XML hat sich als das Austauschformat zwischen verschiedenen Anwendungen und Plattformen etabliert. Um aber XML-Dokumente für den Datenaustausch zu verwenden, muss man den Aufbau für alle Beteiligten verbindlich festlegen. Dies geschieht mit Schemasprachen wie XML-Schema, die ein Regelwerk für gültige Strukturen und die Art der Inhalte eines XML-Dokumentes vorgeben.
Das Buch gibt einen Überblick über die wichtigsten Aspekte von XML-Schema. Dazu gehören die Themen einfache und komplexe Datentypen, Attribute, globale und lokale Definitionen und Namensräume.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist XML-Schema?
2. Aufbau und Referenzierung eines XML-Schemas
3. Einfache Elemente
3.1 Einleitung
3.2 Vordefinierte Datentypen
3.3 Eigene einfache Datentypen ableiten
4. Komplexe Elemente
4.1 Einleitung
4.2 Reine Textelemente
4.3 Reine Elemente
4.4 Kombinationselemente
4.5 Leere Elemente
4.6 Ableitungen von eigenen Datentypen
5. Attribute
6. Lokale und globale Deklarationen und Typdefinitionen
7. Namensräume
8. Kommentare
9. Aufteilung auf mehrere Schema-Dateien
10. Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit dient als grundlegende Einführung in die Schemasprache XML-Schema, um die Struktur und den Inhalt von XML-Dokumenten verbindlich festzulegen und deren Validierung zu ermöglichen.
- Grundlagen und Aufbau von XML-Schemata
- Deklaration einfacher und komplexer Elemente
- Definition und Ableitung von Datentypen
- Verwendung von Attributen und Namensräumen
- Strukturierung durch lokale und globale Deklarationen sowie Schema-Aufteilung
Auszug aus dem Buch
3.3 Eigene einfache Datentypen ableiten
Die von XML-Schema vordefinierten Datentypen können für eigene Erfordernisse angepasst werden. Somit hat man genaue Kontrolle darüber, welchen Inhalt Elemente oder Attribute enthalten dürfen. Man kann neue Datentypen definieren, deren Inhalte zum Beispiel durch Wertelisten, Minimalwerte, Maximalwerte oder Muster in Form regulärer Ausdrücke einschränkt werden. Dazu wird ein bestehender Datentyp als Basis genommen und mit xsd:restriction einer Einschränkung unterworfen. Die Art der Einschränkung wird als Facette (engl. facet) bezeichnet.
Der neue Datentyp umfasst daher eine Teilmenge des Wertebereichs, den der Basistyp abdeckt. Auch Erweiterungen in Form von Listen und Vereinigungsmengen sind möglich. Zunächst schauen wir uns das generelle Prinzip der Ableitung eigener Typen an. Abb. 3.5 zeigt einen selbst definierten Datentyp auf der Basis von xsd:string, der als gültige Inhalte nur die Begriffe barzahlung oder bankeinzug erlaubt.
Die Definition des neuen Typs zahlweise steht innerhalb des Start- und Ende-Tags von xsd:element. Bei dem neuen Typ handelt es sich um ein Element mit einfachem Inhaltsmodell, denn das Element darf nur Textinhalt, nicht aber Attribute oder Kindelemente besitzen. Dies wird durch xsd:simpleTyp ausgedrückt. Als Ausgangsbasis wird in xsd:restriction der vordefinierte Datentyp xsd:string benutzt, also eine Zeichenkette. In diesem Beispiel ist die verwendete Facette xsd:pattern. In ihr wird durch einen regulären Ausdruck ein Muster festgelegt, das die Zeichenfolge erfüllen muss, um als Inhalt für das Element gültig zu sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist XML-Schema?: Einführung in die Notwendigkeit von Schemasprachen zur Validierung der Struktur von XML-Dokumenten im Vergleich zu DTDs.
2. Aufbau und Referenzierung eines XML-Schemas: Erläuterung der Grundstruktur einer XSD-Datei und wie diese in XML-Dokumenten zur Validierung eingebunden wird.
3. Einfache Elemente: Behandlung der Deklaration einfacher Elemente, vordefinierter Datentypen und der Ableitung eigener Typen durch Facetten.
4. Komplexe Elemente: Beschreibung der vier Arten komplexer Typen, um Kindelemente und Attribute in XML-Strukturen zu integrieren.
5. Attribute: Erläuterung der Deklaration, Einschränkung und Gruppierung von Attributen innerhalb komplexer Datentypen.
6. Lokale und globale Deklarationen und Typdefinitionen: Gegenüberstellung von geschachtelten und flachen Schema-Strukturen sowie Vor- und Nachteile der Wiederverwendbarkeit.
7. Namensräume: Erklärung zur eindeutigen Zuordnung von Elementen und Attributen zu Schemata mittels Namensräumen und Zielnamensräumen.
8. Kommentare: Vorstellung der Möglichkeiten zur Anmerkung innerhalb von XML-Schemata mittels xsd:annotation.
9. Aufteilung auf mehrere Schema-Dateien: Anleitung zur Modulierung von großen Schemata mittels xsd:include zur Erhöhung der Übersichtlichkeit.
10. Schlussbemerkung: Zusammenfassung der Bedeutung von XML-Schema als Kerntechnologie für den universellen Datenaustausch.
Schlüsselwörter
XML-Schema, XSD, Datentypen, Validierung, Komplexe Elemente, Attribute, Namensräume, Facetten, Regulaere Ausdruecke, Dokumenttypdefinition, Schemasprache, Struktur, XML-Dokument, Wiederverwendbarkeit, Namenskonflikte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Schemasprache XML-Schema, die dazu dient, den Aufbau und Inhalt von XML-Dokumenten verbindlich festzulegen und deren Validität zu prüfen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören der Aufbau von Schemata, die Definition einfacher und komplexer Datentypen, die Verwendung von Attributen, die Verwaltung von Namensräumen und die modulare Aufteilung von Schema-Dateien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine verständliche Einführung in die technischen Möglichkeiten von XML-Schema, um Entwicklern die Kontrolle über XML-Strukturen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte technische Einführung, die durch zahlreiche praxisnahe Code-Beispiele (Ausschnitte aus XSD- und XML-Dateien) die Anwendung der Spezifikationen erläutert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die schrittweise Einführung von der Definition einfacher Elemente bis hin zur komplexen Strukturierung mittels globaler Deklarationen und Namensräumen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind XML-Schema, Validierung, Datentypen, Komplexe Elemente, Namensräume und Schemastruktur.
Wie unterscheidet sich XML-Schema von DTDs?
XML-Schema ist leistungsfähiger, da es auf XML basiert, detaillierte Inhaltsmodelle erlaubt und die Entwicklung eigener Datentypen sowie eine präzise Steuerung der Schachtelung unterstützt.
Was bewirkt das Attribut targetNamespace?
Es legt den Namensraum fest, den ein Instanzdokument einbinden muss, um das zugehörige Vokabular des Schemas zu verwenden und Namenskonflikte zu vermeiden.
Warum ist die Unterscheidung zwischen lokal und global wichtig?
Globale Deklarationen erlauben die Wiederverwendung von Elementen an verschiedenen Stellen im Schema, während lokale Deklarationen eine strikte, aber unflexible Hierarchie innerhalb einer Struktur erzwingen.
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- Diplom-Geologe Hendrik Mehrens (Author), 2007, XML-Schema - Eine Einführung in die Schemasprache für XML-Dokumente, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85419