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Die Legitimität des IWF: Ein Kriterienkatalog zur Beurteilung des Internationalen Währungsfonds

Title: Die Legitimität des IWF: Ein Kriterienkatalog zur Beurteilung des Internationalen Währungsfonds

Seminar Paper , 2007 , 29 Pages , Grade: 1.5

Autor:in: Jürg Vollenweider (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Summary Excerpt Details

Als der Internationale Währungsfond (IWF, der Fond) 1944 gegründet wurde, war seine vordringliche Aufgabe die Stabilisierung des Wechselkursregimes. Die Bretton-Woods
Institutionen, der IWF, die Welt Bank und die nie realisierte Internationale Handelsorganisation (ITO) sollten nicht nur den Aufbau Europas nach dem zweiten Weltkrieg
ermöglichen, sondern vor allem eine neuerliche Weltwirtschaftskrise und ihre zerstörerischen Effekte verhindern.
Diese Konfiguration begann sich zu verändern, als im Zuge der Dekolonialisierung immer mehr Länder ihre Unabhängigkeit erhielten und dem IWF beitraten. Als das Bretton Woods System der fixen Wechselkurse in den 70er Jahren zusammenbrach, nahm der IWF fortan die enge Beziehung zwischen nationalen ökonomischen Policies und der internationalen finanziellen Stabilität genauer in sein Blickfeld.
Die Dominanz der industialisierten Länder und die geringe Wahrscheinlichkeit, dass sie selbst zu Debitoren werden würden, veranlassten den IWF die Reichweite seiner Policies
bedeutend auszuweiten.
Nicht mehr nur makroökonomische Faktoren waren Ziele der Strukturreformen, sondern auch vermehrt mikroökonomische Bereiche.
Während einige Autoren die Intrusivität und die Reichweite der IWF Policies begrüssen und als legitim erachten,
fordern andere, dass sich der Fond wieder auf seine Kernkompetenzen beschränken soll, da sein Mandat und seine Struktur ihn nicht zu weitreichender Einflussnahme legitimieren würden.
Diese Arbeit macht sich die bisherige Forschung zu Nutze und verfolgt die Auflistung legitimitätsrelevanter Kriterien in Form eines Katalogs. Dabei werden nicht Probleme
identifiziert und ihre Implikationen für die Legitimität des IWF thematisiert, sondern es wird genau umgekehrt vorgegangen. Die Legitimitätskriterien werden definiert und
dann wird ihr Zusammenhang mit dem Fond beleuchtet.
Dabei soll folgende Fragestellung die Untersuchung anleiten: Welches sind die Kriterien,
an denen die Legitimität des IWF gemessen werden kann und in welchem Masse erfüllt er diese Kriterien?
Um die Fragestellung zu untersuchen, werde ich mich an folgender These orientieren: Es gibt Legitimitätskriterien, welche der IWF erfüllen sollte. Diese Kriterien sind aber nicht von universaler Gültigkeit, sondern nur in einem spezifischen Verhältnis zu Struktur und
Tätigkeit des IWF bewertbar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Der IWF 1944 und heute

1.2 Der IWF in der Legitimitätsdiskussion

2 Der Katalog der Legitimitätskriterien für den IWF

2.1 Input- und Outputlegitimität

2.1.1 Outputlegitimität

2.1.2 Inputlegitimität

2.1.3 Transparenz

2.2 Rechenschaftspflicht

2.2.1 Vertikale Rechenschaftspflicht

2.2.2 Horizontale Rechenschaftspflicht

2.2.3 Transparenz

3 Schlussfolgerungen

4 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, einen Kriterienkatalog zu entwickeln, an dem die Legitimität des Internationalen Währungsfonds (IWF) gemessen werden kann. Es wird untersucht, in welchem Maße der IWF diese Kriterien erfüllt, wobei die These verfolgt wird, dass Legitimitätskriterien nicht universell gültig sind, sondern in einem spezifischen Verhältnis zur Struktur und Tätigkeit des Fonds stehen.

  • Legitimitätstheoretische Grundlagen des IWF
  • Input- und Outputlegitimität als Analysekategorien
  • Mechanismen der vertikalen und horizontalen Rechenschaftspflicht
  • Rolle von Transparenz in internationalen Finanzinstitutionen
  • Reformansätze zur Stärkung der institutionellen Legitimität

Auszug aus dem Buch

Die Policies

Bewegt sich der IWF in der ersten Dimension, der seines Mandats, bereits auf legitimitätstheoretisch bruchigem Terrain, sind die Policies, welche er dann anwendet noch weitaus umstrittener. Es ist schwer zu begründen, weshalb der IWF mit seinen technischen Urteilen den nationalen politischen Prozess ersetzen sollte. Die legitimen politischen Institutionen sollten die ökonomische Struktur eines Landes und die Gestaltung seiner Institutionen bestimmen und nicht der Fond. Eine Krise gibt dem IWF nicht das moralische Recht den nationalen politischen Prozess zu ersetzen. Weiter sollte der IWF, wenn er schon die Reichweite seines Mandats überschreitet, diese Überschreitung mittels effektiver Policies vollziehen, welche erfolgreiche Outputs produzieren. Genau dies versucht der Fond durch die conditionality zu erreichen. Es gibt jedoch zahlreiche Evidenz, welche die Effektivität dieses Instruments widerlegt. Dem IWF mangelnde Sensibilität für diese Umstände zu unterstellen, wäre jedoch verfehlt.

