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Die These der Kolonialisierung der Lebenswelt

Title: Die These der Kolonialisierung der Lebenswelt

Term Paper , 2007 , 18 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Franziska Loth (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Die Hausarbeit widmet sich der These der Kolonialisierung der Lebenswelt, welche Jürgen Habermas innerhalb seiner Theorie des Kommunikativen Handelns aufstellte. Habermas´ Verständnis der modernen Gesellschaft wird zunächst theoretisch dargestellt. Die bei Habermas eingeführten Begrifflichkeiten werden dabei erläutert.

Dann wird anhand von Beispielen untersucht, wie in der Praxis Eingriffe des Systems in die Lebenswelt der Menschen von statten gehen. Mittels dieser Beispiele wird überprüft, ob die These der Kolonialisierung haltbar ist.
Die Arbeit wird abgerundet durch einen Überblick auf kritische Auseinandersetzungen mit Habermas.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Bedeutung und Stellung innerhalb der Kritischen Theorie

2. Grundlegende Konzepte in Habermas’ Gesellschaftstheorie

2.1 Kommunikatives Handeln

2.2 Habermas’ Gesellschaftskonzept

2.2.1 Das “System”

2.2.2 Die “Lebenswelt”

3. Die kapitalistischen Moderne

3. 1 Rationalisierung der Lebenswelt

3.2 Die Mediatisierungsthese

3.3 Die Kolonialisierungsthese

3.4 Die Folgen für die Gesellschaft

3.4.1 Krisenerscheinungen

3.4.2 Verdinglichung und kulturelle Verarmung

3.5 Habermas’ Lösungsvorschläge

4. Kritik

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Jürgen Habermas' These der "Kolonialisierung der Lebenswelt" in seinem Werk Theorie des kommunikativen Handelns, um die Ursachen und Folgen moderner Sozialpathologien zu verstehen und Habermas' kritische Zeitdiagnose zu hinterfragen.

  • Gesellschaftstheoretische Konzeption von System und Lebenswelt bei Habermas.
  • Analyse der Rationalisierungsprozesse und der Entkopplung von System und Lebenswelt.
  • Untersuchung der Mediatisierungs- und Kolonialisierungsthese als Ursache für Krisenerscheinungen.
  • Kritische Reflexion von Habermas' Thesen anhand wissenschaftlicher Gegenpositionen.

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Kolonialisierungsthese

Mit der Abspaltung des Systems und der in Abhängigkeit gebrachten Lebenswelt entstehen laut Habermas noch keine pathologischen Folgeerscheinungen. Diese können ihm nach erst dann entstehen, wenn: „[...] kritische Ungleichgewichte in der materiellen Reproduktion (also die der systemtheoretischen Analyse zugänglichen Steuerungskrisen) nur noch um den Preis von Störungen der symbolischen Reproduktion der Lebenswelt (d. h. von ‘subjektiv’ erfahrenen identitätsbedrohenden Krisen oder Pathologien) vermieden werden können“.

Diesen Vorgang bezeichnet Habermas als “inner[e] Kolonialisierung”. Den Gebrauch des Begriffs der “Kolonialisierung” begründet Habermas damit, dass das Eindringen systemischer Imperative in die Lebenswelt dem Eindringen von “Kolonialherren in eine Stammesgesellschaft” gleicht. Infolgedessen durchdringt die materielle Reproduktion die symbolische Reproduktion. Alltag und Lebenswelt werden verrechtlicht, bürokratisch und vom Geld bestimmt. Als Beispiel dafür kann man den Einfluss des Sozialstaates auf die Sozialisation nehmen: In der BRD beginnt das staatliche Eingreifen spätestens mit der Einschulung der Kinder, welche dann für mindestens neun Jahre nach den Vorgaben des Kultusministeriums in öffentlichen Schulen unterrichtet werden. Das Jugendamt ist darüber hinaus dazu befähigt jederzeit die Kinder der elterlichen Obhut zu entziehen, wenn der Eindruck vorliegt, dass die Erziehungsberechtigten ihrer Pflicht nicht zufrieden stellend nachkommen.

