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Velázquez' Las meninas und Beatus ille von Antonio Munoz Molina: ein strukturaler Vergleich

Title: Velázquez' Las meninas und Beatus ille von Antonio Munoz Molina: ein strukturaler Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 1999 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Wolfram Bergande (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Summary Excerpt Details

...cuerpo desconocido y futuro que ya no tocarán estas
manos que lo adivinaron en caricias como profecías, y
que Minaya ignora, porque todavía no ha aprendido a
mirar los cuerpos en el tiempo, que es la única luz que
revela sus verdaderos rasgos, los que una pupila y un
instante no saben descubrir.
Beatus ille

Der Gegenstand dieser Arbeit ist ein strukturaler Vergleich zwischen dem Gemälde Las meninas von Diego Velázquez und der Erzählung Beatus ille von Antonio Munoz Molina. Meine These ist erstens, daß beide Werke die Möglichkeit bzw. die Unmöglichkeit menschlicher Selbsterkenntnis thematisieren. Zweitens, daß beiden Werken in ihrer jeweiligen Verwendung der Kategorien der Zeit, des Raumes, der Perspektive, des Imaginären und der Realität homologe Strukturen zugrundeliegen - ungeachtet der unterschiedlichen Medien ihrer Darstellung. Der Beweis der These gliedert sich in drei Teile. In einem ersten Schritt möchte ich zunächst den Begriff der menschlichen Selbsterkenntnis darlegen, so, wie er in der philosophischen Tradition in der Begrifflichkeit von Subjekt und Objekt problematisiert wurde, um danach die formale Struktur, auf deren Basis er in beiden Werken inszeniert ist, in einer ersten Annäherung, nämlich als strukturelle Unmöglichkeit absoluter subjektiver Selbstrepräsentation, anzuzeigen. Dem folgt zweitens eine Interpretation des Bildes Las meninas, die, auf bestehenden Interpretationen aufbauend, das Werk als eine künstlerische Darstellung dieser strukturellen Unmöglichkeit auslegt. Daß sich Struktur und Thematik von Las meninas auf diejenigen von Beatus ille abbilden lassen, und welche Rolle der künstlerischen Repräsentation innerhalb des Dreiecks von Subjekt, Imaginärem und Realität zukommt, wird im folgenden dritten Abschnitt gezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Philosophische Konzeptionen von Selbsterkenntnis als Unmöglichkeit der Selbstrepräsentation

2. Die Unmöglichkeit einer absoluten Selbstrepräsentation in Las meninas

2.1 Die Selbstrepräsentation des Bildautors

2.2 Die Repräsentation des Königspaares als ‚Portrait‘ ihrer Perspektive auf die Bildszene

2.3 Zwei Unmöglichkeiten der Selbstrepräsentation: Königspaar und Bildautor

2.4 Einwände: Selbstrepräsentation in der Logik des Spiegels

2.5 Das aufklärerische Potential von Las meninas

2.6 Selbsterkenntnis als Einsicht in die Unmöglichkeit des Sich-selbst-kennens

3. Die strukturale Homologie zwischen Las meninas und Beatus ille

3.1 Imaginärer Raum und geschichtliche Zeit in Las meninas und Beatus Ille

3.2 Die Thematisierung der Scheinhaftigkeit und des Ersatzcharakters von Kunst; Las meninas als proto-aufklärerisches Kunstwerk

3.3 Das Imaginäre und die Realität in Beatus ille

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen strukturalen Vergleich zwischen dem Gemälde "Las meninas" von Diego Velázquez und der Erzählung "Beatus ille" von Antonio Muñoz Molina zu ziehen, um die Unmöglichkeit menschlicher Selbsterkenntnis als zentrales Thema beider Werke aufzuzeigen.

  • Analyse der philosophischen Grundlagen von Selbsterkenntnis und Selbstrepräsentation.
  • Untersuchung der strukturellen Unmöglichkeit absoluter Selbstrepräsentation in "Las meninas".
  • Nachweis einer strukturalen Homologie zwischen Malerei und Literatur hinsichtlich der Kategorien Raum, Zeit und Perspektive.
  • Deutung der Kunstwerke als "proto-aufklärerische" Instrumente zur Desillusionierung des Betrachters/Lesers.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Selbstrepräsentation des Bildautors

Auf den ersten Blick erscheint Las meninas als ein Bild, das die Szene seiner eigenen Entstehung abbildet. Der Autor des Gemäldes, der Hofmaler Philipps II. Diego Velázquez, hätte sich demnach im Jahre 1656 mitsamt seiner Staffelei und den auf dem Gemälde festgehaltenen Personen vor einem wandhohen Spiegel positioniert, um ein vom Herrscher bestelltes Portrait der Hoffräulein mit einem Selbstportrait in ein und demselben Gemälde zu vereinen.

