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Plädoyer für den Erregernachweis bei der chronischen Lyme-Borreliose

Titel: Plädoyer für den Erregernachweis bei der chronischen Lyme-Borreliose

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2008 , 15 Seiten

Autor:in: Dr.med. Bernt-Dieter Huismans (Autor:in)

Medizin - Diagnostik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Erregernachweis gehört bei der Lyme-Borreliose bis heute nicht zum Standard bei der Diagnostik.
Ohne den Erregernachweis ist die Lyme-Borreliose eine Ausschlussdiagnose, eine Wahrscheinlichkeitsdiagnose und eine Sammeldiagnose. Eine Vielzahl von Krankheiten und psychosozialen Ausnahmesituationen kann sich hinter der Diagnose Lyme-Borreliose verbergen.
Der Erregernachweis bleibt die Grundlage für die Begutachtung und für jede wissenschaftliche Aussage über den Verlauf und die Therapie der Lyme-Borreliose.





Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lyme-Borreliose histologisch und mikrobiologisch

3. Lyme-Borreliose klinisch

4. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der aktuellen diagnostischen Situation der chronischen Lyme-Borreliose auseinander und fordert eine Abkehr von rein serologischen Verfahren hin zu einer direkten Erregernachweisdiagnostik. Im Zentrum steht dabei die wissenschaftliche Untersuchung der Problematik, warum die derzeitige klinische Diagnostik als unsicher gilt und zu einer hohen Rate an Ausschluss- sowie Sammeldiagnosen führt.

  • Notwendigkeit des direkten Erregernachweises bei chronischer Lyme-Borreliose
  • Kritische Analyse der Limitationen gängiger serologisch-immunologischer Testverfahren
  • Diskussion des Pleomorphismus und der biologischen Anpassungsmechanismen von Borrelien
  • Übersicht klinischer Symptom- und Befundkonstellationen sowie relevanter Differentialdiagnosen
  • Herausforderungen in der therapeutischen Begutachtung und Begründung für fachübergreifende Ansätze

Auszug aus dem Buch

Lyme-Borreliose histologisch und mikrobiologisch

Die Grundlage jeder rationellen Therapie ist eine exakte Diagnose. Bei bakteriellen Infekten geschieht dies durch: 1. den Nachweis des für die Krankheit verantwortlich gemachten Erregers und 2. durch das Antibiogramm, nach dem sich dann die Therapie richten kann.

Für Borrelien ist die Histologie (Hautbiopsien aus den Rändern des Erythema migrans oder aus einer Acrodermatitis-Haut), der mikroskopische, ggf. elektronenmikroskopische Nachweis und die Anzüchtung der Erreger zumeist auf Flüssigmedien, die Kultur, die taxonomische Einordnung und das Antibiogramm aus zeitlichen (monatelanges, langsames Wachstum und Heterogenität des Erregers), technischen und finanziellen Gründen nicht im Routinelabor möglich. Der Erregernachweis ist Krankenkassenleistung.

Erschwert wird die Diagnostik zudem durch den in der Regel nicht erwarteten Pleomorphismus des Krankheitserregers [28], dadurch dass Borrelien sich angeblich maskieren und interagieren und - wie andere Bakterien – milieuabhängig mindestens in vier Erscheinungs- und Wirkformen vorkommen – auch im histologischen und elektronenmikroskopischen Bild, kokkoid, rutenförmig, kugelig, hefeähnlich, manchmal säurefest, pilzförmig oder als große „ausgedehnte Körper“ oder filtrierbar in Viruspartikelgröße [2, 7, 9]: 1. Originalform mit wechselnden Oberflächenantigenen, 2. Sexualform und andere „Escape-Mechanismen“ [15, 16, 18, 23, 8, 9], 3. Zystenform, Lister-Form, L-Form, Zellwand defekte Form ( CWD ) [2, 4], 4. „Nanoform“, Granulat, Elementarkörperchen (Filtrat) [2, 5].

