Im Zuge dieser Hausarbeit möchte ich der Frage nachgehen, ob die Kommunikation im WorldWideWeb mit einer realen Face-to-Face-Interaktion zu vergleichen ist. Ich möchte untersuchen, ob es möglich ist, die sozialen und emotionalen Hinweisreize einer realen Kommunikationssituation auch textuell in einem Internetforum darzustellen.
Im Internet ist es sicherlich einfacher, mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen. Man kennt die Personen nicht und geht deshalb auch ohne Erwartungshaltung in Chats, Newsforen etc. Niemand würde wohl in der Fußgängerzone einer Großstadt einfach jemanden fragen, ob er ihm sagen kann, welche Geranien am besten für seinen Balkonkasten geeignet sind. In einem Chatroom sind solche Fragen alltäglich. Es ist möglich spezielle Foren zu besuchen, in denen man Menschen vermutet, die sich mit einem bestimmten Thema auskennen. Foren gibt es für alle möglichen Themen, der Autoliebhaber wird genauso seine Ecke finden, wie die Hausfrau oder der Katzenfreund. Aber ist es möglich, dort auch die gleiche zwischenmenschliche Ansprache mit all ihren kleinen, kaum wahrnehmbaren Hinweisen zu finden, wie wir sie in der Face-to-Face- Kommunikation erleben? Lassen sich Emotionen auch in textbasierten Foren oder im Chat nonverbal darstellen?
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Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Was ist Kommunikation?
- 2.1 Face-to-Face-Kommunikation
- 2.2 Kommunikation im Internet
- 3. Theorie der Computervermittelten Kommunikation
- 3.1 Die Kanalreduktionstheorie
- 3.2 Das SIDE-Modell nach Lea & Spears
- 3.3 Theorie der sozialen Informationsverarbeitung nach Walther
- 3.4 Ansatz der hyperpersonalen Perspektive
- 4. Möglichkeiten des emotionalen Ausdrucks in der Praxis am Beispiel eines Newsgroupthreads
- 4.1 Identitätsdarstellung im Netz
- 4.2 Praktisches Beispiel einer Kommunikationsituation in einem Newsforum
- 4.3 Interpretation
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht, ob die Kommunikation im WorldWideWeb mit einer realen Face-to-Face-Interaktion vergleichbar ist. Es wird analysiert, ob die sozialen und emotionalen Hinweisreize einer realen Kommunikationssituation auch textuell in einem Internetforum dargestellt werden können.
- Untersuchung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Face-to-Face-Kommunikation und Kommunikation im Internet
- Analyse der Möglichkeiten zur Darstellung nonverbaler Signale in textbasierten Foren
- Anwendung der Theorie der sozialen Informationsverarbeitung von Walther auf die Kommunikation in einem Newsgroupthread
- Untersuchung der Identitätsdarstellung im Netz
- Interpretation der nonverbalen Signale in einem praktischen Beispiel eines Newsgroupthreads
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Forschungsfrage und den Aufbau der Arbeit vor. Kapitel 2 definiert den Begriff der Kommunikation und beleuchtet die Unterschiede zwischen Face-to-Face-Kommunikation und Kommunikation im Internet. Kapitel 3 präsentiert relevante Theorien der computervermittelten Kommunikation, mit besonderem Fokus auf die Theorie der sozialen Informationsverarbeitung und die hyperpersonale Perspektive von Walther. In Kapitel 4 wird die Anwendung dieser Theorien auf ein praktisches Beispiel einer Newsgroupdiskussion gezeigt, inklusive einer Analyse der Identitätsdarstellung im Netz und einer Interpretation der nonverbalen Signale.
Schlüsselwörter
Computervermittelte Kommunikation, Face-to-Face-Kommunikation, Theorie der sozialen Informationsverarbeitung, hyperpersonale Perspektive, Nonverbale Kommunikation, Newsgroup, Identitätsdarstellung, emotionale Hinweisreize, Internetforen.
Häufig gestellte Fragen
Kann Online-Kommunikation eine Face-to-Face-Interaktion ersetzen?
Die Arbeit untersucht, ob soziale und emotionale Hinweisreize in textbasierten Foren ebenso wirksam übertragen werden können wie im direkten Gespräch. Theorien wie die von Walther zeigen, dass dies über Zeit möglich ist.
Was besagt die Theorie der sozialen Informationsverarbeitung nach Walther?
Walther argumentiert, dass Nutzer in computervermittelter Kommunikation (CvK) zwar weniger Kanäle haben, diesen Mangel aber durch eine intensivere Nutzung der verbleibenden Textsignale ausgleichen, um soziale Beziehungen aufzubauen.
Was ist die „hyperpersonale Perspektive“?
Dieser Ansatz besagt, dass Online-Kommunikation manchmal sogar persönlicher und emotionaler sein kann als Face-to-Face-Interaktionen, da Sprecher ihre Selbstdarstellung besser kontrollieren und Empfänger die Nachrichten idealisieren können.
Wie werden Emotionen in textbasierten Chats nonverbal ausgedrückt?
Dies geschieht durch Emoticons, Interpunktion, Großschreibung oder explizite Beschreibungen von Gefühlen, die als Ersatz für Mimik und Gestik dienen.
Was ist das SIDE-Modell von Lea & Spears?
Das SIDE-Modell (Social Identity Model of Deindividuation Effects) erklärt, wie die Anonymität im Netz dazu führen kann, dass die soziale Identität einer Gruppe stärker betont wird als die individuelle Persönlichkeit.
- Arbeit zitieren
- Martina Törner (Autor:in), 2007, Theorie der sozialen Informationsverarbeitung nach Walther , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85651