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Soziales Kapital und Arbeitsmarkt

Eine Überprüfung der Granovetterschen Hypothesen anhand empirischer Untersuchungen aus dem deutschsprachigen Raum

Title: Soziales Kapital und Arbeitsmarkt

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Maurice Vlaeminck (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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In Zeiten von nahezu vier Millionen Arbeitslosen in Deutschland, stellt sich generell die Frage, auf welchem Wege man mit minimalen Suchkosten zurück in den Arbeitsmarkt findet. Gerade die Ergebnisse der Arbeiten von GRANOVETTER (1973, 1995) und seinem neu aufgestellten Forschungsparadigma zur Erklärung von Mobilitätsprozessen auf dem Arbeitsmarkt, verursachten seither ein Umdenken in der Forschung. Anhand seiner Studien weist er nach, dass soziales Kapital beim Zugang zu Vakanzen einen entscheidenden Stellenwert einnimmt und mitunter zu attraktiveren Arbeitsplätzen führt, als mithilfe formeller Suchstrategien. Die vorliegende Arbeit stellt den Versuch an, einen Überblick darüber zu geben, inwieweit sich die Thesen GRANOVETTER´S (1973, 1995) durch aktuelle empirische Untersuchungen aus dem deutschsprachigen Raum verifizieren bzw. falsifizieren lassen. Für die Erstellung dieser Arbeit wurden Studien aus Deutschland sowie der Schweiz herangezogen, welche sich dem Thema ‚Sozialkapital und Arbeitsmarkt’ widmen. Diese Arbeit erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit sondern versucht einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zu geben. Zum besseren Verständnis werden eingangs die wichtigsten Begriffe, Theorieansätze sowie wesentliche Probleme des Forschungsfeldes zusammengefasst wiedergegeben, um sich im Anschluss daran gezielt auf die Hypothesen und Evidenzen konzentrieren zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Soziales Kapital und Arbeitsmarkt

2. Begriffsdefinitionen

2.1. Der Markt

2.2. Der Arbeitsmarkt

2.3. Soziales Kapital

3. Allgemeine und spezielle Theorieansätze

3.1. Neoklassische Arbeitsmarkttheorie

3.2. Statuszuweisungsansatz

3.3. Ansatz der Arbeitsmarktsegmentation

3.4. Job-Search-Modelle

3.5. Kontaktnetztheorie

4. Probleme des Forschungsfeldes

4.1. Soziale Ressourcen

4.2. Wechselwirkungseffekte

4.3. Kontrollvariablen und die Lebensverlaufsperspektive

4.4. Kontakt- und Wechselwahrscheinlichkeit

4.5. Prestige oder Status?

5. Hypothesen

5.1. These der reduzierten Suchkosten

5.2. These der profitableren Platzierung über soziale Kontakte

5.3. These der profitableren Platzierung über ‚Weak-Ties’

5.4. Karrierezyklus-These

5.5. Qualifikationsniveau-These

5.6. These der sozialen Schließung

6. Empirische Evidenzen

6.1. Zur These der reduzierten Suchkosten

6.2. Zur These der profitableren Platzierung über soziale Kontakte

6.3. Zur These der profitableren Platzierung über ‚Weak-Ties’

6.4. Zur Karrierezyklus-These

6.5. Zur Qualifikationsniveau-These

6.6. Zur These der sozialen Schließung

7. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von sozialem Kapital bei Mobilitätsprozessen auf dem Arbeitsmarkt, indem sie die Hypothesen von Mark Granovetter durch aktuelle empirische Studien aus dem deutschsprachigen Raum kritisch prüft und verifiziert oder falsifiziert.

  • Analyse der Rolle von sozialen Netzwerken bei der Stellensuche
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie der "schwachen Bindungen" (Weak-Ties)
  • Überprüfung der Bedeutung von sozialen Kontakten für den beruflichen Aufstieg
  • Methodische Reflexion über die Qualität und Vergleichbarkeit empirischer Studien
  • Untersuchung von Selektionseffekten und Arbeitsmarktsegmentierung

