostel und Sachs, die die Instrumente nach dem Klang erzeugenden Material einteilen, also in Cordophone, Aerophone, Idiophone und Membranophone. Die zweite Gruppe teilt ausschließlich nach dieser Systematik ein .
Die dritte Gruppe fällt ein wenig heraus. Hier werden Instrumente nach abendländischen Instrumenten, außereuropäischen Instrumenten, „Schul“instrumenten und volkstümlichen Instrumenten sortiert . Aber auch bei dieser recht eigenwilligen Einordnung findet sich bei den abendländischen Instrumenten die Einteilung in Schlag-, Blas- und Streichinstrumente. Obwohl nicht namentlich genannt, finden sich auch die Gruppen Tasten-, (linker Unterpunkt) und Zupfinstrumente (letzter rechter Unterpunkt) wieder. Auch bei den „Schul“instrumenten taucht dieses Schema bei der Einteilung in Bläser-, und Streicherklassen auf.
Diese Systematisierung sitzt anscheinend in den Köpfen der „Abendländer“ ziemlich fest. Selbst Musikstudenten können sich bei der freien Einteilung von Instrumenten nicht von vorhandenen Schemata lösen. Woher kommen diese Schemata? Und wie kommen Wertungen zustande wie in der dritten Studentengruppe?
Zunächst soll an zwei Beispielen gezeigt werden, welche unterschiedlichen Systematisierungen es gibt. Alle existierenden können nicht betrachtet werden. Danach sollen einige Schulbücher für den Musikunterricht in Bezug auf diese Systematisierungen betrachtet werden. Hierzu werden verschiedene Schulbücher aus mehreren Jahrzehnten und auch in verschiedene Ausgaben desgleichen Buches betrachtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorhandene Systematiken

2.1. Hornbostel und Sachs

2.2. Das natürliche System der Instrumente

2.3. Andere Gesichtspunkte

3. Systematiken in Schulbüchern

3.1. Musik im Leben

3.2. Musik um uns

3.3. Banjo

3.4. Spielpläne

3.4.1. Spielpläne 1984

3.4.2 Spielpläne 1991

3.4.3 Spielpläne 2005 (2. Auflage)

3.4.4. Zusammenfassung

4. Vergleich der Schulbücher

5. Zusammenfassung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die systematische Einteilung von Musikinstrumenten in verschiedenen Schulbuchreihen über mehrere Jahrzehnte hinweg. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit diese Lehrmaterialien trotz wissenschaftlicher Alternativen an traditionellen Schemata festhalten und welche impliziten Wertungen durch die Auswahl und Darstellung der Instrumente vorgenommen werden.

  • Analyse musikwissenschaftlicher Systematisierungen (u.a. Hornbostel und Sachs, Heyde)
  • Vergleichende Untersuchung didaktischer Instrumentenkunde in Schulbüchern
  • Reflexion über die Rolle von Instrumentenklassifikationen im Musikunterricht
  • Bewertung der didaktischen Aufbereitung von Instrumentenkunde (z. B. Spielpläne vs. Banjo)
  • Diskussion kultureller Perspektiven und der Ausgrenzung nicht-abendländischer Instrumente

Auszug aus dem Buch

3.3. Banjo

Die Schulbuchreihe „Banjo“ aus den späten 70er Jahren teilt die Instrumentenkunde auf zwei Bücher auf. Im Band für die 5.-6. Klasse werden hauptsächlich Blas- und Saiteninstrumente behandelt. Das Kapitel beginnt jedoch über einfache Instrumente aus Zungen, wie z.B. die Maultrommel, die Spieluhr oder die afrikanische Sanza. Es werden auch Anregungen zum selber bauen von Instrumenten gegeben. Diese Anregungen werden auch in den folgenden Abschnitten weiter vorgestellt.

Obwohl die übliche Einteilung in die bekannten Instrumentengruppen auch hier erfolgt, wenn sie auch nicht explizit genannt wird, so geschieht dies durch die verwendete Reihenfolge der Instrumente, tauchen doch Instrumente auf, die ungewöhnlich erscheinen. So werden historische Instrumente wie die Zinken, in der klassischen Musik ungebräuchliche, wie Jagdhorn, Dudelsack oder Panflöte, und auch aus anderen Kulturen stammende wie die Elfenbeintrompete der Dan erwähnt.

