Einerseits befindet sich die Türkei seit über 40 Jahren in einem institutionellen Verwestlichungsprozess. Als Mitglied der NATO ist sie im westlichen Sicherheitssystem integriert. Daneben ist die Türkei auch in wirtschaftliche und politische Strukturen des Westens eingegliedert, wie z.B. im Europarat und der EU. Andererseits kooperiert dieses „Grenzland“ unter dem Dach der Economic Cooperation Organization (ECO) mit einigen islamischen, zentralasiatischen und kaukasischen Staaten und ist Mitglied der Islamischen Konferenz (OIK). Innerhalb dieser Organisation ist die Türkei das einzige Land, das gleichzeitig enge Beziehungen zu Europa pflegt und eine Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union anstrebt. Zudem ist sie Initiator und Teil der Black Sea Economic Cooperation Region (BSEC), die von elf Balkan-, Schwarzmeer- und kaukasischen Staaten im Jahre 1992 gegründet wurde. Trotz des früh einsetzenden Verwestlichungsprozesses bleibt die Türkei bis heute vor den „Toren Europas“ stehen. So kam auch die Gewährung des Kandidatenstatus aus Sicht der Türkei reichlich spät und es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die Verhandlungen langwierig und schwierig sein werden, da es in einigen strittige Punkte zwischen der Türkei und der
Europäischen Union, wie z.B. in der Zypernfrage oder in der Diskussion um die Stellung der Kurden, noch zu keinen Lösungen gekommen ist und somit die Vollmitgliedschaft in weiter Ferne liegt bzw. fraglich ist, inwieweit diese Option tatsächlich besteht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. ROLLENTHEORIE
- 1.1. THEORETISCHE ABGRENZUNG
- 1.2. ROLLENTHEORIE IN DEN INTERNATIONALEN BEZIEHUNGEN
- 1.2. GRUNDLAGEN UND DEFINITIONEN
- 2. TÜRKEI UND TURKSTAATEN – AUSSICHTEN AUF EINE FRUCHTBARE
ZUSAMMENARBEIT?
- 2.1. WERTEORIENTIERUNG – ZWISCEN LAIZISMUS, ISLAM UND UNIVERSALEN
WERTEN
- 2.1.1. TÜRKEI
- 2.1.2. TURKSTAATEN
- 2.2. NATIONALE ZIELSETZUNGEN
- 2.2.1. TÜRKEI
- 2.2.2. TURKSTAATEN – ASERBAIDSCHAN UND KASACHSTAN
- 2.3. INTERNATIONALE ZIELSETZUNGEN UND AUẞENPOLITISCHE
HANDLUNGSMUSTER
- 2.3.1. TÜRKEI
- 2.3.2. TURKSTAATEN – ASERBAIDSCHAN UND KASACHSTAN
- 2.1. WERTEORIENTIERUNG – ZWISCEN LAIZISMUS, ISLAM UND UNIVERSALEN
WERTEN
- FAZIT
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die außenpolitischen Handlungsmuster der Türkei und der Turkstaaten und analysiert die Aussichten auf eine fruchtbare Zusammenarbeit. Dabei soll der Fokus auf die Staaten Aserbaidschan und Kasachstan gelegt werden. Die Arbeit verfolgt das Ziel, die außenpolitischen Strategien der Türkei und der Turkstaaten im Kontext ihrer jeweiligen nationalen und internationalen Zielsetzungen zu verstehen und zu bewerten.
- Die Bedeutung der Rollentheorie als theoretisches Framework zur Analyse des außenpolitischen Verhaltens von Staaten
- Die Rolle der Werteorientierung im außenpolitischen Handeln der Türkei und der Turkstaaten
- Die nationalen und internationalen Zielsetzungen der Türkei und der Turkstaaten
- Die außenpolitischen Handlungsmuster der Türkei und der Turkstaaten im Hinblick auf die Zusammenarbeit in der Region
- Die Herausforderungen und Chancen für eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Türkei und den Turkstaaten
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung bietet einen Überblick über die geopolitische Lage der Türkei und ihre Positionierung zwischen Westen und Osten. Sie stellt die Frage, inwiefern eine „Ostwendung“ eine außenpolitische Alternative für die Türkei darstellen könnte.
Kapitel 1 befasst sich mit der Rollentheorie als theoretischem Ansatz zur Analyse des außenpolitischen Verhaltens von Staaten. Es werden die theoretischen Grundlagen der Rollentheorie erläutert und ihre Anwendung in den internationalen Beziehungen dargestellt.
Kapitel 2 beleuchtet die Werteorientierung, die nationalen und internationalen Zielsetzungen sowie die außenpolitischen Handlungsmuster der Türkei und der Turkstaaten. Die Analyse konzentriert sich auf die Staaten Aserbaidschan und Kasachstan.
Schlüsselwörter
Türkei, Turkstaaten, Aserbaidschan, Kasachstan, Außenpolitik, Rollentheorie, Werteorientierung, nationale Zielsetzungen, internationale Zielsetzungen, Zusammenarbeit, geopolitische Lage, „Ostwendung“, Black Sea Economic Cooperation Region (BSEC), Economic Cooperation Organization (ECO), Islamische Konferenz (OIK), NATO, Europäische Union, Zypernfrage, Kurdenfrage.
Häufig gestellte Fragen
Welche außenpolitische Position nimmt die Türkei zwischen West und Ost ein?
Die Türkei ist einerseits fest in westliche Strukturen (NATO, EU-Kandidat) integriert, kooperiert aber auch eng mit islamischen und zentralasiatischen Staaten (ECO, OIK).
Was wird unter der "Ostwendung" der Türkei verstanden?
Es bezeichnet die Diskussion, ob die Türkei angesichts schwieriger EU-Verhandlungen verstärkt Kooperationen mit den Turkstaaten als außenpolitische Alternative sucht.
Welche Turkstaaten stehen im Fokus dieser Analyse?
Die Arbeit analysiert insbesondere die Beziehungen und Handlungsmuster gegenüber Aserbaidschan und Kasachstan.
Welche Rolle spielt die Rollentheorie in dieser Arbeit?
Sie dient als theoretisches Framework, um zu erklären, wie das Selbstverständnis und die Erwartungen anderer Staaten das außenpolitische Verhalten der Türkei prägen.
Was sind die größten Hindernisse für den EU-Beitritt der Türkei?
Genannt werden unter anderem die Zypernfrage, die Diskussion um die Stellung der Kurden und generelle Vorbehalte innerhalb der EU.
Was verbindet die Türkei kulturell mit den Turkstaaten?
Es besteht eine enge Verbindung durch gemeinsame sprachliche, kulturelle und historische Wurzeln, die eine Basis für die wirtschaftliche Zusammenarbeit bilden.
- Quote paper
- Claudia Fischer (Author), 2006, Außenpolitisches Handlungsmuster der Türkei und der Turkstaaten - Aussichten auf eine fruchtbare Zusammenarbeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85185