Auszug aus dem Buch

3.5. Kontaktnetztheorie

Bei der Kontaktnetztheorie von GRANOVETTER (1973, 1995) handelt sich um eine Erweiterung des neoklassischen Belegs, dass beide Strategien, die Stellensuche über soziale Kontakte auf der Arbeitnehmerseite und die Stellenbesetzung auf Seiten der Arbeitgeber mittels sozialer Kontakte, durchaus rationale Suchmethoden darstellen können (siehe Abschnitt 3.1.). Für einen Arbeitgeber sinken in erheblichem Maße die Kosten der Personalrekrutierung durch Nutzung von beispielsweise Mitarbeiter- und/ oder Kundenkontakten, sowie die Kontrollkosten, da sich die Kontaktperson oftmals für die angeworbene Person mit verantwortlich fühlt, zumal im Falle eines Scheiterns mit einer negativen Evaluierung der Kontaktperson zu rechnen ist (vgl. PREISENDÖRFER & VOSS 1988: 106f.). „Dieser Kanal ist billig und hat den Vorteil, daß die Belegschaft selbst eine disziplinierende Funktion ausübt. Sie bürgt für die Verlässlichkeit des Eingestellten“ (WINDOLF & HOHN 1985: 310). Analog dazu stellen soziale Kontakte bzw. die Assimilation in soziale Netzwerke, für einen Arbeitnehmer eine zentrale Ressource für den Prozess der Stellenfindung dar, da sie zu genaueren und auserleseneren Informationen über eine Vakanz führen und somit die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Anstellung steigt (vgl. PREISENDÖRFER & VOSS 1988: 107). Gleichzeitig sind diese Informationen für einen Arbeitnehmer mit sehr niedrigen Suchkosten verbunden, da sie quasi als Nebenprodukt alltäglicher Interaktion von Individuen eines sozialen Netzwerkes anfallen (vgl. GRANOVETTER 1995: 11ff., 97).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Soziales Kapital und Arbeitsmarkt: Einleitung in die Problematik und Vorstellung der Fragestellung zur Bedeutung von sozialen Kontakten bei der Stellensuche.

2. Begriffsdefinitionen: Definition der zentralen Begriffe Markt, Arbeitsmarkt und Soziales Kapital als Grundlage für die weitere Analyse.

3. Allgemeine und spezielle Theorieansätze: Überblick über existierende ökonomische und soziologische Theorien zur Arbeitsmarktforschung und zum Stellenwert sozialer Kontakte.

4. Probleme des Forschungsfeldes: Methodische Auseinandersetzung mit Schwächen bisheriger Studien, wie Zirkularität, fehlende Kontrollvariablen und Selbstselektion.

5. Hypothesen: Komprimierte Darstellung der zentralen Hypothesen von Granovetter zur Bedeutung von sozialen Kontakten und Netzwerken.

6. Empirische Evidenzen: Detaillierte Gegenüberstellung und Auswertung verschiedener empirischer Studien zur Prüfung der aufgestellten Hypothesen.

7. Zusammenfassung: Fazit über die Validität der Hypothesen und Ausblick auf die Notwendigkeit einer methodischen Weiterentwicklung in der Forschung.

Schlüsselwörter

Soziales Kapital, Arbeitsmarkt, Granovetter, Weak-Ties, Stellensuche, Netzwerke, Berufseinstieg, Mobilitätsprozesse, Arbeitslosigkeit, Rekrutierung, Sozialstruktur, empirische Sozialforschung, Humankapital, soziale Ressourcen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwieweit soziale Kontakte beim Zugang zu neuen Arbeitsplätzen eine entscheidende Rolle spielen und ob diese informellen Suchwege effektiver sind als formelle Strategien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Mark Granovetter, die Rolle von sozialen Netzwerken, die Bedeutung von "Weak-Ties" sowie die ökonomischen Aspekte von Suchkosten auf dem Arbeitsmarkt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Hypothesen Granovetters anhand empirischer Daten aus dem deutschsprachigen Raum zu prüfen, um zu klären, unter welchen Bedingungen soziale Kontakte den beruflichen Erfolg tatsächlich fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse und eine kritische Synthese verschiedener empirischer Studien (sekundäranalytischer Ansatz), wobei der Fokus auf dem Vergleich unterschiedlicher methodischer Ansätze liegt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die begriffliche Klärung, die Darstellung theoretischer Ansätze, eine kritische Diskussion der methodischen Probleme der Forschung sowie die detaillierte empirische Prüfung der einzelnen Hypothesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Soziales Kapital, Arbeitsmarktforschung, soziale Netzwerke, Stellensuche und die Überprüfung von Granovetter-Hypothesen definieren.

Warum wird die Qualifikationsniveau-These kritisch betrachtet?

Die These, dass hochqualifizierte Personen häufiger soziale Kontakte für ihre Jobsuche nutzen, konnte durch diverse Studien nicht uneingeschränkt bestätigt werden, da auch bei Arbeitern und Arbeitslosen hohe Nutzungsraten informeller Kanäle beobachtet wurden.

Welche Bedeutung haben "Weak-Ties" laut dem Autor?

Der Nutzen von "Weak-Ties" (schwache Bindungen) ist laut den analysierten Studien uneinheitlich; ihr Effekt hängt stark von der Status- und Prestigehöhe des Individuums ab, weshalb eine pauschale Bestätigung der Hypothese nicht möglich ist.

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Details

Title
Soziales Kapital und Arbeitsmarkt
Subtitle
Eine Überprüfung der Granovetterschen Hypothesen anhand empirischer Untersuchungen aus dem deutschsprachigen Raum
College
University of Leipzig  (Institut für Soziologie)
Course
Soziale Netzwerke und soziales Kapital
Grade
1,7
Author
Maurice Vlaeminck (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V85782
ISBN (eBook)
9783638018357
ISBN (Book)
9783638919838
Language
German
Tags
Soziales Kapital Arbeitsmarkt Soziale Netzwerke Kapital
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maurice Vlaeminck (Author), 2007, Soziales Kapital und Arbeitsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85782
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