Ein weiteres Beispiel wären die Unmengen an Vorschriften, die gesetzlich vorgeschrieben werden und die es zu befolgen gilt. Diese Gesetze können einerseits als lästig empfunden werden, da sie die persönliche Handlungsfreiheit begrenzen. Anderseits versorgt das Grundgesetz jeden Bürger mit den gleichen Rechten und Freiheiten und gleicht so Benachteiligungen aus. Man denke nur an das vor kurzem erlassene Antidiskriminierungsgesetz.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema der Kolonialisierung der Lebenswelt als soziologische Antwort auf die Folgen der Industrialisierung und Moderne.

1. Bedeutung und Stellung innerhalb der Kritischen Theorie: Einordnung von Habermas' Werk als Synthese verschiedener theoretischer Ansätze zur Analyse komplexer moderner Gesellschaften.

2. Grundlegende Konzepte in Habermas’ Gesellschaftstheorie: Darstellung des kommunikativen Handelns und des dualen Gesellschaftskonzepts von System und Lebenswelt.

3. Die kapitalistischen Moderne: Analyse der Rationalisierung, der Entkopplung von System und Lebenswelt sowie der daraus resultierenden Gefahren wie Verdinglichung und kulturelle Verarmung.

4. Kritik: Auseinandersetzung mit kritischen Stimmen, die Habermas' Theorie als einseitig oder empirisch unzureichend kritisieren.

5. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Habermas’schen Deutung der Moderne und seiner Relevanz trotz vorhandener Kritikpunkte.

Schlüsselwörter

Jürgen Habermas, Kolonialisierung der Lebenswelt, System, Lebenswelt, Kommunikatives Handeln, Kritische Theorie, Rationalisierung, Mediatisierung, Verdinglichung, Sozialpathologien, Moderne, Gesellschaftstheorie, Krisenerscheinungen, Entkopplung, Kulturkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Theorie von Jürgen Habermas, insbesondere sein Konzept der "Kolonialisierung der Lebenswelt" in seinem Hauptwerk Theorie des kommunikativen Handelns.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Differenzierung zwischen System und Lebenswelt, die Auswirkungen kapitalistischer Modernisierung und die Entstehung gesellschaftlicher Pathologien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Habermas' Argumentation zur Kolonialisierung nachzuvollziehen, kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob der Prozess in der Praxis beobachtbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte, kritische Auseinandersetzung mit Habermas' Primärtexten sowie eine Gegenüberstellung mit sekundärwissenschaftlichen Positionen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung von System und Lebenswelt, der Beschreibung der Kolonialisierungsthese sowie der kritischen Reflexion der Folgen für die moderne Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Habermas, Lebenswelt, System, Kommunikatives Handeln, Kolonialisierung, Verdinglichung und Soziologie der Moderne.

Wie unterscheidet Habermas das "System" von der "Lebenswelt"?

Das System wird als ein durch Steuerungsmedien wie Geld und Macht funktionsorientiertes Gefüge definiert, während die Lebenswelt den Bereich alltäglicher, auf Verständigung ausgerichteter Kommunikation und Kultur beschreibt.

Warum ist das Eingreifen des Staates laut Habermas problematisch?

Habermas sieht die Gefahr, dass systemische Anforderungen (wie bürokratische Vorschriften) den Raum der freien Kommunikation und Selbstbestimmung in der Lebenswelt überlagern und zerstören.

Welche Kritikpunkte werden an der Kolonialisierungsthese geäußert?

Kritiker führen an, dass Habermas die Theorie zu allgemein hält, kapitalistische Gesellschaften einseitig betrachtet und das Potenzial staatlicher Hilfe für die Lebenswelt unterschätzt.

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Details

Title
Die These der Kolonialisierung der Lebenswelt
College
http://www.uni-jena.de/  (Soziologie)
Course
Einführung in die neuere soziologische Theorie
Grade
1,2
Author
Franziska Loth (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V87390
ISBN (eBook)
9783638027724
ISBN (Book)
9783638955515
Language
German
Tags
These Kolonialisierung Lebenswelt Einführung Theorie Habermas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Loth (Author), 2007, Die These der Kolonialisierung der Lebenswelt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87390
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