Prostitution ist das Anbieten von entgeltlichen sexuellen Dienstleistungen. Ein Körperkontakt oder eine Durchführung der Dienstleistung ist dafür nicht notwendig, das bloße Anbieten der Gelegenheit (z.B. auf einem Kontakthof, in einer Bar o.ä.) genügt.
Nach seriösen Schätzungen arbeiten in diesem Dienstleistungssektor ca. 400.000 Frauen und Männer, es gibt mehr als eine Million Kunden täglich und der Jahresumsatz beträgt rund 14,5 Milliarden €. Prostitution ist also ein Faktor von erheblicher volkswirtschaftlicher Bedeutung.
Das Prostitutionsgesetz soll dem gesellschaftlichen Faktum Rechnung tragen und für die Arbeitenden eine größere rechtliche und soziale Sicherheit bringen.
In dieser Untersuchung werden zunächst die von der Prostitution berührten Rechtsgebiete aufgezeigt, um dann nach dem Vergleich mit den Änderungen nach Einführung des Prostitutionsgesetzes die Dienstleistung der Prostitution mit anderen Dienstleistungen zu vergleichen.
Der Blick ist hierbei nur auf die selbst gewählte und legale Form der Prostitution gelegt, also nicht Kinder-, Drogen- oder MigrantInnenprostitution.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Rechtliche Situation vor Einführung des ProstG
- 2.1 Weiterhin gültige Rechtsbereiche
- 2.2 Bisherige Situation in jetzt geänderten Bereichen
- 2.2.1 Zivil- und Sozialrecht
- 2.2.2 Strafrecht
- 3 Änderungen durch das ProstG
- 3.1 Historie
- 3.2 Konkrete Änderungen
- 3.2.1 Strafrecht
- 3.2.2 Zivilrecht
- 3.2.3 Sozialrecht
- 4 Prostitution als Dienstleistung
- 4.1 Dienstleistung
- 4.2 Übereinstimmungen und Unterschiede zum Normalarbeitsvertrag
- 4.2.1 Berufsbegriff
- 4.2.2 Übereinstimmungen zum Normalarbeitsverhältnis
- 4.2.3 Unterschiede zum Normalarbeitsverhältnis
- 5 Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Untersuchung befasst sich mit der rechtlichen Situation von Prostitution in Deutschland vor und nach Einführung des Prostitutionsgesetzes. Das Ziel ist es, die Auswirkungen des ProstG auf die rechtliche und soziale Stellung von Prostituierten zu analysieren und den Vergleich mit anderen Dienstleistungen vorzunehmen.
- Rechtliche Rahmenbedingungen von Prostitution vor dem ProstG
- Änderungen durch das Prostitutionsgesetz
- Regulierung der Prostitution als Dienstleistung
- Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur „Normalarbeitswelt“
- Rechtliche und soziale Sicherheit von Prostituierten
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung definiert Prostitution und erläutert die Bedeutung des Themas. Kapitel 2 beleuchtet die rechtliche Situation von Prostitution vor Einführung des Prostitutionsgesetzes und präsentiert die verschiedenen Rechtsgebiete, die von der Prostitution betroffen sind. In Kapitel 3 wird die Historie und die konkreten Änderungen durch das ProstG im Straf-, Zivil- und Sozialrecht vorgestellt. Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Einstufung von Prostitution als Dienstleistung und vergleicht sie mit dem Normalarbeitsverhältnis, unter Berücksichtigung von Berufsbegriff, Übereinstimmungen und Unterschieden.
Schlüsselwörter
Prostitution, ProstG, Rechtliche Situation, Dienstleistung, Arbeitsrecht, Sozialrecht, Strafrecht, Zivilrecht, Vergleich, Normalarbeitsverhältnis, Berufsbegriff, Sicherheit, Regulierung, Geschlechtskrankheitengesetz, Infektionsschutzgesetz, Ausländerrecht, Ordnungswidrigkeitenrecht, Baurecht.
Häufig gestellte Fragen
Was änderte das Prostitutionsgesetz (ProstG) von 2002?
Es schuf die rechtliche Basis dafür, dass Prostitution nicht mehr als „sittenwidrig“ gilt, und ermöglichte Prostituierten den Zugang zur Sozialversicherung und einklagbare Entgeltforderungen.
Gilt Prostitution nun als normale Dienstleistung?
Die Arbeit vergleicht Prostitution mit anderen Dienstleistungen und stellt Übereinstimmungen sowie signifikante Unterschiede zum „Normalarbeitsverhältnis“ fest.
Können Prostituierte ihre Kunden auf Bezahlung verklagen?
Ja, durch das ProstG wurde die rechtliche Verbindlichkeit von Entgeltforderungen für sexuelle Dienstleistungen begründet.
Welche Rolle spielt das Sozialrecht für Prostituierte?
Das Gesetz ermöglichte es Prostituierten, sich regulär in der Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung abzusichern.
Welche Rechtsbereiche sind neben dem ProstG relevant?
Dazu gehören unter anderem das Strafrecht, das Infektionsschutzgesetz, das Baurecht sowie das Ordnungswidrigkeitenrecht.
- Quote paper
- Dipl. Betriebswirtin Hildegard Bohne (Author), 2004, Prostitution - durch die Einführung des ProstG rechtlich eine Dienstleistung wie alle anderen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85312