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Die Wesenszüge der peisistratidischen Herrschaft

Title: Die Wesenszüge der peisistratidischen Herrschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 42 Pages , Grade: 1+ (sehr gut plus)

Autor:in: Michael Leissner (Author)

World History - Early and Ancient History
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In einer Hauptseminararbeit allein auf die Wesenszüge der peisistratidischen Herrschaft in Athen einzugehen, ohne zumindest einige kurze Bemerkungen auf die Quellenlage einzubringen, erschiene dem Verfasser fragwürdig. Denn hier liegen die Grundlagen für jegliche Diskussion der Problematik. So wird zunächst auf die Quellensituation, darauf folgend auf die politische Ausgangssituation des Peisistratos einzugehen sein. Ohne die ist ein Verständnis der Wesenszüge seiner Herrschaft recht schwierig.
Im auffallenden Gegensatz zur Zeit der persischen Kriege und der nachfolgenden Ereignisse der athenischen Geschichte sind für die Zeit des sechsten Jahrhunderts schriftliche Zeugnisse kaum überliefert. Es gibt keinen einzigen Augenzeugenbericht bis zur Zeit des Aischylos und seiner Werke ein gutes Jahrhundert später, abgesehen von ein paar autobiographischen Fragmenten Solons.
Zusammenfassend wird nun auf diese wenigen, aber umso wichtigeren Quellen eingegangen.
Solon ist der erste Athener, dessen Persönlichkeit für die Forschung greifbar ist, vor allem dank seiner überlieferten Gedichte, aber auch der von Plutarch verfassten Biographie. Letztere stützt sich allerdings eindeutig auf frühere Quellen.
Für die zwei Jahrzehnte nach Solons Rückzug aus der Politik - ca. 580 bis 560 v. Chr. - weiß man wenig über die athenische Geschichte. Und für die nachfolgenden fünfzig Jahre, die von Peisistratos und seinen Söhnen (abgesehen von zwei Perioden im Exil) dominiert wurden, ist die originäre Quellensituation nicht viel besser.
Die früheste Quelle, die sich en détail mit den Tyrannen beschäftigt hat, ist das Werk des Herodotos von Harlikarnassos, der ungefähr 150 Jahre später als Solon schrieb. Herodots Abhandlung ist leider keine zusammenhängende Darstellung. Die längste geschlossene Passage, die sich mit Peisistratos auseinandersetzt (1.59-1.64), endet mit dem erfolgreichen dritten Versuch der Errichtung einer Tyrannis im Jahr 546 v. Chr.. anschließend erfolgen nur noch vereinzelte Erwähnungen von Peisistratos und seinen Söhnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Eine Einleitung: Die Tyrannis der Peisistratiden im Spiegelbild antiker Quellen

2 Die Ausgangssituation

3 Der Weg zur Macht

4 Der Machterhalt

5 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Wesenszüge der peisistratidischen Herrschaft in Athen und untersucht, inwiefern diese als Ergebnis eines bewussten politischen Lernprozesses und nicht als rein opportunistisches Handeln zu bewerten sind, wobei die Stabilität und die Entwicklung athenischer Strukturen im Zentrum stehen.

  • Die kritische Auseinandersetzung mit der antiken Quellenlage zur Zeit des Peisistratos.
  • Die Rekonstruktion der politischen Ausgangssituation und der sozialen Spannungen im Athen des 6. Jahrhunderts v. Chr.
  • Die Analyse der Etappen der Machtergreifung und der Herrschaftssicherung.
  • Die Untersuchung der Innen-, Finanz-, Wirtschafts- sowie Kultur- und Baupolitik unter den Peisistratiden.

Auszug aus dem Buch

Die Ausgangssituation

Um die Prämissen für die Tyrannis des Peisistratos zu verstehen, ist es notwendig, ca. 80 Jahre in der Geschichte Athens zurückzugehen. Schon um 640 v. Chr. gärte es in der athenischen Gesellschaft.

Zum einen nahm die Schuldknechtschaft Überhand, bedingt durch das traditionelle Erbrecht. Dies sah grundsätzlich die Teilung des Grundbesitzes und der Erbmasse unter den Erben vor. Wenn nun eine Parzelle ihrer Besitzer nicht mehr ernähren konnte, begab sich dieser in eine Schuldknechtschaft bei einem adligen Herrn. Diese Situation uferte mehr und mehr aus.

