Ich befasse mich in dieser Arbeit einerseits mit den Ursachen, Umständen und Situationen, die Jugendliche zum Gewalthandeln bewegen und untersuche in einem zweiten Schritt Möglichkeiten der Prävention und Intervention. Ich werde nach grundlegenden, allgemeinen Betrachtungen und Definitionen spezifiziertere Erklärungsansätze und Theorien heranziehen, um so schrittweise die Thematik zu vertiefen und zu differenzieren. Bei der anschliessenden Untersuchung von möglichen Handlungsansätzen zum Abbau von Gewalthandeln sollen nebst theoretischen Erwägungen vor allem Pragmatik und konkreter Praxisbezug im Vordergrund stehen.
Ich lasse mich für diese Arbeit von folgender Fragestellung leiten:
Welche sozialpädagogischen Präventionen und Interventionen können Jugendliche darin unterstützen, auf Gewalthandeln zu verzichten?
Inhaltsverzeichnis
- Vorbemerkung
- 1. Einleitung
- 1.1. Einführung und Motivation
- 1.2. Vorgehen
- 1.3. Fragestellung
- 1.4. Eingrenzung des Themas
- 1.5. Begriffsklärung
- 1.5.1. Aggression
- 1.5.2. Selbstbehauptung
- 1.5.3. Gewalt
- 1.5.4. Gewalthandeln
- 1.5.5. Jugendgewalt
- 1.6. Gender (Geschlechtsrolle)
- 2. Theorien zur Entstehung von Aggression
- 2.1. Instinkt- oder Aktionsmodelle
- 2.2. Reaktionsmodelle
- 2.2.1. Frustrations-Aggressions-Hypothese
- 2.2.2. Theorie der aversiven Reize
- 2.3. Lerntheoretischer Ansatz
- 2.3.1. Instrumentelles Lernen
- 2.3.2. Lernen durch Beobachtung und Lernen am Modell
- 2.4. Fazit
- 2.5. Interaktionsmodell
- 3. Adoleszenz
- 3.1. Dynamischer Interaktionismus
- 3.2. Jugendalter und Adoleszenz als kritische Lebensphase
- 3.3. Individualisierung und Desintegration
- 4. Biografische Lebensbewältigung
- 5. Jugendcliquen
- 6. Der Einfluss der Medien
- 7. Empirische Forschungsergebnisse
- 7.1. Thesen
- 7.2. Fazit
- 8. Grundlegendes zu Prävention und Intervention
- 8.1. Einleitung
- 8.2. Menschenbild
- 8.3. Adoleszenzverständnis
- 8.4. Leitsätze professioneller sozialpädagogischer Arbeit
- 8.5. Fazit
- 9. Prinzipien der Prävention und Intervention
- 9.1. Empowerment
- 9.2. Milieubildung
- 9.2.1. Die personal-verstehende Dimension
- 9.2.2. Die aktivierende Dimension
- 9.2.3. Die pädagogisch-interaktive Dimension
- 9.2.4. Die Dimension des Ressourcenmanagements
- 9.3. Die Verschmelzung von Intervention und Prävention
- 10. Entwicklung neuer Bewältigungsstrategien (Coping)
- 10.1. Selbstwirksamkeit
- 10.2. Konstruktive Copingstrategien
- 11. Methoden
- 11.1. Trainingskurse und -programme
- 11.2. Jungenarbeit
- 11.3. Erlebnispädagogische Angebote
- 11.4. Medienpädagogische Projekte
- 11.5. Interaktionspädagogische Techniken
- 12. Zum Umgang mit gewaltbereitem Verhalten Jugendlicher
- 12.1. Zentrale Grundvoraussetzungen
- 12.2. Konkrete Verhaltensregeln
- 13. Die Grenzen in der Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen
- 14. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
- 14.1. Zusammenfassung der Bedingungen und Ursachen
- 14.2. Prävention und Intervention / Beantwortung der Fragestellung
- 15. Kritische Würdigung
- 16. Schlusswort
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Jugendgewalt und untersucht die Ursachen, die dazu führen, dass Jugendliche zu Gewalthandlungen greifen. Im Zentrum stehen dabei die Möglichkeiten der Prävention und Intervention, mit denen sozialpädagogische Fachkräfte Jugendliche darin unterstützen können, auf Gewalthandeln zu verzichten.
