In der hohen Kaiserzeit, also dem ersten und zweiten Jahrhundert nach Christi, erfuhr das römische Reich unter der kaiserlichen Expansionspolitik seine bislang größte Ausdehnung. Dabei stand der Nordwesten Europas mit Gallien und Germanien in der Folgezeit im Zentrum des römischen Interesses. Aber auch wenn das Imperium schließlich an Rhein und Donau aufhörte, war ein Aufeinandertreffen der verschiedenen Völker unvermeidbar und es entwickelte sich ein reger Austausch wirtschaftlicher und kultureller Natur. Ziel dieser Arbeit soll sein, diese Beziehungen im religiösen Bereich zu untersuchen. Neben einem Exkurs zu den Religionen der Römer und Germanen soll an zentraler Stelle dem Wesen der sogenannten Interpretatio Romana nachgegangen werden, die ein Konzept beschreibt, nach dem ein religiöses Miteinander der verschiedenen Kulturen erst möglich wurde. Auszüge aus antiken und mittelalterlichen Quellen sowie Befunde der Epigraphik dienen der sachgemäßen Untermauerung dieses komplexen, für Historiker wie Religionswissenschaftler gleichermaßen sehr interessanten Themas.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Die Römische Religion
- 2.1 Quellenlage zur Römischen Religion
- 2.2 Die Römische Religion von ihren Anfängen bis zu den Tarquiniern
- 2.3 Die Römische Religion der Kaiserzeit
- 3. Die Germanische Religion
- 3.1 Quellenlage zur Germanischen Religion
- 3.2 Die Germania des Tacitus als religionsgeschichtliche Quelle
- 3.3 Die Germanische Religion
- 4. Die Interpretatio Romana
- 4.1 Religiöser Synkretismus und Interpretatio Romana: Grundlagen
- 4.2 Die Interpretatio Romana in Germanien
- 4.3 Altäre und Weihesteine als epigraphische Zeugnisse
- 5. Zusammenfassung und abschließende Beurteilung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der römischen Religionsgeschichte im Kontext der römischen Expansionspolitik im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. und untersucht die Wechselwirkungen zwischen der römischen und der germanischen Religion. Sie konzentriert sich auf die Interpretatio Romana, einen Prozess, bei dem germanische Gottheiten mit römischen Gottheiten gleichgesetzt wurden, und analysiert die Quellen, die diese kulturelle Begegnung beleuchten.
- Entwicklung der römischen Religion von ihren Anfängen bis zur Kaiserzeit
- Die Quellenlage zur germanischen Religion, insbesondere die "Germania" des Tacitus
- Der Einfluss der römischen Kultur auf germanische Religion und Gesellschaft
- Der Prozess der Interpretatio Romana und seine Bedeutung für die römisch-germanischen Beziehungen
- Die Rolle epigraphischer Zeugnisse, wie Altäre und Weihesteine, als Quellenmaterial
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung präsentiert den historischen Kontext der römischen Expansion in Germanien und führt den Begriff der Interpretatio Romana ein. Kapitel 2 bietet einen Überblick über die römische Religion, wobei die Quellenlage und die Entwicklung von den Anfängen bis zur Kaiserzeit beleuchtet werden. Kapitel 3 beschäftigt sich mit der germanischen Religion und analysiert die "Germania" des Tacitus als religionsgeschichtliche Quelle. Kapitel 4 untersucht den Prozess der Interpretatio Romana, seine Grundlagen und seine Auswirkungen in Germanien, wobei epigraphische Zeugnisse wie Altäre und Weihesteine eine zentrale Rolle spielen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert sich auf die Themen römische Religionsgeschichte, germanische Religion, Interpretatio Romana, Synkretismus, römisch-germanische Beziehungen, epigraphische Quellen, Altäre, Weihesteine, Quellenkritik und die Werke von Iulius Caesar und Cornelius Tacitus. Diese Themen und Konzepte dienen als Grundlage für die Analyse der kulturellen Begegnung zwischen Rom und Germanien im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet „Interpretatio Romana“?
Es bezeichnet das römische Konzept, fremde (z.B. germanische) Götter mit den eigenen römischen Gottheiten gleichzusetzen oder zu identifizieren.
Welche Quellen informieren uns über die germanische Religion?
Wichtige Quellen sind die „Germania“ von Tacitus sowie archäologische Funde wie Altäre und Weihesteine.
Was ist religiöser Synkretismus?
Die Vermischung verschiedener religiöser Vorstellungen und Kulte, die durch den Kontakt zwischen Römern und Germanen entstand.
Warum ließen Germanen Weihesteine für römische Götter errichten?
Dies war oft ein Zeichen der kulturellen Anpassung oder der Verehrung lokaler Gottheiten unter römischem Namen.
Wie weit dehnte sich das Römische Reich im Norden aus?
Das Imperium stieß bis an Rhein und Donau vor, was zu einem intensiven Austausch mit den germanischen Stämmen führte.
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- Roman Büttner (Author), 2004, Die Interpretatio Romana am Beispiel Germaniens - Ein Beitrag zur römischen Religionsgeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86607