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Faschistische Architektur und rationalistische Architektur unter dem Faschismus

Title: Faschistische Architektur und  rationalistische  Architektur unter dem Faschismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 30 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Katja Linnartz (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Das Ziel, eine faschistische Kunst zu erschaffen, die die Errungenschaften der neuen, autoritären Staatsform würdig zu unterstützen und illustrieren in der Lage war, war somit schon sehr früh von Mussolini klar definiert worden. Und an Versuchen, die Entwicklung einer originär faschistischen Kultur organisatorisch-institutionell zu fördern , fehlte es ebensowenig wie an einer wirksamen Kontrolle der Kunst mittels des 1924 gegründeten Künstlersyndikats Sindicato fascista degli artisti. Dennoch kann man, ganz im Gegenteil zu den anderen totalitären Regimen dieser Zeit, die Beziehung zwischen Kunst und Politik im Italien der Zwischenkriegszeit nicht auf die Formel einer Regimekunst reduzieren. Mussolini vollzog in der Kultur keine Gleichschaltung, die beispielsweise mit der in Deutschland vergleichbar gewesen wäre. Unterschiedliche künstlerische und intellektuelle Strömungen wurden vielmehr mit Mitteln einer äußerst geschickten, die bestehenden Polarisierungen sorgfältig nutzenden, integrativen Konsensstrategie für die Schaffung einer faschistischen Kultur gewonnen. Mussolini forderte eine faschistische Kunst, aber genauere Aussagen, die eine stilistische Festlegung beinhalten, wird man auf Seiten des Regimes vergeblich suchen. Das gilt selbstverständlich auch für die Architektur, die als eine Kunstart in dieser Arbeit exemplarisch herausgegriffen werden soll. Die Arte fascista wurde als in der Entwicklung befindlich gesehen, und der Duce war sich sicher, daß sich im Wettstreit um die großen nationalen Projekte ein einziger Stil entwickeln und durchsetzen würde, der die Darstellungsbedürfnisse des Faschismus am besten repräsentiert. Die Mehrzahl der Architekten konnte daher, ungeachtet ästhetischer Differenzen, ohne Probleme im faschistischen Staat arbeiten. Denn eine eigentliche Opposition gab es nicht; ausnahmslos alle Architekten waren systemkonform eingestellt, und bei den Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen Gruppierungen ging es nicht um Antifaschismus, sondern um die beste Art, dem Faschismus architektonischen Ausdruck zu geben.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

I. Die ieologische Funktion von Architektur in totalitären Systemen

II. Die Unterschiedlichen Strömungen

1. Die Anfänge: Der Accademismo der Römer Schule

2. Die Ansätze, dem Regime du einer authentischen Kunst zu verhelfen

2.1. Das Novecento

2.2. Der Razionalismo

3. Die Entwicklung

3.1. 1926 – 1931: Der Aufstieg des Razionalismo

3.2. 1931- 1934: Die Blütezeit des Razionalismo

3.3. 1934/37: Die Niederlage des Razionalismo

IV. Gründe fr die Entstehung des faschistischen Stils

1. Die Vorteile des Razionalismo

2. Die Vorteile des Piacentinischen Monumentalismus

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Architektur und faschistischer Ideologie in Italien während der Zwischenkriegszeit. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum sich letztlich der traditionalistische piacentinische Monumentalismus als offizielle Staatsarchitektur gegenüber dem modernistischen Razionalismo durchsetzen konnte, obwohl das Regime keine explizite ästhetische Gleichschaltung vollzog.

  • Ideologische Funktion von Architektur in totalitären Systemen
  • Gegenüberstellung der Strömungen: Novecento/Accademismo versus Razionalismo
  • Die Entwicklung und architekturpolitische Auseinandersetzungen zwischen 1926 und 1937
  • Gründe für die Bevorzugung traditionalistischer Stile für Propagandazwecke

Auszug aus dem Buch

3.1. 1926 – 1931: Der Aufstieg des Razionalismo

Die Gelegenheit, ihre Werke das erste Mal öffentlich auszustellen, bot sich den Rationalisten im Mai 1927 bei der 3. Biennale der Künste in Monza - ein Ereignis, das für die jungen Architekten jedoch ebenso wenig von nennenswertem Erfolg gekrönt war wie ihre erste eigene Rationalistische Ausstellung im Frühjahr 1928.