Im Jahr 2002 führte er als Reaktion auf die schlechten Ergebnisse der Strukturprogramme die Guidelines on Conditionality ein. Darin schränkt der IWF die conditionality auf makroökonomische Bereiche, Fiskal- und Wechselkurspolitik ein, also auf Bereiche, die mit dem sauberen Funktionieren der Finanzmärkte zu tun haben. Um weitere Policy-Bereiche abzudecken ist eine verstärkte Kooperation mit anderen multilateralen Organisationen, wie der Welt Bank oder der WHO, vorgesehen. Aber auch wenn die neuen Richtlinien fortan nur noch positive Effekte produzieren würden, ist eine Legitimisierung des IWF ausschließlich über das Kriterium der Outputlegitimität nicht wünschenswert. Die Policies des Fonds haben eine grosse Reichweite und bewirken langfristige Entwicklungen, die auf jeden Fall nicht nur makroökonomische Konsequenzen haben. Unter diesen Bedingungen nur die Effizienz und Kompetitivität der Finanzmärkte zu verfolgen, reicht nicht aus. Den authentischen Präferenzen der Bevölkerung sollte ebenso Rechnung getragen werden. Dies führt uns zum Kriterium der Inputlegitimität.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung des IWF seit 1944 ein und verortet die Organisation in der aktuellen wissenschaftlichen Legitimitätsdebatte.

2 Der Katalog der Legitimitätskriterien für den IWF: Hier werden die zentralen analytischen Kriterien – Input- und Outputlegitimität, Rechenschaftspflicht sowie Transparenz – definiert und auf den IWF angewendet.

3 Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel fasst die Analyseergebnisse zusammen und diskutiert die Möglichkeiten sowie politischen Hürden für Reformen zur Steigerung der Legitimität des IWF.

4 Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet die gesamte im Rahmen der Arbeit verwendete Fachliteratur und Dokumente auf.

Schlüsselwörter

Internationaler Währungsfonds, IWF, Legitimität, Outputlegitimität, Inputlegitimität, Rechenschaftspflicht, Conditionality, Global Governance, Finanzmärkte, Strukturreformen, Multilateralismus, Transparenz, Politische Prozesse, Internationale Finanzinstitutionen, Reformbedarf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Legitimität des Internationalen Währungsfonds und entwickelt einen Kriterienkatalog, um diese systematisch beurteilen zu können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Bereiche Input- und Outputlegitimität, die verschiedenen Dimensionen der Rechenschaftspflicht sowie die Bedeutung von Transparenz innerhalb der IWF-Strukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, an welchen Kriterien die Legitimität des IWF gemessen werden kann und in welchem Maße er diese in der Praxis erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine systematische Analyse auf Basis von Fachliteratur, Evaluationsberichten des IWF sowie Dokumenten zu Vertragsänderungen, um Legitimitätskriterien zu definieren und auf den Fonds anzuwenden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Definition und Anwendung der Kriterienbereiche Input-/Outputlegitimität sowie der vertikalen und horizontalen Rechenschaftspflicht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen IWF, Legitimität, Rechenschaftspflicht, Conditionality, Input- und Outputlegitimität sowie Global Governance.

Warum ist das Mandat des IWF aus legitimitätstheoretischer Sicht problematisch?

Das Mandat wird als problematisch erachtet, da der IWF seinen ursprünglichen technisch-ökonomischen Bereich verlassen hat und nun stark in nationale politische und ethische Prozesse eingreift, für die ihm eine direkte demokratische Legitimation fehlt.

Inwiefern beeinflusst die "conditionality" die Legitimität des IWF?

Die Bedingungen, die an Kredite geknüpft sind, unterlaufen oft die Souveränität der Nehmerstaaten, wobei die tatsächliche Effektivität dieser Instrumente laut Analyse wissenschaftlich umstritten bleibt.

Welche Rolle spielt die horizontale Rechenschaftspflicht im IWF?

Die horizontale Rechenschaftspflicht soll Mechanismen wie "checks and balances" sicherstellen; der Autor identifiziert hier jedoch erhebliche Defizite, da interne Evaluationen oft intransparent sind und dem Management zu nahe stehen.

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Details

Title
Die Legitimität des IWF: Ein Kriterienkatalog zur Beurteilung des Internationalen Währungsfonds
College
University of Zurich  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Seminar Legitimationsprobleme des Multilateralimus
Grade
1.5
Author
Jürg Vollenweider (Author)
Publication Year
2007
Pages
29
Catalog Number
V87273
ISBN (eBook)
9783638018593
ISBN (Book)
9783638919968
Language
German
Tags
Legitimität Kriterienkatalog Beurteilung Internationalen Währungsfonds Seminar Legitimationsprobleme Multilateralimus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jürg Vollenweider (Author), 2007, Die Legitimität des IWF: Ein Kriterienkatalog zur Beurteilung des Internationalen Währungsfonds, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87273
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