Im Band für die 7.-10. Klasse folgen nun noch Schlaginstrumente, die recht ausführlich behandelt werden, und elektronische Instrumente und ihre Entwicklung. Am Ende des Buches folgt noch ein anschauliches Kapitel über den Gitarrenbau.

Die Reihe „Banjo“ ist insgesamt im Gebiet Instrumentenkunde sehr ausführlich und breit gefächert, stützt sich aber doch auf die bekannten Muster.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung des Forschungsinteresses an Instrumenteneinteilungen in Schulbüchern und Aufzeigen der weit verbreiteten, traditionellen Schemata.

2. Vorhandene Systematiken: Überblick über musikwissenschaftliche Ansätze wie Hornbostel/Sachs und das natürliche System von Heyde zur Klassifizierung von Instrumenten.

3. Systematiken in Schulbüchern: Detaillierte Analyse verschiedener Schulbuchreihen („Musik im Leben“, „Musik um uns“, „Banjo“, „Spielpläne“) hinsichtlich ihrer didaktischen Instrumentenvorstellung.

4. Vergleich der Schulbücher: Gegenüberstellung der didaktischen Konzepte und der instrumentenkundlichen Tiefe der untersuchten Lehrmaterialien.

5. Zusammenfassung: Resümee über die Stärken und Schwächen der betrachteten Schulbücher im Kontext der Instrumentenvermittlung.

6. Fazit: Kritische Reflexion über die Wirkung starrer Einteilungsschemata im Unterricht und die Notwendigkeit einer differenzierteren Instrumentenvermittlung.

Schlüsselwörter

Musikinstrumente, Instrumentenkunde, Schulbuch, Didaktik, Systematik, Hornbostel und Sachs, Musikunterricht, abendländische Instrumente, Schlaginstrumente, Saiteninstrumente, Blasinstrumente, Musikpädagogik, Klassifikation, außereuropäische Instrumente, Unterrichtsmaterial

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Musikinstrumente in verschiedenen Schulbüchern für den Musikunterricht kategorisiert werden und ob diese Einteilungen wissenschaftlichen Kriterien entsprechen oder ein starres, überliefertes Schema widerspiegeln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die didaktische Reduktion von Instrumentenkunde, die Analyse der verwendeten Systematisierungsmodelle und der Umgang mit außereuropäischen sowie historischen Instrumenten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Art und Weise der Instrumentenvorstellung in Schulbüchern das Bild der Schüler von Musikinstrumenten prägt und welche (oft unbewussten) Wertungen dabei vorgenommen werden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor nutzt eine vergleichende Analyse von Schulbuchausgaben über mehrere Jahrzehnte hinweg sowie den theoretischen Rückgriff auf musikwissenschaftliche Klassifikationssysteme.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Schulbuchreihen wie „Spielpläne“, „Banjo“, „Musik um uns“ und „Musik im Leben“ und bewertet deren Ansatz bei der Vermittlung von Instrumentenfamilien und kulturellen Hintergründen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Instrumentenkunde, Didaktik, Musikschulbücher, Klassifikation und Systematik geprägt.

Warum ist das "natürliche System" nach Heyde für den Unterricht oft ungeeignet?

Wie der Autor ausführt, ist dieses System für jüngere Schüler der Klassen 5-6 zu komplex und technisch, da es den Spieler und die physikalischen Abläufe in einer Art integriert, die selbst Studierende vor Herausforderungen stellt.

Welche Rolle spielt die Auswahl der Instrumente in den Schulbüchern?

Der Autor kritisiert, dass durch die bewusste Auslassung bestimmter Instrumentengruppen in Schulbüchern eine implizite Wertung stattfindet, die Instrumente als „wertvoller“ oder „unwichtiger“ einstuft, ohne dies explizit zu begründen.

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Details

Title
Instrumentenkunde in Schulbüchern
Subtitle
Ein Überblick ohne Wertung?
College
Academy of Music and Arts Hanover
Author
Holger Plottke (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V89243
ISBN (eBook)
9783638026307
ISBN (Book)
9783638942263
Language
German
Tags
Instrumentenkunde Schulbüchern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Holger Plottke (Author), 2007, Instrumentenkunde in Schulbüchern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89243
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