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Probleme der betrieblichen Interessenvertretung

Eine Negotiated Order Theory Analyse

Titel: Probleme der betrieblichen Interessenvertretung

Hausarbeit , 2006 , 31 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Christoph Monnard (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Schnelle Veränderungen von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, hervorgerufen durch verschärfte Konkurrenz aufgrund von Internationalisierung und Globalisierung der Märkte, prägen das heutige Bild der Wirtschaft. Um sich schnell auf diese neuen Rahmenbedingungen einstellen zu können, müssen Betriebe und Unternehmen flexibel sein, um ihr Überleben zu sichern und um Gewinne erzielen zu können. Sehr steif angelegte Unternehmensorganisationen oder Strukturen, führen dabei meist zu einer gewissen Trägheit, weshalb eine schnelles Reagieren auf neue Bedingungen häufig nicht möglich ist. Eine häufiger werdende Managementstrategie bei diesen Unternehmen, ist eine Umstrukturierung des Unternehmens, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Diese Entwicklung kann daran belegt werden, dass „seit den achtziger Jahren in der Industriesoziologie verstärkt über Restrukturierungsprozesse auf Unternehmensebene diskutiert wird (vgl. Hurrle u. Hurrle 1995: 149-150). Speziell die Unternehmensvernetzung ist hierbei eine der häufig genannten Formen. Allerdings auch häufig im negativen Sinne, da diese Reorganisationsform oft zu einer Abnahme der Beschäftigtenzahlen in den betroffenen Betrieben führt (vgl. Hurrle u. Hurrle 1995: 150). Neben dem Industriesektor finden diese Restrukturierungsprozesse in Form von Unternehmensvernetzung allerdings auch vermehrt auf dem Dienstleistungssektor statt (vgl. Riess 1995: 134).
In dieser Arbeit wird daher untersucht, warum Dienstleistungsunternehmen in den letzten zwei Jahrzehnten häufiger Netzwerkbeziehungen eingegangen sind, wie diese zu Stande kamen und welche Auswirkungen diese Unternehmensvernetzungen auf die Akteure der industriellen Beziehungen haben. Dabei wird der Fokus auf die Prozesse und nicht auf die Strukturen innerhalb einer Netzwerkbeziehung und deren Entstehung gelegt.
Als theoretischer Rahmen wird daher in dieser Arbeit ein handlungstheoretischer Ansatz verwendet. Und zwar die Negotiated Order Theory ausgehend von dem Ansatz von Anselm Strauss. Die ausführliche Darstellung der Negotiated Order Theory bildet dabei einen Schwerpunkt, da an der Unternehmensvernetzung bzw. der betrieblichen Interessenvertretung in Unternehmungsnetzwerken untersucht werden soll, ob die NOT eine adäquate Analyse der Untersuchungsgegenstände geben kann. Insbesondere im Hinblick auf einen Wandel der industriellen Beziehungen durch die Reorganisationsform der Unternehmensvernetzung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Negotiated Order Theory

2.1 Negotiations als Aus- und Verhandlungsprozesse

2.2 Das Konzept der social worlds

2.3 Stile industrieller Beziehungen und Routinen

2.4 Macht in der Negotiated Order Theory

3. Unternehmensvernetzung

3.1 Unternehmensvernetzung durch Quasi-Externalisierung

3.2 Betriebliche Interessenvertretung in Unternehmensnetzwerken

4. Quasi-Externalisierung einer Lebensmittelabteilung

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von Unternehmensvernetzungen, insbesondere durch Quasi-Externalisierung, auf die betriebliche Interessenvertretung in Dienstleistungsunternehmen. Dabei wird analysiert, inwiefern die "Negotiated Order Theory" nach Anselm Strauss als theoretischer Rahmen geeignet ist, um die neuartigen Arbeitsbeziehungen und die Machtdynamiken zwischen Management und Betriebsrat innerhalb solcher Netzwerkstrukturen zu erklären.

  • Analyse der Negotiated Order Theory als handlungstheoretischer Ansatz.
  • Untersuchung von Unternehmensvernetzung als Managementstrategie zur Flexibilisierung.
  • Bedeutung der Quasi-Externalisierung für die betriebliche Mitbestimmung.
  • Rolle von informellen Verhandlungsprozessen und Machtasymmetrien.
  • Fallstudienbasierte Analyse der Interessenvertretung im Einzelhandel.

Auszug aus dem Buch

2. Negotiated Order Theory

Die Negotiated Order Theory (im Folgenden kurz NOT) wird zu den handlungstheoretischen Ansätzen der industriellen Beziehungen gezählt. Den gegensätzlichen Part bilden die systemtheoretischen Ansätze. Als Unterschiede zwischen den beiden Kategorisierungen können genannt werden, dass die systemtheoretischen Ansätze „die Strukturen der industriellen Beziehungen, deren Funktionsweise sowie die geltenden Regeln und Normen betrachten“ (König 2005: 29) und die handlungstheoretischen Ansätze die Interaktionen der handelnden Akteure betrachten (vgl. König 2005: 29). Eine der Spielarten der handlungstheoretischen Ansätze ist die NOT.

