Non-Profit-Organisationen im Tourismus – Ist das möglich? In einem Markt, der von gewinnorientierten Reiseveranstaltern dominiert wird, stellt sich die Frage, ob und in welcher Art und Weise nicht-gewinnorientierte Organisationen, wie kirchliche und karitative Träger, Landessportbünde, Gewerkschaften und Parteien ihren Mitgliedern spezielle Reiseangebote anbieten können.
Bisher wurden Non-Profit-Organisationen aus verschiedenen Branchen heraus betrachtet und analysiert, leider bisher noch nicht im Bezug auf den Tourismus.
Ziel dieser Arbeit ist es, anhand von exemplarischen Gesichtspunkten einen Überblick über das touristische Marktvolumen von nicht-gewinnorientierten Organisationen hinsichtlich ihrer Angebots- und Finanzierungsstrukturen, der Personalsituationen, der Organisationsstrukturen, sowie der Rechtsstrukturen zu geben.
In Kapitel 2 „Non-Profit-Organisationen in Deutschland“ wird die Begrifflichkeit der Non-Profit-Organisation im Allgemeinen definiert (Punkt 2.1) und eine Abgrenzung von Profit- und Non-Profit-Oganisationen vorgenommen (Punkt 2.2).
Der Faktor Arbeit, insbesondere die ehrenamtliche Tätigkeit in Non-Profit-Organisationen wird in Punkt 2.3 betrachtet.
Es folgen die Finanzierungsarten von Non-Profit-Organisationen (Punkt 2.4), sowie die Einbettung und Koexistenz von Non-Profit-Organisationen innerhalb des Dritten Sektors, neben den Sektoren Staat und Markt (Punkt 2.5).
Abschließend zum zweiten Kapitel werden die Organisationsstrukturen der Rechtsformen im Dritten Sektor analysiert.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich ausschließlich mit dem Angeboten und Strukturen von touristisch ausgelegten Non-Profit-Organisationen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Non-Profit-Organisationen in Deutschland
2.1 Der Begriff der Non-Profit-Organisation
2.2 Abgrenzung von Profit- und Non-Profit-Organisationen
2.3 Der Faktor Arbeit: Die ehrenamtliche Tätigkeit
2.4 Die Finanzierung von Non-Profit-Organisationen
2.5 Der Dritte Sektor - Zwischen Staat und Markt
2.6 Die Organisationsstrukturen der Rechtsformen im Dritten Sektor
3 Non-Profit-Organisationen im Tourismus
3.1 Der Bereich des Schwarztourismus
3.2 Der Markt der Kinder- und Jugendreisen in Deutschland
3.3 Kirchliche Träger in touristischen NPO am Beispiel des katholischen Ferienwerkes Oberhausen e.V.
3.4 Kinder- und Jugendreisen am Beispiel des Jugendferienwerkes des Landessportbundes Nordrhein Westfalen e.V.
3.5 Karitative Träger in touristischen NPO am Beispiel der AWO-Reisedienst GmbH und dem Caritas Reisen e.V.
3.6 Gewerkschaften und Reisen - Ein Überblick
3.7 Das Reiseangebot deutscher Parteien an Beispielen der SPD-Reise-Service GmbH und CDU-Reisen
4 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über das touristische Marktvolumen von nicht-gewinnorientierten Organisationen zu geben, wobei insbesondere deren Angebots- und Finanzierungsstrukturen, die Personalsituation sowie die Organisations- und Rechtsstrukturen untersucht werden.
- Analyse des touristischen Marktes im Dritten Sektor
- Untersuchung von Schwarztourismus und rechtlichen Anforderungen
- Darstellung von Angebotsstrukturen bei Kinder- und Jugendreisen
- Beleuchtung der Rolle von kirchlichen Trägern, Sportbünden, Gewerkschaften und Parteien als Reiseanbieter
- Diskussion der Finanzierung und der Rolle ehrenamtlicher Arbeit in NPO
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Bereich des Schwarztourismus
In den letzten Jahren ist im Tourismus zunehmend der Begriff des „Schwarztourismus“ gefallen. „Schwarztourismus“, oder auch „Paratourismus“ genannt, wird von Organisationen aus dem Dritten Sektor betrieben. Dies sind in der Regel Vereine, Kirchen, Kommunen, Privatpersonen oder gemeinnützige Organisationen, die Reiseaktivitäten ohne eine Einbindung von Mittlern, wie Reisebüros oder Reiseveranstaltern anbieten, organisieren und durchführen.
