Vom 14. bis 28. Oktober 1962 kam es zu einer bedeutenden Konfrontation zwischen den USA und der Sowjetunion, welche als 'Kubakrise' oder 'Raketenkrise' in die Geschichte einging. Die Enttarnung der Raketenbasen durch die USA leitete eine 13 Tage andauernde Diskussion des präsidialen Krisenstabes (Executiv Committee of National Security Council) ein, an dessen Ende die Lösung der Krise stand. Auch heute, nach mehr als drei Jahrzehnten und Ende des Kalten Krieges ist die Kuba-Krise ein positives Beispiel der Krisenbewältigung. Deshalb ist eine Analyse auch heute noch unerlässlich.
Die Klärung folgender Fragen ist Ziel dieser Ausarbeitung:
Warum entschied sich Kennedy für die Einberufung des ExComm.?
Welche Handlungsmöglichkeiten hatte die Regierung Kennedys während der Krise?
Was waren die Vor- bzw. Nachteile der verschiedenen Optionen?
Warum entschied sich Kennedy für die Blockade Kubas?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Enttarnung der Rakentenbasen
3. Die Einberufung des Ex.Comm.
4. Duldung der Raketen
5. Militärische Lösungsversuche
5a. Vorteile
5b. Probleme
5c. Invasion Kubas
6. Politische Lösungsmöglichkeiten
6a. Vorteile
6b. Nachteile
6c. Kontaktaufnahme mit Castro
7. Blockade
7a. Nachteile
7b. Vorteile
8. Schlußbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Kuba-Krise von 1962 und bewertet die verschiedenen Handlungsoptionen der US-Regierung unter Präsident Kennedy vor dem Hintergrund der Entdeckung sowjetischer Raketenbasen auf Kuba. Ziel ist es, die Entscheidungsprozesse innerhalb des ExComm sowie die strategischen Überlegungen hinter der gewählten Blockade-Strategie zu durchleuchten.
- Analyse der Entscheidungsfindung im ExComm
- Bewertung militärischer versus politischer Handlungsoptionen
- Die Rolle der Täuschung und der diplomatischen Eskalation
- Die Theorie der abgestuften Abschreckung in der Krise
Auszug aus dem Buch
4. Duldung der Raketen
Da der amerikanische Kontinent bereits durch die Interkontinentalraketen der SU bedroht war, stellte die Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba keine elementare Veränderung der militärischen Bedrohung dar. Insbesondere vor dem Hintergrund amerikanischer Raketen außerhalb des eigenen Territoriums in unmittelbarer Nähe der Sowjetunion, muß daher die Möglichkeit einer Akzeptierung der sowjetischen Raketen auf Kuba durch die USA analysiert werden.25
Aufschluß über diese Möglichkeit gibt ein Memorandum des Finanzministers Douglas Dillon vom 20.Oktober 1962 über die Möglichkeiten eines Luftangriffs oder einer Blockade. Hier wurde festgehalten, dass die Raketen auf Kuba inakzeptabel seien. Alle zur Diskussion stehenden Varianten hatten zum Ziel, das Problem, "wie die sofortige Beseitigung dieser Waffen aus Kuba am besten zu erreichen", zu lösen sei.26
Walt Whitman Rostow forderte in einem Memorandum vom 24. Oktober, dass es für die USA von "vitaler Bedeutung" sei, dass den "Sowjets keinen Erfolg in der Größenordnung" zugestanden werden könne, "wie dies bei einem einsatzbereiten Stützpunkt auf Kuba der Fall wäre".27
Die Vorteile der erfolgreichen Stationierung russischer Raketen auf Kuba bezogen sich in erster Linie auf einen Prestigeerfolg der Sowjetunion in Lateinamerika.28 Bei den amerikanischen Motiven spielte daher die befürchtete Signalwirkung auf andere Länder Südamerikas eine entscheidende Rolle.29 Als besonders gefährlich erschien der amerikanischen Regierung die Situation in Bolivien, Chile und der Dominikanischen Republik.30
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Kuba-Krise als bedeutende Konfrontation und setzt den Rahmen für die Untersuchung der Entscheidungsprozesse unter Präsident Kennedy.
2. Die Enttarnung der Rakentenbasen: Dieses Kapitel beschreibt die Entdeckung der sowjetischen Startrampen durch U2-Aufklärungsflüge und die anfängliche Unsicherheit der US-Führung.
3. Die Einberufung des Ex.Comm.: Es wird die Bildung des ExComm als unbürokratische Beratergruppe erläutert, die als Reaktion auf die Krise ins Leben gerufen wurde.
4. Duldung der Raketen: Das Kapitel analysiert die theoretische Option, die Raketen auf Kuba zu akzeptieren, und verwirft diese aufgrund politischer und sicherheitspolitischer Folgen.
5. Militärische Lösungsversuche: Hier werden die Argumente für und gegen einen Luftangriff oder eine Invasion diskutiert, wobei die Eskalationsgefahr im Zentrum steht.
6. Politische Lösungsmöglichkeiten: Die Vor- und Nachteile diplomatischer Ansätze, einschließlich der Kontaktaufnahme mit Castro, werden untersucht.
7. Blockade: Dieses Kapitel beleuchtet die Blockade als Mittelweg zwischen Passivität und militärischer Eskalation und bewertet deren Vor- und Nachteile.
8. Schlußbetrachtung: Die Schlußbetrachtung fasst die erfolgreiche Anwendung der abgestuften Abschreckung zusammen und zieht ein Fazit zur Krisenbewältigung.
Schlüsselwörter
Kuba-Krise, Raketenkrise, John F. Kennedy, ExComm, Sowjetunion, Kalter Krieg, Blockade, Militärstrategie, Diplomatie, Chruschtschow, Krisenmanagement, abgestufte Abschreckung, Raketenbasen, Sicherheitspolitik, Eskalation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Kuba-Krise von 1962 und wie die US-Regierung unter Kennedy die verschiedenen militärischen und politischen Handlungsalternativen bewertete.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die Entscheidungsfindung des ExComm, die Risiken einer militärischen Intervention versus Diplomatie und die sicherheitspolitischen Motive der USA.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Klärung, warum sich Kennedy für die Einberufung des ExComm entschied und welche Gründe letztlich zur Wahl der Blockade-Strategie führten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse historischer Dokumente, darunter Sitzungsprotokolle des ExComm, Memoranden und zeitgenössische Analysen zur US-Außenpolitik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Raketenentdeckung, die Debatte über militärische Schläge, diplomatische Lösungsversuche und die Implementierung der Blockade.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Krisenmanagement, abgestufte Abschreckung, Sicherheitspolitik und die Dynamik der Konfrontation zwischen Supermächten beschreiben.
Warum lehnte Kennedy den Vorschlag ab, geheim mit Chruschtschow zu verhandeln?
Kennedy wollte den Vorteil der Überraschung behalten und verhindern, dass Chruschtschow öffentlich die Initiative ergreift, was die USA in eine defensive Rolle gedrängt hätte.
Warum war die Blockade für Kennedy ein ideales Instrument?
Die Blockade ermöglichte es, die Situation unter politischer Kontrolle zu halten und gleichzeitig Spielraum für spätere Eskalationsschritte zu bewahren, ohne sofort einen Krieg auszulösen.
- Arbeit zitieren
- Dr. Marc Oprach (Autor:in), 1999, Die Kuba Krise - Bewertung der Handlungsoptionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87809