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Sonderpädagogische Beschulung in Norwegen

Titel: Sonderpädagogische Beschulung in Norwegen

Examensarbeit , 2004 , 63 Seiten , Note: 2

Autor:in: Christophe Rafflenbeul (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ich wurde durch einen Artikel „Mut fürs Leben mitgeben“ aus der Frankfurter Rundschau auf das norwegische Schulsystem aufmerksam. In diesem Artikel wurden die ausgezeichneten Leistungen der skandinavischen und insbesondere der norwegischen Schüler angepriesen. Als Besonderheit für diese Leistungen wurde das norwegische Schulsystem kurz vorgestellt und, durch die fast 100% Integration der Schüler mit Behinderungen, seine Differenz zu anderen bestehenden europäischen Bildungssystemen erwähnt. Auch wurden die guten Ergebnisse Norwegens innerhalb der PISA-Studie geschildert, die im europäischen Vergleich ebenfalls auf eine Sonderstellung Norwegens verweisen. Aus diesem Artikel heraus wuchs in mir die Idee zu diesem Thema meine Examensarbeit anzufertigen.

Ich stellte mir die Frage, aus welchem Grund die Schüler in Norwegen derart gute Ergebnisse hervorbringen und wodurch diese Leistungen begünstigt werden? Weshalb und inwiefern werden Schüler in Norwegen gut gefördert? Hat eventuell das integrative Schulsystem einen Anteil an den guten Ergebnissen der PISA-Studie? Wie sieht die integrative Beschulung in Norwegen aus und wieso konnte sich ein integratives Schulsystem in Norwegen etablieren? Gibt es einen Zusammenhang zwischen schulischer Integration und guten Schulleistungen? Oder gibt es andere Faktoren im norwegischen Schulsystem, die das gute Abschneiden der norwegischen Schüler bei der PISA-Studie begünstigen? Dies sind Fragen, denen ich im Rahmen dieser Arbeit näher auf den Grund gehen möchte.

Dazu werde ich in den folgenden Kapiteln die Ergebnisse der PISA-Studie von Norwegen im Vergleich zu anderen europäischen und nichteuropäischen Ländern genauer vorstellen. Des Weiteren zeige ich den Verlauf der schulischen Integration im historischen Kontext auf, deren Weiterentwicklung, die in der UNESCO-Konferenz von Salamanca aus dem Jahr 1994 und den aus ihr hervorgehenden Entscheidungen münden und welche Folgen die Salamanca-Erklärung sowohl für die norwegischen Bildungspolitik als auch für die Integrationsbewegung hat.

Leseprobe


Gliederung

1. Zielsetzung und Problemstellung der Arbeit

2. Die Ergebnisse der PISA-Studie für Norwegen und andere europäische und nichteuropäische Länder im Vergleich

3. Darstellung der historischen Entwicklung des Spezialunterrichts bis hin zum integrativen Schulsystems in Norwegen

4. Die Salamanca-Konferenz und ihre Folgen für Norwegen

5. Darstellung des integrativen Schulsystems Norwegens

5.1 Vorschulische Erziehung

5.2 Die 10 Jährige Einheits- und Grundschule (grunnskole)

5.3 Weiterführende Schule

5.4 Die Spezialschule

5.5 Die Sonderpädagogischen Zentren (Kompetenzzentren)

5.6 Die Pädagogisch-Psychologischen Dienste

6. Schulvorstellungen und Fallbeispiele für integrativen Unterricht in norwegischen Schulen

6.1 Die Lutvann Skole (Kinderstufe)

6.2 Die Haugeasen Ungdomskole

7. Begriffsklärung von Integration und Behinderung und deren Einfluss auf die norwegischen Prinzipien der Integration inklusive ihrer theoretischen Einreihung

7.1 Prinzipien der Integration

7.2 Der ökosystemische Ansatz von A. Sander und die Theorie des Gemeinsamen Gegenstands von G. Feuser

8. Historische und gesellschaftliche Entwicklung Norwegens

8.1 Das familiäre Prinzip

8.2 Das karitative Prinzip

8.3 Das egalitäre Prinzip (Gleichheitsprinzip)

9. Abschlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das norwegische Bildungssystem im Hinblick auf seine integrative Ausrichtung zu untersuchen und zu ergründen, welche Faktoren – insbesondere historische und gesellschaftliche Bedingungen – zu dessen Erfolg sowie zu den positiven Ergebnissen norwegischer Schüler bei der PISA-Studie beigetragen haben.

