Ein Aufenthalt im Krankenhaus und auf der Intensivstation im Besonderen stellt für jeden Menschen einen Ausnahmezustand dar. Gerade deshalb ist ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Sensibilität im Umgang mit den PatientInnen notwendig. Ausreichende, für die Betroffenen gut verständliche Informationen sind wichtig, um den Menschen größtmögliche Autonomie in einer ungewohnten Umgebung zu ermöglichen.
Aus diesem Grund wurde ein Fragebogen entworfen mit dem Ziel, den Informationsstand von PatientInnen vor einer Operation mit anschließendem Aufenthalt auf einer chirurgischen Intensivstation zu erfassen. Im Rahmen dieser quantitativen Studie wurden 100 Fragebögen an PatientInnen auf chirurgischen Intensivstationen im Allgemeinen Krankenhaus Wien ausgeteilt, wovon 83 ausgewertet werden konnten. Das Durchschnittsalter der PatientInnen liegt bei 59,99 Jahren bei einer Streubreite von 27 bis 83 Jahren. Das Sample setzt sich aus 35 Frauen (42,2%) und 48 Männern (57,8%) zusammen.
Das besondere Augenmerk lag darauf, einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Einfluss von erhaltenen Informationen und den bestehenden Ängsten der PatientInnen zu erkennen. Die Hypothese bestätigte sich, dass PatientInnen umso weniger Angst vor dem bevorstehenden Aufenthalt auf der Intensivstation haben je ausreichender sie sich über diesen informiert fühlen. Jene PatientInnen, die angaben, „sehr viel“ oder „viel“ Angst vor der Operation zu haben, hatten deutlich weniger Information über den Erhalt einer Magensonde oder eines Blasenkatheters.
Bei der Gegenüberstellung von PatientInnen mit und ohne Erfahrung aus früheren Aufenthalten auf Intensivstationen in Bezug auf ihre Angst zeigte das Ergebnis, dass sich persönliche Erfahrungen positiv auf das Angstausmaß auswirkten. Ein weiterer Unterschied zeigte sich dahingehend, dass mehr als doppelt soviel Frauen wie Männer angaben, „sehr viel“ oder „viel“ Angst vor dem Aufenthalt gehabt zu haben.
Wie das Ergebnis der Studie zeigt, ist der Information von PatientInnen im Spital ein noch höherer Stellenwert einzuräumen.
Inhaltsverzeichnis
- THEORETISCHER HINTERGRUND
- Einleitung
- PatientInnen auf der Intensivstation
- Informationsbedürfnis chirurgischer PatientInnen
- Ängste der PatientInnen
- Bewältigungsstrategie
- Studien zum Angsterleben
- Belastungsfaktoren für PatientInnen
- Musik auf der Intensivstation
- Musikwahl
- Reaktionen der PatientInnen
- Angehörige auf der Intensivstation
- Studien über Angehörige auf der Intensivstation
- Der erste Besuch auf der Intensivstation
- Ängste der Angehörigen
- Die wichtige Rolle der Angehörigen
- Pflegeanamnese auf der Intensivstation
- Kommunikation
- Zwischenmenschliche Kommunikation und Interaktion
- Begriffsbestimmung
- Die fünf pragmatischen Axiome nach Watzlawick
- Die gestörte Kommunikation
- Kommunikation auf der Intensivstation
- Grundregeln für die Kommunikation auf der Intensivstation
- Umgang mit IntensivpflegepatientInnen
- Richtlinien zur Kommunikation mit IntensivpatientInnen
- EMPIRISCHER TEIL
- Forschungsfragen und Hypothese
- Methode
- Zugang zum Forschungsfeld
- Untersuchungsablauf
- Stichprobe
- Fragebogen
- Erstellung des Fragebogens
- Gestaltung der Fragen
- Aufbau
- Verwendete Skalen
- Ergebnisse
- Deskriptive Analyse
- Aufenthalt auf der Intensivstation
- Angst
- Umgang mit Schmerzen
- Beatmung und Kommunikation
- Katheter und Sonden
- Privatheit auf der Intensivstation
- Soziodemographische Daten
- Altersstruktur
- Geschlecht
- Weitere Ergebnisse
- Hypothese
- Gegenüberstellung einzelner Gruppen
- Geschlechtsspezifische Unterschiede
- Unterschiede zwischen PatientInnen mit und ohne frühere Aufenthalte auf Intensivstationen
- Unterschiede zwischen Altersgruppen
- Zusammenhang zwischen Erhalt von Kathetern und Angst
- Diskussion und Ausblick
- Informationsbedürfnis und -stand von PatientInnen auf der Intensivstation
- Ängste und Belastungsfaktoren von PatientInnen auf der Intensivstation
- Rolle der Kommunikation und Information in der Pflege
- Einfluss von Informationen auf die Angst- und Stressbewältigung
- Zusammenhänge zwischen Informationsstand und Angsterleben
- Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der PatientInneninformation auf der Intensivstation ein und erläutert die Relevanz des Themas. Sie stellt die Forschungsfrage und die Hypothese der Arbeit vor.
