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Europa um 1870: Die Entwicklung der westeuropäischen Industriegesellschaften und ihre Folgen für die Politik

Title: Europa um 1870: Die Entwicklung der westeuropäischen Industriegesellschaften und ihre Folgen für die Politik

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Achim Zeidler (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Summary Excerpt Details

1. Einleitung: Anfänge der Industrialisierung:
Im 18. Jahrhundert veränderten sich die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen; die Voraussetzungen für die Industrielle Revolution wurden geschaffen. Dieser Prozess entwickelte sich anfangs in Großbritannien und dynamisierte sich von dort in den folgenden Jahrzehnten nach Kontinentaleuropa.
Eine neue Arbeitsauffassung, die aufgrund der Aufhebung von Beschränkungen Privatkapital für Investitionen zur Produktionsausweitung im Großgewerbe begründete, ermöglichte der Kapitalgesellschaft den wirtschaftlichen Liberalismus. Neuerungen und Fortschrittlichkeit in Bereichen der Naturwissenschaften, Technik und Mechanisierung bewirken, das nun Freihandelsgebiete entstehen in denen eine Agrarrevolution durchgeführt wird. Durch Flurbereinigungen, effizientere Nutzung der offenen Feldfluren und Neuerungen im Fruchtwechsel-System erhöhen sich die Felderträge. Aufgrund der steigenden Bodenerträge, der Vereinfachung der körperlichen Arbeit mittels Maschinentechnik und der Verbesserung des Medizinwesen kommt es jedoch zu einem sprunghaften Anstieg der Bevölkerungszahlen. Folgen sind Überbevölkerung und die Entstehung von Nahrungsmitteldefiziten. Die Maschinen, Lohnarbeit und die wachsenden Fabrikstädte führen dazu, dass eine Landflucht einsetzt. Die meisten Menschen versuchen in den großen Industriestandorten, die durch einen erweiterten Ausbau der Infrastruktur besser und schneller zu erreichen sind, ihr Geld zu verdienen. Da jedoch aufgrund eines Überangebotes an Arbeitskräften zu einem Absinken des Lohnniveaus und zu einem gnadenlosen Konkurrenzkampf unter den Industriestandorten und -zweigen kommt, verelenden die breiten Massen zunehmend. Der Pauperismus führt deswegen zu der Heranbildung eines großstädtischen Proletariats, welches durch die neuen Fabriksysteme Massengüter und Massenkonsum vorantreibt. Die Folgen im sozialen Bereich sind jedoch Zersplitterungen in reiche Kapital- und Firmeneigentümer und arme Fabrikarbeiter. Eine Einteilung in verschiedene Klassen entsteht, bei der die unteren Schichten kein Mitspracherecht an Verbesserungen der sozialen Bedingungen und der Gestaltung der Politik haben. Diese Veränderungen der traditionellen Strukturen, die sich durch die Industrielle Revolution zunächst in England und später in ganz West- und Südeuropa durchsetzen, führen zu einer erweiterten europäischen Industriegesellschaft, die außer den ökonomischen und ökologischen auch weitreichende politische Resultate als Zeichen des Fortschritts mit sich brachten. Besonders auf die Folgen für die Politik, die durch die Entwicklung der Industriestaaten herbeigeführt wurden, soll im folgenden der Fokus dieser Hauptseminararbeit gelegt und geklärt werden, inwieweit sich die westeuropäischen Staaten in ihrer politischen Praxis in Gesellschaft und Staatlichkeit durch die Industrielle Revolution verändert haben...


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Anfänge der Industrialisierung

2. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen

2.1 Bevölkerungsexplosion

2.2 Mobilisierung der Gesellschaft

2.3 Aufschwung der Landwirtschaft

2.4 Verbesserung der Lebensbedingungen

3. Industrielle Revolution in Europa

3.1 Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur

3.2 Übergang zur industriellen Gesellschaft

4. Soziale Folgen der Industrialisierung

4.1 Vermassung und Anonymisierung der Gesellschaft

4.2 Der Pauperismus

5. Politische Ebene

5.1 Bedeutung der Revolution von 1848/49

5.2 Verfassungspolitischer Bereich

5.3 Zwischen monarchischem und parlamentarischem System

5.4 Politische Praxis

6. Politische Folgen der Industrialisierung

7. Bewertung der Industriellen Revolution

8. Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Transformationsprozess der westeuropäischen Industriegesellschaften im 19. Jahrhundert und analysiert, wie dieser wirtschaftliche und soziale Wandel die politische Praxis sowie die Staatlichkeit nachhaltig veränderte.

  • Ursachen und Auswirkungen der Industrialisierung in Westeuropa.
  • Gesellschaftlicher Wandel durch Demografie und Mobilität.
  • Soziale Folgen wie Pauperismus, Vermassung und Klassenspaltung.
  • Wechselwirkungen zwischen ökonomischer Entwicklung und politischen Systemen.
  • Die Rolle von Nationalstaatsbildungen und Verfassungspolitik.

Auszug aus dem Buch

4. 2 Der Pauperismus

Die durch Anonymisierung und Vermassung bedingte Massenarmut ist als Phänomen zwar nicht erst seit den Anfängen der Industrialisierung zu erkennen. Jedoch ist das gehäufte Auftreten in diesem Kontext neu zu bewerten.

Zu Zeiten, als der Agrarsektor noch die Haupteinnahmequelle und die Haupterwerbstätigkeit ausmachte, konnten die Bürger bzw. Bauern sich auch noch bei geringen finanziellen Verdienstmöglichkeiten oder gestiegenen Arbeitslosenzahlen einigermaßen gut ernähren. Seit der Industrialisierung entstand nun im Gegensatz dazu das Stadtproletariat, welches sich ausschließlich nur über die finanziellen Einnahmemöglichkeiten ihre Versorgung und den Lebensstandard leistete.