  • Analyse des integrativen norwegischen Schulsystems im internationalen PISA-Vergleich
  • Historische Entwicklung der Sonderpädagogik hin zur Inklusion in Norwegen
  • Einfluss der Salamanca-Erklärung auf die norwegische Bildungspolitik und Reformen
  • Theoretische Fundierung und pädagogische Prinzipien der norwegischen Integrationspraxis
  • Gesellschaftliche Rahmenbedingungen (familiäres, karitatives und egalitäres Prinzip) als Erfolgsfaktoren

Auszug aus dem Buch

6. Schulvorstellungen und Fallbeispiele für integrativen Unterricht in norwegischen Schulen

Im ersten Beispiel beziehe ich mich auf eine Unterrichtsbeobachtung von E. Grosch, die er im Jahr 198? in seinem Beitrag “Zur Theorie und Praxis der Integration behinderter Kinder im norwegischen Schulsystem“ in dem von Kasztantowicz herausgegebenen Buch “Wege aus der Isolation“ geschildert hat. In der folgenden Schulbeschreibung beziehe ich mich auf einen Artikel aus der pädagogischen Zeitschrift “Die Sonderschule“ aus dem Jahr 1992 (4).

6.1 Die Lutvann Skole (Kinderstufe)

In der Lutvann Skole sind 23 Lehrer für 337 Schüler verantwortlich. An der Schule sind einmal pro Woche ein Assistenzlehrer, ein Schulpsychologe und ein Sozialarbeiter tätig. Eine Logopädin hat ein vierstündiges Deputat pro Woche. Ein Arzt und eine Krankenschwester arbeiten einmal pro Woche in der Schule.

In der Schule wurde der blinde Junge E. besucht und dessen Integration beobachtet. E. ist von Geburt an blind und stammt ursprünglich aus Kolumbien. Er wurde mit 7 Jahren von einem norwegischen Ehepaar adoptiert. Zuerst besuchte E. eine Blindenschule, wurde jedoch auf den Wunsch der Eltern in die 2. Klasse der Regelschule eingeschult.

Der Klassenraum des Jungen ist im Schulgebäude so platziert, dass er nur 10 Schritte in das Gebäude gehen muss, um den Raum zu erreichen. Außerdem ist das Gebäude ebenerdig. Vor dem Raum sind zwei Stangen angebracht, die E. als Orientierung dienen. In der Klasse gibt es 27 Schüler. Die Klasse wird von einem Lehrer unterrichtet und einem Assistenzlehrer, der hauptsächlich für E. zuständig ist und ihm bei praktischen Aufgaben hilft. Ferner arbeitet noch eine Speziallehrerin für 12 Stunden die Woche in der Klasse, die sowohl den lernschwachen Kindern der Klasse als auch E. hilft (in Form von drei Einzelstunden Mathematik in einem Nebenraum).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zielsetzung und Problemstellung der Arbeit: Einleitung in die Thematik der schulischen Integration in Norwegen, motiviert durch positive PISA-Ergebnisse und die Frage nach dem Stellenwert der Inklusion.

2. Die Ergebnisse der PISA-Studie für Norwegen und andere europäische und nichteuropäische Länder im Vergleich: Analyse der norwegischen Schulleistungen im internationalen Kontext und Einordnung der Ergebnisse in den PISA-Zyklen.

3. Darstellung der historischen Entwicklung des Spezialunterrichts bis hin zum integrativen Schulsystems in Norwegen: Nachzeichnung des historischen Weges von den ersten Hilfsklassen bis zur gesetzlichen Verankerung der Integration in den 70er Jahren.

4. Die Salamanca-Konferenz und ihre Folgen für Norwegen: Erörterung der Auswirkungen der UNESCO-Konferenz von 1994 auf die Inklusionsbewegung und die norwegische Schulpraxis.

