„Die Einheit aller Christen wiederherstellen zu helfen ist eine der Hauptaufgaben des Heiligen Ökumenischen Zweiten Vatikanischen Konzils.“
Mit diesem Satz leiten die Konzilsväter die Lehre des Konzils über das Verhältnis der katholischen Kirche zu den nichtkatholischen Kirchen und Christen im Dekret über den Ökumenismus 'Unitatis Redintegratio' ein.
Um die offizielle und institutionelle Konversion der katholischen Kirche zur ökumenischen Dynamik feststellen zu können, muss man bis zur Einberufung des 2. Vatikanischen Konzils zurückgehen. Angelo Roncalli war im Verlauf seiner verschiedenen Nuntiaturen orthodoxen Christen begegnet. Papst geworden, schreibt er unter dem Namen Johannes XXIII. das vordringliche Bemühen um die Einheit aller Christen auf die Tagesordnung des Konzils. Zu Beginn der 2. Sitzungsperiode hat sein Nachfolger Papst Paul VI. in der grundsätzlichen Eröffnungsrede, die er „als eine Vorwegnahme seines ‚Regierungsprogramms’ verstand, erklärt, die ökumenische Annäherung sei eines der Ziele um dessentwillen das Konzil von Johannes XXIII. einberufen wurde. „Vierzig Jahre später stellt Hans Küng [in seinem Buch „Erkämpfte Freiheit“ ] seine Erinnerungen an den ‚Papst, der Christ war’ auch unter die Überschrift ‚Kirchenpolitische Wende: der erste ökumenische Papst’“.
Mit 'Lumen gentium' und 'Unitatis redintegratio' wurde die Vorherrschaft des Papstes und seine Unfehlbarkeit, einmal auf dem Ersten Vatikanischen Konzil proklamiert, bestätigt. Und dennoch wurde der Anspruch der römisch-katholischen Kirche, die einzig wahre zu sein, in Formulierungen ausgedrückt, die eine positivere Beurteilung anderer Gemeinschaften gestatten.
Aktuell darf man den Eindruck gewinnen, dass die Frage der Ökumene sich darauf konzentriert, was bereits die Gruppe von Le Dombes beschrieb: Lernen vom Anderen. Die Möglichkeit „Rückkehrökumene“ herrschte lange genug vor. Doch den Anderen zum eigenen Standpunkt zurückzuholen wird mehr und mehr als Nahziel aufgegeben.
Inhaltsverzeichnis
- 1. EINLEITUNG
- HAUPTTEIL
- 2.
- 2.1. Das Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen
- 2.2. Gebetswoche für die Einheit der Christen
- 2.2.1. Die Gruppe von Dombes
- 2.2.1.3. Konfessionelle Umkehr
- 2.2.2. Taizé
- 2.2.1. Die Gruppe von Dombes
- 2.3. Ökumene-Enzyklika „Ut unum sint“
- 2.4. Die Protestanten
- 2.4.1. Katholisch-Lutherische Gespräche in den USA
- 2.4.2. Katholisch-Lutherischer Dialog in Deutschland
- 2.5. Weitere Dialoge zwischen der katholischen Kirche und anderen Kirchen bzw. Gemeinschaften
- 2.6. Erklärung „Dominus Iesus“
- 3. SCHLUSSPERSPEKTIVE
- 2.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit dem Papstamt und dem geistlichen Amt in der Kirche im ökumenischen Disput, wobei der Fokus auf dem nachkonziliaren Dialog liegt. Die Arbeit analysiert, wie sich das Papsttum im ökumenischen Diskurs entwickelt hat und welche Herausforderungen es dabei zu bewältigen gilt.
- Die Rolle des Papstes im ökumenischen Dialog
- Die Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils für die Ökumene
- Der Einfluss des Sekretariats zur Förderung der Einheit der Christen
- Die Bedeutung von Gebetswochen und Dialoggruppen
- Die Herausforderungen des ökumenischen Dialogs
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Bedeutung der Einheit der Christen und die Rolle des Zweiten Vatikanischen Konzils für die Ökumene hervorhebt. Im Hauptteil werden verschiedene Aspekte des ökumenischen Dialogs zwischen der katholischen Kirche und anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften betrachtet. Hierzu gehören das Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen, die Gebetswoche für die Einheit der Christen, die Gruppe von Dombes, die Ökumene-Enzyklika „Ut unum sint“, der Dialog mit den Protestanten, weitere Dialoge mit anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften sowie die Erklärung „Dominus Iesus“. Die Arbeit schließt mit einer Schlussbetrachtung, die die zukünftige Entwicklung des ökumenischen Dialogs und die Rolle des Papstes darin erörtert.
Schlüsselwörter
Papstamt, geistliches Amt, Kirche, Ökumene, Dialog, Einheit der Christen, Zweites Vatikanisches Konzil, Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen, Gebetswoche, Gruppe von Dombes, Taizé, „Ut unum sint“, Protestanten, „Dominus Iesus“
Häufig gestellte Fragen
Welche Bedeutung hatte das Zweite Vatikanische Konzil für die Ökumene?
Das Konzil markierte eine offizielle Wende der katholischen Kirche hin zur ökumenischen Dynamik, insbesondere durch Dokumente wie „Unitatis Redintegratio“, die eine positivere Sicht auf andere christliche Gemeinschaften ermöglichten.
Was thematisiert die Enzyklika „Ut unum sint“?
In dieser Enzyklika bekräftigte Papst Johannes Paul II. das unwiderrufliche Engagement der katholischen Kirche für die Ökumene und lud zum Dialog über die Ausübung des Papstamtes ein.
Was ist die „Gruppe von Dombes“?
Dies ist ein inoffizieller ökumenischer Dialogkreis aus katholischen und protestantischen Theologen, der wichtige Vorarbeiten zur Verständigung über strittige Fragen wie das Papstamt geleistet hat.
Warum ist die Erklärung „Dominus Iesus“ umstritten?
Die im Jahr 2000 veröffentlichte Erklärung betonte erneut den Einzigkeitsanspruch der katholischen Kirche, was von vielen ökumenischen Partnern als Rückschritt im Dialog empfunden wurde.
Was versteht man unter „Rückkehrökumene“?
Dies ist ein älteres Konzept, das davon ausging, dass die Einheit der Christen nur durch die Rückkehr der anderen Kirchen in den Schoß der katholischen Kirche erreicht werden kann – ein Modell, das heute weitgehend vom Dialog auf Augenhöhe abgelöst wurde.
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- Christian Kalis (Author), 2008, Papsttum im nachkonziliaren Dialog, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89238