„Schwarztourismus“ kann nach Rossmann wie folgt definiert werden:
„Unter Schwarz- oder Paratourismus werden alle Personen und Institutionen verstanden, die im Sinne des Gesetzes als Pauschalreiseveranstalter auftreten, touristische Angebote organisieren und kommerziell vermarkten ohne gesetzliche Vorgaben der Gewerbe- oder Personenbeförderungsordnung oder der Steuergesetzgebung einzuhalten. Eine Gewinnerzielungsabsicht muss nicht vorliegen.“34
Dadurch, dass es sich beim „Schwarztourismus“ gerade um einen Schwarzmarkt handelt, der sich in seinen Rahmenbedingungen außerhalb von rechtlich klar definierten Rahmenbedingungen bewegt, ist es kaum möglich genaue Zahlen und Ausmaße ökonomisch darzustellen. Fakt ist aber, dass gerade in Deutschland ein immenses Potential im Bereich des Schwarztourismus bei der Fülle von freiwilligen Mitgliedern eingetragener Vereine besteht (Vergleich Kapitel 2.3, Abbildung 4).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage, ob und wie nicht-gewinnorientierte Organisationen im von Profit-Unternehmen dominierten Tourismusmarkt bestehen können, und definiert das Ziel der Arbeit.
2 Non-Profit-Organisationen in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Non-Profit-Organisation, die Abgrenzung zum Profit-Sektor, die Bedeutung des Ehrenamts, die Finanzierung sowie die Einordnung in den Dritten Sektor.
3 Non-Profit-Organisationen im Tourismus: Dieser Teil analysiert das spezifische touristische Angebot von NPO, beginnend mit der Problematik des Schwarztourismus bis hin zu konkreten Beispielen kirchlicher, sportlicher, karitativer, gewerkschaftlicher und parteipolitischer Träger.
4 Ausblick: Der Ausblick fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit der rechtlichen Absicherung sowie die Herausforderungen bei der staatlichen Subventionierung von NPO-Reisen.
Schlüsselwörter
Non-Profit-Organisationen, Tourismus, Dritter Sektor, Schwarztourismus, Reiseveranstalter, Gemeinnützigkeit, ehrenamtliche Tätigkeit, Finanzierung, Fundraising, Kinder- und Jugendreisen, Seniorenreisen, Sozial-Ökonomische Allianzen, Vereinsrecht, Reiserecht, Pauschalreise
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie nicht-gewinnorientierte Organisationen (NPO) wie Kirchen, Sportvereine, Gewerkschaften und Parteien spezielle Reiseangebote für ihre Mitglieder gestalten und welche Besonderheiten dabei bestehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Definition und Einordnung von NPO, die Finanzierungsstrukturen, der Faktor der ehrenamtlichen Arbeit sowie die spezifischen touristischen Angebote und deren rechtliche Einbettung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über das touristische Marktvolumen von nicht-gewinnorientierten Organisationen unter Berücksichtigung ihrer Angebots-, Finanzierungs-, Personal- und Rechtsstrukturen zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von statistischen Erhebungen und exemplarischen Fallbeispielen von Organisationen aus dem touristischen Non-Profit-Bereich.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der NPO sowie die detaillierte Analyse touristischer Angebote, unterteilt in verschiedene Trägergruppen wie kirchliche, karitative und sportliche Organisationen sowie Gewerkschaften und Parteien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Non-Profit-Organisationen, Dritter Sektor, Schwarztourismus, Gemeinnützigkeit und Reiseveranstaltung charakterisiert.
Was versteht man in diesem Kontext unter "Schwarztourismus"?
Schwarztourismus bezeichnet touristische Aktivitäten von Organisationen aus dem Dritten Sektor, die Reiseleistungen erbringen, ohne die gesetzlichen Vorgaben für Reiseveranstalter (z.B. Pauschalreiserecht) einzuhalten.
Wie gehen NPO mit den rechtlichen Anforderungen als Reiseveranstalter um?
Viele Organisationen professionalisieren sich, indem sie eigene, auf das Reisen spezialisierte GmbHs gründen oder mit etablierten Reisebüros kooperieren, um rechtliche Absicherung, wie etwa die Insolvenzabsicherung, zu gewährleisten.
Warum ist das Jugendferienwerk des LSB NRW ein besonderes Beispiel?
Es wird als Beispiel für eine Organisation angeführt, die durch eine professionelle Katalogerstellung in Kooperation mit Agenturen und eine klare Gemeinnützigkeitsstrategie den Spagat zwischen pädagogischem Auftrag und ökonomischer Effizienz meistert.
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Betriebsw. (FH) Stefan Gorniok (Autor:in), 2008, Non-Profit-Organisationen im Tourismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89215