5. Darstellung des integrativen Schulsystems Norwegens: Detaillierte Beschreibung der Schulstufen vom Vorschulbereich über die zehnjährige Einheitsschule bis hin zur weiterführenden Schule.

6. Schulvorstellungen und Fallbeispiele für integrativen Unterricht in norwegischen Schulen: Praktische Einblicke in den Schulalltag der Lutvann Skole und der Haugeasen Ungdomskole zur Veranschaulichung integrativer Arbeit.

7. Begriffsklärung von Integration und Behinderung und deren Einfluss auf die norwegischen Prinzipien der Integration inklusive ihrer theoretischen Einreihung: Definition der zentralen Begriffe und wissenschaftliche Vergleichsanalyse mit ökosystemischen Ansätzen.

8. Historische und gesellschaftliche Entwicklung Norwegens: Untersuchung der soziokulturellen Prinzipien – familiär, karitativ und egalitär – als fundamentale Basis für das norwegische Integrationsmodell.

9. Abschlussbemerkung: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Diskussion der Übertragbarkeit auf andere Länder und Fazit zur Rolle der Integration.

Schlüsselwörter

Integration, Inklusion, Norwegen, Schulleistung, PISA-Studie, Sonderpädagogik, Regelschule, Einheitsschule, Salamanca-Konferenz, Bildungsreform, Gleichwertigkeit, Normalisierungsprinzip, Lehrerrolle, Schulpsychologischer Dienst, Differenzierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das norwegische Schulsystem, insbesondere wie es durch ein integratives Modell Schüler erfolgreich fördert und welche Rolle die sonderpädagogische Beschulung dabei spielt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Kernbereichen gehören das norwegische Bildungsmodell, die historische Entwicklung der sonderpädagogischen Gesetzgebung, die Auswirkungen internationaler Konferenzen wie die von Salamanca sowie die soziokulturellen Hintergründe des norwegischen Bildungswesens.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Gründe für das gute Abschneiden norwegischer Schüler im internationalen Vergleich zu identifizieren und zu klären, inwiefern die integrative Struktur der Schulen dazu beigetragen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine explorative Analyse auf Basis von Literaturstudien, historischen Dokumenten, Gesetzesentwürfen und Unterrichtsbeobachtungen, um die Theorie und Praxis der norwegischen Integration zu durchleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Entwicklungsschritte, die Bedeutung der Inklusion, die Struktur des norwegischen Schulsystems (z.B. Grunnskole) sowie die gesellschaftlichen Prinzipien, die das Bildungswesen geprägt haben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Inklusion, Integration, Einheitsschule, Bildungsgerechtigkeit und Gleichwertigkeit geprägt.

Welche Bedeutung kommt dem "ökosystemischen Ansatz" in dieser Studie zu?

Der ökosystemische Ansatz dient als theoretisches Vergleichsinstrument, um zu zeigen, wie Schüler innerhalb ihrer Umwelt (Mikro-, Meso-, Makrosystem) eingebettet sind und wie das norwegische System darauf reagiert.

Wie bewertet der Autor den Transfer des norwegischen Modells auf andere Länder?

Der Autor äußert Skepsis gegenüber einem direkten "eins zu eins"-Transfer, da die langjährige spezifische Tradition und die soziokulturellen Rahmenbedingungen Norwegens in vielen anderen Ländern, etwa Deutschland, fehlen.

Warum wird im norwegischen System auf Noten in den ersten Jahren verzichtet?

Der Verzicht auf Zensuren soll Leistungsdruck und Stigmatisierung vermeiden, die Kreativität fördern und verhindern, dass Schüler frühzeitig ein negatives Selbstbild ("Stempel des Verlierers") entwickeln.

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Details

Titel
Sonderpädagogische Beschulung in Norwegen
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2
Autor
Christophe Rafflenbeul (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
63
Katalognummer
V88380
ISBN (eBook)
9783638028196
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sonderpädagogische Beschulung Norwegen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christophe Rafflenbeul (Autor:in), 2004, Sonderpädagogische Beschulung in Norwegen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88380
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Leseprobe aus  63  Seiten
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