Dieser Aufsatz soll als Einführung in Luhmanns Vorstellung von psychischen Systemen und deren Erkenntnismöglichkeiten dienen, und diesbezüglich eine weitere Orientierung in seinem Werk erleichtern. Dabei werde ich mich in meinen Darstellungen den Schwerpunkt auf Denkfiguren legen, die auch für das Verständnis sozialer Systeme relevant sind. Der Aufsatz ist in vier Teile geteilt: Einen kurzen allgemeinen Teil über Luhmanns theoretische Absichten, einige Überlegungen zu seinem Erkenntnistheoretischen Standpunkt, eine Abhandlung über die spezifische Arbeitsweise von Bewusstseinssystemen und ein Schlusswort in dem ich auf einige Eigenheiten Luhmanns Theoriekonzeption aufmerksam machen will, die vor allem bei Anfängern für Verständnisprobleme sorgen könnten.
Inhaltsverzeichnis
- Vorüberlegungen
- Einleitung
- Systemtheorie als abgeklärte Aufklärung
- Psychische und soziale Systeme
- Wie Systeme erkennen
- Konstruktivistische Annahmen
- Die Form der Unterscheidung
- Medium und Form
- Realität als Prozess
- Der Aufbau psychischer Systeme
- Conditio Conscientia
- Selbst- und Fremdreferenz
- Paradoxie
- Aufbau von Strukturen
- Selbstreflexion
- Freier Wille
- Schlussüberlegungen
- Rezeptionsprobleme
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Aufsatz dient als Einführung in Luhmanns Vorstellung von psychischen Systemen und deren Erkenntnismöglichkeiten. Er erleichtert die Orientierung in Luhmanns Werk, indem er sich auf Denkfiguren konzentriert, die auch für das Verständnis sozialer Systeme relevant sind.
- Luhmanns theoretische Absichten
- Luhmanns erkenntnistheoretischer Standpunkt
- Die Arbeitsweise von Bewusstseinssystemen
- Eigenheiten von Luhmanns Theoriekonzeption
- Die Bedeutung der Komplexitätsreduktion für die Aufklärung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beschreibt die Komplexität von Luhmanns Werk und die Notwendigkeit, einen Einstiegspunkt zu finden. Der erste Teil beleuchtet Luhmanns Vorstellung von „abgeklärter Aufklärung“ und die Notwendigkeit der Komplexitätsreduktion. Der zweite Teil befasst sich mit Luhmanns konstruktivistischem Standpunkt und der operativen Geschlossenheit des Bewusstseins. Der dritte Teil untersucht die spezifische Arbeitsweise von Bewusstseinssystemen, einschließlich der Unterscheidung, Medium und Form, sowie der Konstruktion von Realität. Der vierte Teil stellt einige Überlegungen zu Luhmanns Theoriekonzeption an und betrachtet Rezeptionsprobleme.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter des Textes sind: Systemtheorie, Niklas Luhmann, Bewusstsein, psychische Systeme, soziale Systeme, Komplexitätsreduktion, konstruktivistische Erkenntnistheorie, operative Geschlossenheit, Unterscheidung, Medium, Form, Realität, Selbstreflexion, Rezeptionsprobleme.
Häufig gestellte Fragen
Wie definiert Niklas Luhmann psychische Systeme?
Psychische Systeme basieren auf dem Medium Bewusstsein. Sie sind operativ geschlossen und produzieren Gedanken als ihre grundlegenden Operationen.
Was bedeutet "operative Geschlossenheit" bei Luhmann?
Operative Geschlossenheit besagt, dass ein System nur seine eigenen Operationen zur Erzeugung weiterer Operationen nutzen kann und keine direkte Verbindung zur Außenwelt hat.
Was versteht Luhmann unter Komplexitätsreduktion?
Systeme müssen die unendliche Vielfalt der Welt filtern, um handlungsfähig zu bleiben. Diese Reduktion ist die Voraussetzung für jede Form von Erkenntnis.
Wie unterscheiden sich psychische und soziale Systeme?
Psychische Systeme operieren mit Gedanken (Bewusstsein), während soziale Systeme mit Kommunikation operieren. Beide sind füreinander Umwelt.
Was ist die "Form der Unterscheidung" in der Systemtheorie?
Erkenntnis entsteht laut Luhmann nur durch das Treffen einer Unterscheidung, die eine Seite markiert und die andere (den Kontext) ausschließt.
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- Robert Landwirth (Author), 2008, Bewusstsein bei Luhmann - was psychische Systeme erkennen und wie sie sich reproduzieren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87007