König führt die NOT als handlungstheoretischen Ansatz auf den symbolischen Interaktionismus von Mead zurück bzw. genauer auf die Weiterführung des symbolischen Interaktionismus durch Blumer: „Der (…) Negotiated Order-Ansatz kann als Forschungsrichtung interpretiert werden, die die Blumer´schen Gedanken aufgreift, aber dabei die einseitig handlungstheoretische Betrachtungsweise aufzuheben versucht.“ (König 2005: 82).

„Anknüpfend an Meads Ausführungen zu den ´symbolischen Gesten´ entwickelt Blumer die Vorstellung, dass miteinander agierende Akteure gegenseitig darauf Acht geben, was ihr Gegenüber tut bzw. will oder ob die Vorhaben zu den Gruppennormen und –vorstellungen passen. Dementsprechend prüfen sie ihre eigenen Absichten und Wünsche, bekräftigen eigene Pläne, ändern diese ab oder entwerfen neue – kurz, bringen ihre eigenen Handlungspläne in Einklang mit denen anderer.“ (König 2005: 77-78).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Restrukturierungsprozesse durch Unternehmensvernetzung im Dienstleistungssektor ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie den theoretischen Rahmen der Negotiated Order Theory.

2. Negotiated Order Theory: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des handlungstheoretischen Ansatzes der Negotiated Order Theory nach Strauss sowie die Konzepte von "social worlds", Verhandlungskontexten, Routinen und Macht innerhalb dieser Theorie.

3. Unternehmensvernetzung: Hier werden Formen der Unternehmensvernetzung wie die Quasi-Externalisierung definiert und die spezifischen Herausforderungen für die betriebliche Interessenvertretung in solchen Organisationsformen erörtert.

4. Quasi-Externalisierung einer Lebensmittelabteilung: Anhand einer Fallstudie aus dem Einzelhandel wird analysiert, wie sich die Quasi-Externalisierung konkret auf die Verhandlungsprozesse und die Machtstellung des Betriebsrats auswirkt.

5. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Erklärungskraft der Negotiated Order Theory sowie die rechtlichen Defizite bei der Mitbestimmung in Unternehmensnetzwerken.

Schlüsselwörter

Negotiated Order Theory, Unternehmensvernetzung, Quasi-Externalisierung, betriebliche Interessenvertretung, Betriebsrat, industrielle Beziehungen, Mitbestimmung, Verhandlungsprozesse, soziale Welten, Machtasymmetrie, Dienstleistungssektor, Arbeitsbeziehungen, Organisationssoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Reorganisation von Unternehmen durch Unternehmensvernetzungen, insbesondere durch Quasi-Externalisierung, auf die betriebliche Interessenvertretung auswirkt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Anwendung der Negotiated Order Theory auf industrielle Beziehungen, die Dynamik von Verhandlungsprozessen in Netzwerkunternehmen und die Herausforderungen für Betriebsräte bei der Mitbestimmung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, ob die Negotiated Order Theory eine adäquate theoretische Analyse von Interessenvertretungsprozessen in Unternehmensnetzwerken ermöglicht, insbesondere im Hinblick auf Machtverhältnisse.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse, basierend auf einer Fallstudie von Wirth über 14 Einzelhandelsunternehmen, um die theoretischen Konzepte auf die Praxis anzuwenden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der theoretischen Fundierung (NOT), der Definition von Unternehmensvernetzung und deren praktischer Auswirkung auf Arbeitsverhältnisse und Mitbestimmung im Einzelhandel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Negotiated Order Theory, Quasi-Externalisierung, betriebliche Interessenvertretung, Machtasymmetrie und industrielle Beziehungen.

Wie wirkt sich die Quasi-Externalisierung auf die Zuständigkeit des Betriebsrats aus?

Die rechtlichen Grenzen des Begriffs "Betrieb" im Betriebsverfassungsgesetz führen dazu, dass der Betriebsrat des ausgliedernden Unternehmens oft keine formale Zuständigkeit für die Beschäftigten des Kooperationspartners hat.

Warum spielt die Informationspolitik des Managements eine wichtige Rolle für den Betriebsrat?

Informelle Informationen aus dem mittleren Management dienen dem Betriebsrat als Machtquelle, um Verhandlungsprozesse zu beeinflussen, da formale rechtliche Grundlagen in Netzwerkstrukturen oft unzureichend sind.

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Details

Titel
Probleme der betrieblichen Interessenvertretung
Untertitel
Eine Negotiated Order Theory Analyse
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Neuere Theorien der Arbeitsbeziehungen
Note
2,0
Autor
Christoph Monnard (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
31
Katalognummer
V89177
ISBN (eBook)
9783638025935
ISBN (Buch)
9783638927024
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Probleme Interessenvertretung Neuere Theorien Arbeitsbeziehungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Monnard (Autor:in), 2006, Probleme der betrieblichen Interessenvertretung , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89177
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Leseprobe aus  31  Seiten
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