Zum anderen verschärfte sich auch die agonale Rivalität unter den einzelnen adligen Gene. Ihre gegeneinander gerichteten Kräfte neutralisierten sich, was wiederum einen Stillstand in der attischen Gesellschaft bedingte.

Diese Schwächeperiode wollte ein Adliger namens Kylon ausnutzen. Mit Hilfe und Unterstützung seiner Hetairoi und seines Schwiegervaters, des Tyrannen Theagenes von Megara, besetzte im Jahre 636 v. Chr. während der olympischen Spiele, also in einer Zeit, in der das Friedensgebot galt, die Akropolis. Indem er dieses Kult- und Verteidigungszentrum Athens kontrollierte, meinte er, er besäße nun auch die Alleinherrschaft über Athen und wäre dem Vorbild seines Schwiegervaters gerecht geworden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Eine Einleitung: Die Tyrannis der Peisistratiden im Spiegelbild antiker Quellen: Der Autor erläutert die schwierige Quellenlage und betont die Notwendigkeit, das politische Umfeld des 6. Jahrhunderts v. Chr. für ein Verständnis der Herrschaft zu betrachten.

2 Die Ausgangssituation: Dieses Kapitel analysiert die sozialen Krisen und den Druck durch Schuldknechtschaft und adlige Rivalitäten, die den Boden für den Aufstieg des Peisistratos bereiteten.

3 Der Weg zur Macht: Die verschiedenen Etappen der Machtergreifung durch den Tyrannen werden nachgezeichnet, wobei besonders die politische List und der Wandel seiner Strategie im Vordergrund stehen.

4 Der Machterhalt: Hier werden die zentralen Pfeiler der Herrschaft, wie Innen-, Finanz-, Handels- und Kulturpolitik, detailliert untersucht und die Rolle des Tyrannen als Gestalter der Polis diskutiert.

5 Zusammenfassung: Der Autor resümiert, dass Peisistratos eine weitsichtige Herrschaftssicherung durch einen politischen Lernprozess erreichte, die für die positive Entwicklung Athens von entscheidender Bedeutung war.

Schlüsselwörter

Peisistratos, Athen, Tyrannis, antike Quellen, Polis, Macht, Herrschaftssicherung, Solon, Adel, Institutionen, Innenpolitik, Baupolitik, Wirtschaftsgeschichte, soziale Spannungen, Demokratieentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Herrschaft des Peisistratos in Athen und stellt die Hypothese auf, dass diese kein rein opportunistisches Handeln war, sondern das Ergebnis eines bewussten politischen Lernprozesses zur Sicherung der Macht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die politische Ausgangssituation in Athen, die verschiedenen Phasen der Machtergreifung und die spezifischen Bereiche der Innen-, Finanz-, Wirtschafts- sowie Kultur- und Baupolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Wesenszüge der peisistratidischen Herrschaft objektiv zu analysieren und das Bild des Tyrannen in der modernen Forschung kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine detaillierte Analyse antiker literarischer Quellen sowie archäologischer Befunde, um die politisch-soziale Entwicklung im Athen des 6. Jahrhunderts v. Chr. nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Ausgangssituation, den Weg zur Macht und den Machterhalt, wobei Letzterer durch eine Untersuchung verschiedener Politikfelder in Einzelkapiteln beleuchtet wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Peisistratos, Athen, Tyrannis, Polis-Stabilität, politische Institutionen und archäologische Befunde fassen die Kerninhalte der Arbeit zusammen.

Warum ist die archäologische Untersuchung der Agora für die Argumentation wichtig?

Sie liefert den materiellen Nachweis für die städteplanerische und kulturpolitische Aktivität unter den Peisistratiden, die über die schriftlichen Überlieferungen hinausgeht.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Adels unter Peisistratos?

Der Autor argumentiert, dass Peisistratos es verstand, den Adel in das Polissystem einzubinden, indem er ihn aus den engen Verpflichtungen seines Genos löste und ihm innerhalb des Staates neue Betätigungsfelder bot.

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Details

Title
Die Wesenszüge der peisistratidischen Herrschaft
College
Technical University of Berlin  (Institut für Geschichte und Kunstgeschichte)
Course
Hauptseminar: Die Tyrannis bei den Griechen
Grade
1+ (sehr gut plus)
Author
Michael Leissner (Author)
Publication Year
2002
Pages
42
Catalog Number
V8847
ISBN (eBook)
9783638157094
Language
German
Tags
Wesenszüge Herrschaft Hauptseminar Tyrannis Griechen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Leissner (Author), 2002, Die Wesenszüge der peisistratidischen Herrschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8847
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