Bei den Borrelien sind es neben dem milieuabhängigen Pleomorphismus [2] zusätzlich ihre Bewegungs- und Sinnesorgan- Filamente, die Flagellen [9, 5, 23], die der Beobachter - Phantasie Probleme bereiten. Die gängigen Testverfahren (Blut, Liquor, Gelenkpunktat oder auch Urin), die heute für die Diagnostik der Lyme – Borreliose zur Verfügung stehen (Eliza, Western Blot, Erreger-DNA, T-Zell – Teste wie Lymphozytentransformationstest (LTP) oder LPT-Teste, Lymphozytendifferenzierung mit CD57) sind lediglich Hilfsmittel, die die Diagnose nur mehr oder weniger wahrscheinlich machen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieser Abschnitt erläutert die Problematik der aktuellen Diagnostik, welche die Ursache für fachliche Differenzen zwischen Klinikern und niedergelassenen Praktikern darstellt.

2. Lyme-Borreliose histologisch und mikrobiologisch: Das Kapitel befasst sich mit den biologischen Eigenschaften von Borrelien, insbesondere ihrem Pleomorphismus und den Schwierigkeiten beim direkten Erregernachweis.

3. Lyme-Borreliose klinisch: Hier werden die diagnostischen Herausforderungen bei der Identifikation chronischer Krankheitsverläufe und die Abgrenzung zu zahlreichen Differentialdiagnosen thematisiert.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Der Autor resümiert die Notwendigkeit, den Erregernachweis als essentiellen Bestandteil der Diagnostik zu etablieren, um die therapeutische Versorgung nachhaltig zu verbessern.

Schlüsselwörter

Lyme-Borreliose, Erregernachweis, chronische Infektion, Pleomorphismus, Spirochätose, serologische Diagnostik, Borrelia burgdorferi, klinische Diagnostik, Differentialdiagnose, Antibiotikatherapie, Infektionskrankheit, Labormedizin, Immunologie, Symptomenvielfalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der diagnostischen Problematik der chronischen Lyme-Borreliose und plädiert für die Einführung eines direkten Erregernachweises in die medizinische Routine.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die gegenwärtige Praxis der Wahrscheinlichkeitsdiagnosen unzureichend ist und der direkte Nachweis des Erregers für eine rationale Therapie unerlässlich bleibt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die mikrobiologischen Eigenschaften von Borrelien, die methodischen Limitationen serologischer Tests und die klinische Einordnung von Symptomkomplexen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen wissenschaftlichen Kurzbericht, der eine Literaturanalyse und eine synoptische Auswertung medizinischer Befundkonstellationen vornimmt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die mikrobiologischen Herausforderungen (wie den Pleomorphismus) sowie die klinische Symptomatik und die Problematik von "Cavete-Diagnosen", die oft Fehldiagnosen darstellen.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Lyme-Borreliose, Erregernachweis, Pleomorphismus, chronische Infektion und diagnostische Unsicherheit.

Warum ist die derzeitige Diagnostik problematisch?

Da sie sich primär auf immunologische Reaktionen stützt, versagen die Tests in vielen Phasen der Erkrankung oder bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem.

Was besagt das Konzept der "Cavete-Diagnosen"?

Es beschreibt eine Vielzahl von Erkrankungen, hinter denen sich klinisch eine chronische Lyme-Borreliose verbergen kann, was eine differenzialdiagnostische Abklärung unabdingbar macht.

Inwiefern beeinflusst der Pleomorphismus die Diagnostik?

Die Fähigkeit der Borrelien, ihre Form (z.B. Zystenform, L-Form) zu verändern, erschwert ihren mikroskopischen Nachweis sowie die Anzüchtung in Standardlaboren erheblich.

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Details

Titel
Plädoyer für den Erregernachweis bei der chronischen Lyme-Borreliose
Autor
Dr.med. Bernt-Dieter Huismans (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V86576
ISBN (eBook)
9783638021340
ISBN (Buch)
9783638923378
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Plädoyer Erregernachweis Lyme-Borreliose
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr.med. Bernt-Dieter Huismans (Autor:in), 2008, Plädoyer für den Erregernachweis bei der chronischen Lyme-Borreliose, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86576
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Leseprobe aus  15  Seiten
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