Erst, als sie durch private Bauherrn die Gelegenheit bekamen, ihre Vorstellungen zu realisieren, fing man an, ihnen Beachtung zu schenken, und die rationalistische Position fand in dem Journalist und Kunsthändler Giuseppe Bardi (Mitgründer der Zeitschrift Quadrante) und dem Herausgeber der Architekturzeitschrift Casabella, Giuseppe Pagano, ihre ersten prominenten Verteidiger. Innerhalb weniger Jahre gelang es den Rationalisten, ihre Position langsam aber sicher auszubauen, bis sie schließlich in der Diskussion um die Erneuerung der italienischen Architektur von den Traditionalisten als ernsthafte, die eigene Position bedrängende Konkurrenz empfunden wurden. Deutliches Beispiel ist dafür ein im Jahre 1928 von Piacentini in Architettura veröffentlichter Artikel, in dem er sich mit den Thesen des Gruppo 7 auseinandersetzte. Denn obwohl sein Urteil darin ziemlich negativ ausfiel und er für den Rationalismus mit seinen neuen Materialien und Konstruktionen lediglich im Utilitärbau einen Platz sah, zeigt allein die Tatsache, daß er sich überhaupt zu einer kritischen Stellungnahme herabließ, daß er die Rationalisten in ihrer Rolle als Rivalen durchaus ernst nahm. Solange sich die rationalistische Architektur jedoch tatsächlich nur auf die Realisation von auf der faschistischen Werteskala hierarchisch niedriger angesiedelte Bauwerken, nämlich „Funktionsbauten“ wie Krankenhäuser, Bahnhöfe und Wohnblocks beschränkte, hielt der Protest sich allerdings in Grenzen. Die eigentliche Polemik brach erst los, als sie ambitionierter wurden und sich um repräsentative Projekte wie beispielsweise Universitäten bewarben.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Beleuchtung der frühen Definitionen faschistischer Kunst durch Mussolini und die Einordnung der Architektur als Instrument des Regimes.

I. Die ieologische Funktion von Architektur in totalitären Systemen: Analyse, wie autoritäre Systeme Architektur als symbolisch-propagandistisches Werkzeug nutzen, um Macht zu inszenieren und das Individuum unterzuordnen.

II. Die Unterschiedlichen Strömungen: Vorstellung der prägenden Strömungen, insbesondere des Accademismo, des Novecento und des Razionalismo, die um die Vorherrschaft in der ästhetischen Repräsentation konkurrierten.

3. Die Entwicklung: Detaillierte Darstellung der architekturpolitischen Auseinandersetzungen zwischen Modernisten und Traditionalisten über einen Zeitraum von zehn Jahren.

IV. Gründe fr die Entstehung des faschistischen Stils: Untersuchung der spezifischen Gründe, warum der Razionalismo trotz anfänglicher Ansätze an Bedeutung verlor und warum der Monumentalismus besser zur Identitätsbildung des faschistischen Staates taugte.

V. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Frage nach der Existenz einer einheitlichen "faschistischen Architektur" und Einordnung der Ergebnisse.

Schlüsselwörter

Faschismus, Architektur, Razionalismo, Novecento, Piacentini, Monumentalismus, Staatsbaukunst, Moderne, Tradition, Propaganda, Italien, Totalitarismus, Kulturpolitik, Ästhetik, Funktionalismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die architektonischen Entwicklungen im Italien der faschistischen Ära und untersucht, wie Architektur als Instrument zur Repräsentation einer totalitären Ideologie eingesetzt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Auseinandersetzung zwischen modernistischen Strömungen (Razionalismo) und traditionalistischen Stilen (Piacentinischer Monumentalismus) sowie die architekturpolitische Lenkung durch das faschistische Regime.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu erklären, warum sich trotz anfangs offener ästhetischer Bedingungen ab 1938 der traditionalistische, monumentale Stil als offizielle Staatsarchitektur etablieren konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer fundierten Auswertung von Quellen, zeitgenössischen Manifesten, architekturgeschichtlicher Literatur und Expertenmeinungen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der ideologischen Grundlagen, die detaillierte chronologische Darstellung der architektonischen Strömungen und die Analyse der Faktoren, die zur Verdrängung des Rationalismus führten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Faschistische Architektur, Razionalismo, Piacentinischer Monumentalismus, Staatsbaukunst und Propaganda charakterisiert.

Welche Rolle spielte Mussolini bei der Festlegung des Stils?

Mussolini förderte aktiv das Ziel einer neuen faschistischen Kunst, vermied jedoch lange Zeit eine explizite stilistische Festlegung, da er auf einen organischen Wettbewerb der Stile vertraute, bevor die Dynamik des Regimes den Monumentalismus bevorzugte.

Warum konnte sich der Razionalismo letztlich nicht als Staatsarchitektur durchsetzen?

Der Razionalismo scheiterte vor allem daran, dass seine "neue Sprache" von der breiten Masse nicht als repräsentativ und verständlich wahrgenommen wurde, während der Monumentalismus an bekannte antike Formen anknüpfte und so besser als Integrations- und Identifikationsmedium diente.

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Details

Title
Faschistische Architektur und rationalistische Architektur unter dem Faschismus
College
University of Passau  (Romanische Landeskunde)
Course
Der Faschismus und die Künste
Grade
1.3
Author
Katja Linnartz (Author)
Publication Year
2002
Pages
30
Catalog Number
V8644
ISBN (eBook)
9783638155632
Language
German
Tags
Faschistische Architektur Faschismus Künste
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Linnartz (Author), 2002, Faschistische Architektur und rationalistische Architektur unter dem Faschismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8644
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