Der perspektivische Punkt, von dem aus der Betrachter von Las meninas auf die dargestellte Szenerie blickt, läge symmetrisch zur Perspektive des Künstlers auf der parallel zur Fläche der Leinwand verlaufenden Spiegelebene, in der sich alle auf dem Gemälde dargestellten Personen reflektieren und von wo aus sie durch den Maler, der selbst Teil der Szene ist, auf Leinwand gebannt werden können.

Auf der Vorderseite der in Las meninas nur aus der Rückansicht dargestellten Leinwand dürften wir dann, könnten wir gleichsam in das Gemälde hineinsteigen und die Kehrseite der Staffelei aus der Perspektive des aus dem hinteren Bildgrund zurückblickenden Kammerdieners (aposentador) betrachten, wiederum das Gemälde Las meninas erwarten.

Velázquez hätte damit das Gemälde Las meninas als Darstellung seiner eigenen Entstehung gemalt, und zwar als einen nahezu geschlossenen Zirkel der Selbstrepräsentation, der allerdings noch, wie Foucault schon bemerkt hat, dadurch unterbrochen würde, daß der Maler keinesfalls zu genau demselben Moment malen und sich selbst in der Spiegelebene reflektieren könnte, da er zum Farbauftrag jeweils gezwungen ist, hinter die Leinwand zu treten, die dann jedesmal, indem sie zwischen Künstler und Spiegelfläche tritt, dem Künstler den Blick auf die abzubildende Szene verwehrt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in den strukturalen Vergleich und die zentrale These über die Unmöglichkeit menschlicher Selbsterkenntnis.

1. Philosophische Konzeptionen von Selbsterkenntnis als Unmöglichkeit der Selbstrepräsentation: Darlegung der philosophischen Tradition von Platon bis Kant im Kontext von Subjekt, Objekt und Erkenntnisfähigkeit.

2. Die Unmöglichkeit einer absoluten Selbstrepräsentation in Las meninas: Detaillierte Bildanalyse, die zeigt, wie das Gemälde die Unmöglichkeit seiner eigenen vollkommenen Repräsentation inszeniert.

3. Die strukturale Homologie zwischen Las meninas und Beatus ille: Aufzeigen der Übereinstimmungen beider Werke hinsichtlich des strukturellen Aufbaus und des Desillusionierungsprozesses des Rezipienten.

Schlüsselwörter

Selbsterkenntnis, Selbstrepräsentation, Velázquez, Las meninas, Muñoz Molina, Beatus ille, strukturaler Vergleich, Subjekt-Objekt-Kluft, Desillusionierung, Imaginäres, Raum, Zeit, Perspektive, Identitätsfindung, Aufklärung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die thematische und strukturelle Verbindung zwischen dem Gemälde "Las meninas" und dem Roman "Beatus ille" im Hinblick auf das Problem der Selbsterkenntnis.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt, die Rolle der Perspektive im künstlerischen Raum und die Unmöglichkeit einer absoluten Selbstrepräsentation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Nachweis, dass beide Werke die Unmöglichkeit der Selbsterkenntnis als Identität von Subjekt und Objekt thematisieren und den Betrachter/Leser zu einer Erkenntnis über diese strukturelle Grenze führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein strukturaler Vergleich auf Basis philosophischer Erkenntnistheorie und phänomenologischer sowie literaturwissenschaftlicher Ansätze angewendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst die philosophischen Grundlagen, interpretiert "Las meninas" als künstlerische Darstellung der strukturellen Unmöglichkeit und überträgt diese Erkenntnisse auf den Vergleich mit "Beatus ille".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Selbsterkenntnis, Unmöglichkeit, Repräsentation, Desillusionierung und die strukturelle Homologie der behandelten Kunstwerke.

Wie spielt das Spiegelmotiv eine Rolle in der Analyse von "Las meninas"?

Der Spiegel fungiert als Paradigma der Selbstrepräsentation, dessen Unmöglichkeit oder Paradoxie durch den Künstler entlarvt wird, um die Kluft zwischen Repräsentierendem und Repräsentiertem zu verdeutlichen.

Wie verhält sich die Erzählzeit in "Beatus ille" zur Bildstruktur von "Las meninas"?

Während "Las meninas" den imaginären Raum räumlich-statisch vorgibt, führt "Beatus ille" den Leser durch eine narrative Dynamik, wobei in beiden Fällen die Desillusionierung des Rezipienten im Zentrum steht.

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Details

Title
Velázquez' Las meninas und Beatus ille von Antonio Munoz Molina: ein strukturaler Vergleich
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Romanistik HUB)
Course
Hauptseminar: Memoria e identidad
Grade
1,0
Author
Wolfram Bergande (Author)
Publication Year
1999
Pages
22
Catalog Number
V8633
ISBN (eBook)
9783638155588
Language
German
Tags
Literatur Bild Psychoanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wolfram Bergande (Author), 1999, Velázquez' Las meninas und Beatus ille von Antonio Munoz Molina: ein strukturaler Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8633
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