- PatientInnen auf der Intensivstation: Dieses Kapitel beleuchtet die besonderen Bedürfnisse von PatientInnen auf der Intensivstation, insbesondere das Informationsbedürfnis, Ängste und Belastungsfaktoren. Es werden relevante Studien zu den Themen Angsterleben und Bewältigungsstrategien sowie zur Bedeutung von Musiktherapie auf der Intensivstation vorgestellt.
- Angehörige auf der Intensivstation: Dieses Kapitel fokussiert auf die Rolle und die Bedürfnisse der Angehörigen von PatientInnen auf der Intensivstation. Es beleuchtet den ersten Besuch auf der Intensivstation, Ängste der Angehörigen und die Bedeutung ihrer Unterstützung.
- Pflegeanamnese auf der Intensivstation: Dieses Kapitel befasst sich mit der Bedeutung der Pflegeanamnese als Basis für die patientenzentrierte Pflege auf der Intensivstation.
- Kommunikation: Dieses Kapitel behandelt die Bedeutung der Kommunikation in der Pflege und die Bedeutung der Kommunikation auf der Intensivstation. Es werden die fünf pragmatischen Axiome nach Watzlawick vorgestellt und die Herausforderungen der Kommunikation in einer intensiven Pflegesituation diskutiert.
- Forschungsfragen und Hypothese: In diesem Kapitel werden die Forschungsfragen und die Hypothese der Arbeit detailliert dargestellt.
- Methode: Dieses Kapitel beschreibt die Methodik der empirischen Studie, die für die Diplomarbeit durchgeführt wurde. Es werden der Zugang zum Forschungsfeld, der Untersuchungsablauf, die Stichprobe und der Fragebogen vorgestellt.
- Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der empirischen Studie, die im Rahmen der Diplomarbeit durchgeführt wurde. Es werden deskriptive Analysen der Daten und die Ergebnisse der Hypothesenprüfung vorgestellt.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Informationsstand von PatientInnen über ihren geplanten Aufenthalt auf der Intensivstation. Ziel ist es, die Bedeutung von adäquater Information für die PatientInnen und ihren Umgang mit Ängsten vor dem Krankenhausaufenthalt zu untersuchen. Dabei wird der Einfluss von erhaltenen Informationen auf die Angst- und Stressbewältigung der PatientInnen im Mittelpunkt stehen.
Zusammenfassung der Kapitel
Schlüsselwörter
Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit den Themen PatientInneninformation, Intensivstation, Angst, Stressbewältigung, Kommunikation, Pflege, Pflegeanamnese, empirische Studie, Fragebogen, qualitative Forschung.
- Quote paper
- Mag. Johanna Scherbaum-Zwinz (Author), 2007, Evaluation des Informationsstandes von PatientInnen über ihren geplanten Aufenthalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84927