- Analyse der Ursachen und Bedingungen für Jugendgewalt
- Relevante Theorien zur Entstehung von Aggression und Gewalt
- Besonderheiten des Jugendalters und der Adoleszenz
- Soziokulturelle und mediale Einflüsse auf Jugendgewalt
- Entwicklung und Anwendung sozialpädagogischer Präventions- und Interventionsmethoden
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Jugendgewalt ein und stellt die Motivation und den Forschungsfokus des Autors dar. Die Arbeit bezieht sich auf männliche Jugendliche in der Adoleszenz und untersucht deren gewalttätiges Verhalten.
Kapitel 2 beschäftigt sich mit verschiedenen Theorien zur Entstehung von Aggression und Gewalt, darunter Instinktmodelle, Reaktionsmodelle wie die Frustrations-Aggressions-Hypothese und Lerntheoretische Ansätze.
Kapitel 3 beleuchtet die Adoleszenz als eine kritische Lebensphase, in der Jugendliche mit Herausforderungen wie Individualisierung und Desintegration konfrontiert sind.
Kapitel 4 befasst sich mit der Bedeutung von biografischen Lebensbewältigungsstrategien und deren Einfluss auf das Verhalten von Jugendlichen.
Kapitel 5 analysiert die Rolle von Jugendcliquen und deren Einfluss auf das gewalttätige Verhalten von Jugendlichen.
Kapitel 6 untersucht den Einfluss der Medien auf die Entstehung und Verbreitung von Gewalt.
Kapitel 7 präsentiert empirische Forschungsergebnisse zu Jugendgewalt und deren Interpretation.
Kapitel 8 behandelt grundlegende Aspekte der Prävention und Intervention in der Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen.
Kapitel 9 widmet sich den Prinzipien der Prävention und Intervention, wie Empowerment und Milieubildung.
Kapitel 10 befasst sich mit der Entwicklung neuer Bewältigungsstrategien (Coping) für Jugendliche, um ihnen alternative Verhaltensweisen aufzuzeigen.
Kapitel 11 stellt verschiedene Methoden der Prävention und Intervention vor, wie Trainingskurse und Programme, Jungenarbeit, Erlebnispädagogische Angebote, Medienpädagogische Projekte und Interaktionspädagogische Techniken.
Kapitel 12 beschreibt wichtige Aspekte im Umgang mit gewaltbereitem Verhalten Jugendlicher und definiert zentrale Grundvoraussetzungen und konkrete Verhaltensregeln für pädagogische Fachkräfte.
Kapitel 13 beleuchtet die Grenzen und Herausforderungen in der Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen.
Schlüsselwörter
Jugendgewalt, Aggression, Gewaltprävention, Intervention, Sozialpädagogik, Adoleszenz, Jugendalter, Lebensbewältigung, Milieubildung, Empowerment, Coping, Interaktionspädagogik, Jungenarbeit, Erlebnispädagogik, Medienpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Warum greifen Jugendliche zu Gewalt als Form der Krisenbewältigung?
Gewalt kann für Jugendliche ein Mittel sein, um Desintegrationserfahrungen, mangelndes Selbstwertgefühl oder Ohnmachtsgefühle in einer komplexen Welt zu kompensieren und sich Selbstwirksamkeit zu verschaffen.
Welche Theorien erklären die Entstehung von Aggression?
Die Arbeit diskutiert Instinktmodelle, Reaktionsmodelle (wie die Frustrations-Aggressions-Hypothese) sowie lerntheoretische Ansätze (Lernen am Modell).
Was ist der Unterschied zwischen Aggression und Selbstbehauptung?
Selbstbehauptung ist ein konstruktives Durchsetzen eigener Interessen ohne Schädigung anderer, während Aggression und Gewalt auf die Verletzung oder Unterwerfung des Gegenübers abzielen.
Welche Rolle spielen Medien und Cliquen?
Medien können als Modelle für gewalttätiges Verhalten dienen. Cliquen bieten einerseits Schutz und Identität, können aber durch Gruppendruck auch gewalttätige Dynamiken verstärken.
Was versteht man unter Empowerment in der Sozialpädagogik?
Empowerment zielt darauf ab, die Stärken und Ressourcen der Jugendlichen zu aktivieren, damit sie ihr Leben eigenverantwortlich und ohne Gewalt gestalten können.
Welche Präventionsmethoden werden vorgestellt?
Vorgestellt werden unter anderem soziale Trainingskurse, Jungenarbeit, Erlebnispädagogik und medienpädagogische Projekte zur Förderung konstruktiver Coping-Strategien.
- Quote paper
- Dipl. Sozialpädagoge FH Josef Epper (Author), 2000, Jugendgewalt als Krisenbewältigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86230