Für die Bevölkerungsschichten, die auf der Existenzgrundlage der Landwirtschaft ihr Leben meisterten und sich selbst durch Weizenanbau, Kartoffelernte oder Frucht- und Zuchtobst ernährten, fällt durch die Industrialisierung und der damit zusammenhängenden Landfluktuation und Verstädterung diese agrarische Substanz weg. In der Stadt haben sie keine Möglichkeit Vieh- und Ackerbau zu betreiben, Jagen und Fischen, kurz: Das einfache, naturgebundene Leben erliegt dort den Gesetzen der Produktionsverhältnisse. Die fortschreitende Mechanisierung, die technischen Neuerungen und der Aufbau einer konkurrierenden Situation innerhalb der neu entstehenden sozialen Gruppe der Arbeiter, bewirkt eine Entsolidarisierung des einfachen Menschen, der nicht mehr aufgrund von Zuweisungen einer bestimmten Bodenfläche oder eines Grundbesitzes durch den Lehensherr oder im handwerklichen Betrieb durch den Meister eine einigermaßen geschützte und geregelte Einkommensquelle haben (trotz erheblicher Abgaben der erwirtschafteten Erträge oder relativ geringer Reallöhne), da bei der Arbeit in den Fabrikhallen nun jeder Selbstverantwortung übernehmen muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Anfänge der Industrialisierung: Die Einleitung erläutert die wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen der Industriellen Revolution im 18. Jahrhundert und definiert den Fokus auf die politischen Folgen dieser Entwicklung.

2. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen: Dieses Kapitel behandelt das Bevölkerungswachstum, die Mobilisierung durch Landflucht sowie die Fortschritte in der Landwirtschaft und deren Einfluss auf die Lebensbedingungen.

3. Industrielle Revolution in Europa: Es wird die Veränderung der Wirtschaftsstruktur analysiert, wobei der Übergang von agrarischen zu industriellen Produktionsweisen und der Aufstieg kleinerer Betriebe beleuchtet wird.

4. Soziale Folgen der Industrialisierung: Der Hauptteil konzentriert sich auf die negativen Begleiterscheinungen wie Vermassung, Anonymisierung und das Entstehen des Pauperismus innerhalb des neuen Stadtproletariats.

5. Politische Ebene: Hier werden die Auswirkungen der Revolution von 1848/49 auf Verfassungen und die Etablierung einer Zwischenform zwischen monarchischer und parlamentarischer Herrschaft dargestellt.

6. Politische Folgen der Industrialisierung: Dieses Kapitel fasst zusammen, wie das wirtschaftliche Wettrennen und die nationalstaatlichen Bestrebungen die politische Landschaft Europas, inklusive der Entstehung des Deutschen Reiches, beeinflussten.

7. Bewertung der Industriellen Revolution: Die Arbeit schließt mit einer positiven Bewertung der allgemeinen Fortschritte, weist jedoch kritisch auf die andauernden sozialen Spannungen zwischen den Klassen hin.

8. Literaturangaben: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Industrialisierung, Industrielle Revolution, Pauperismus, Proletariat, Bourgeoisie, Sozialgeschichte, Parlamentarismus, Nationalstaat, Wirtschaftswachstum, Bevölkerungsentwicklung, Klassengesellschaft, Verfassungspolitik, Soziale Frage, Kapitalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Industrialisierung in Westeuropa und ihre tiefgreifenden Auswirkungen auf die gesellschaftlichen Strukturen und die politische Gestaltung im 19. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen den demografischen Wandel, den Pauperismus, die Veränderung der Wirtschaftsstruktur, die Rolle der Revolution von 1848/49 und die Herausbildung des Nationalstaates.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, inwieweit sich die westeuropäischen Staaten in ihrer politischen Praxis und gesellschaftlichen Ordnung durch den industriellen Umbruch verändert haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten historisch-analytischen Auswertung bestehender Fachliteratur und historischer Quellen zur europäischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

Welche Schwerpunkte hat der Hauptteil?

Der Hauptteil beleuchtet detailliert den Pauperismus, die Anonymisierung der Gesellschaft und den Wandel hin zu parlamentarischen oder konstitutionellen Regierungssystemen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten beschreiben?

Industrialisierung, Pauperismus, Klassengesellschaft, Parlamentarismus, Nationalstaat und soziale Frage sind die prägenden Begriffe dieser Arbeit.

Warum wurde laut Autor der Pauperismus im 19. Jahrhundert zu einem drängenden Problem?

Der Pauperismus verschärfte sich, weil die industrielle Mechanisierung traditionelle Lebensgrundlagen der Landbevölkerung zerstörte und das neu entstandene Stadtproletariat im Gegensatz zu früheren Zeiten ausschließlich von Lohnarbeit abhängig war, ohne sozialen Schutz.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der Industrialisierung auf die politische Entwicklung?

Der Autor sieht eine positive Entwicklung hin zu Parlamentarismus und Rechtsstaatlichkeit, weist jedoch gleichzeitig auf die problematische soziale Spaltung und die daraus resultierenden politischen Krisen zwischen Kapitalisten und Arbeitern hin.

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Details

Title
Europa um 1870: Die Entwicklung der westeuropäischen Industriegesellschaften und ihre Folgen für die Politik
College
University of Bamberg
Grade
2,0
Author
Achim Zeidler (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V86357
ISBN (eBook)
9783638007252
ISBN (Book)
9783638913249
Language
German
Tags
Europa Entwicklung Industriegesellschaften Folgen Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Achim Zeidler (Author), 2004, Europa um 1870: Die Entwicklung der westeuropäischen Industriegesellschaften und ihre Folgen für die Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86357
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