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Ex ante Conservatism vs. Ex post Conservatism

Auswirkungen auf die Prognose

Title: Ex ante Conservatism vs. Ex post Conservatism

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 24 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Christopher Reiche (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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In den letzten Jahrzehnten hat sich in vielen entwickelten Volkswirtschaften ein Wandel von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft vollzogen. Damit einhergehend verschob sich auch die Bedeutung von physischen, produktiven Unternehmenswerten zugunsten von nicht greifbaren und nicht monetären Werten wie Marken, Humankapital und Innovationsfähigkeit. Einen Überblick über die Vielzahl dieser immateriellen Werte gibt der Vorschlag zur Kategorisierung und Erfassung immaterieller Werte der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft, indem sie die Aufteilung in ver-schiedene Kategorien vornimmt. Der zunehmende Einfluss dieser immateriellen Vermögenswerte als wichtige Werttreiber im Unternehmen, spiegelt sich jedoch in den meisten Rechnungslegungssystemen noch nicht ausreichend wider. Meist dürfen selbsterstellte immaterielle Werte in der Bilanz nicht aktiviert werden, weil ein zukünftiger Nutzen nicht oder nicht ausreichend sicher quantifizierbar ist. In diesem Zusammenhang spricht man bei einer engen Auslegung des Vorsichtsprinzips auch von Konservatismus. Es lassen sich zwei Formen der konservativen Bilanzierung unterscheiden: ex ante und ex post Conservatism. Ex ante Conservatism verlangt für die Bilanzierung von Verpflichtungen einen geringeren Wahrscheinlichkeitsgrad als für die Bilanzierung von Vermögen. Daraus resultiert eine dauerhafte Unterbewertung des Unternehmens. Ex post Conservatism hingegen bezieht sich auf die Ansetzung von Verlusten, sobald sie absehbar sind und die Ansetzung von Gewinnen erst dann, wenn sie realisiert sind. Betreibt ein Unternehmen eine konservative Bilanzierungspolitik, so stellt sich dies insbesondere für die, mit großen Unsicherheiten behafteten, immateriellen Vermögenswerten wegen der unzureichenden Erfassung als problematisch für die Prognose der Finanzanalysten dar. Ausgaben für F&E beispielsweise können als wesentliche Erfolgsfaktoren der Unternehmen in der Zukunft Gewinne generieren, dürfen aber unter konservativer Bilanzierung häufig nicht aktiviert werden. Nutzen Analysten nun, die um F&E-Ausgaben reduzierten Gewinne des Geschäftsjahres, um diese in die Zukunft zu extrapolieren, bauen sie ihre Prognose auf einer verzerrten Basis auf, da sie sich auf bilanzpolitisch beeinflusste Angaben des Jahresabschlusses der Unternehmen beziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Prinzipien konservativer Bilanzierung

2.1. Ex ante Conservatism

2.2. Ex post Conservatism

2.3. Zwischenfazit

3. Prognose auf der Grundlage vorsichtiger Werte

3.1. Abhängigkeit der Prognosequalität von konservativer Bilanzierung

3.2. Bestimmung des Ausmaßes konservativer Bilanzierung

3.3. Praxisrelevante Prognosemethoden

3.4. Anpassung der Prognosemethoden an konservative Bilanzierung

3.5. Zwischenfazit

4. Fazit

Zielsetzung und Themenfelder

Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen von ex ante und ex post Conservatism auf die Qualität von Gewinnprognosen durch Finanzanalysten, insbesondere im Kontext von Unternehmen mit vielen immateriellen Vermögenswerten. Es wird analysiert, wie diese Bilanzierungsformen die Prognosebasis verzerren und inwieweit Analysten in ihrer Praxis in der Lage sind, diese Verzerrungen durch adäquate Methoden oder Anpassungen zu kompensieren.

  • Differenzierung und Charakterisierung von ex ante und ex post Conservatism.
  • Einfluss konservativer Bilanzierungspolitik auf die Prognosequalität von Analysten.
  • Bestimmungsmethoden für den Grad der konservativen Bilanzierung (z.B. Conservatism Ratio).
  • Analyse der in der Praxis bevorzugten Bewertungsmodelle und deren Eignung.
  • Untersuchung der Anpassungsstrategien von Analysten an bilanzpolitische Verzerrungen.

Auszug aus dem Buch

3.1. Abhängigkeit der Prognosequalität von konservativer Bilanzierung

Die häufigste Kalkulationsgrundlage für die zukünftigen Gewinne eines Unternehmens, auf welche Analysten sich beziehen, sind die im Jahresabschluss oder in Quartalsberichten präsentierten Zahlen. Konservative Bilanzierung beeinflusst aber nicht nur die Zahlen der Bilanz, sondern auch die Qualität der berichteten Gewinne, welche zumeist niedriger ausfallen, als unter einer liberaleren Bilanzierung. Zusätzlich kommt es bei einer vorsichtigen Bilanzierung zur Bildung stiller Reserven, welche dem Management in der Zukunft die Möglichkeit gibt, durch indirekte Auflösung der Reserven höhere Gewinne auszuweisen, als die tatsächlich in dieser Periode erwirtschafteten. Einerseits führt eine Reduzierung im Investitionsverhalten zu geringeren Rückflüssen in der Zukunft, andererseits jedoch zu einem erhöhten Gewinn durch geringere Aufwendungen in der aktuellen Periode. Dieses Handlungspotenzial, welches dem Manager mit legaler Bilanzpolitik zur Verfügung steht, stellt eine große Herausforderung an die Analysten bei der Gewinnprognose dar, weil aktuelle Gewinne einer Bilanzpolitik unterliegen können und somit nicht unreflektiert als eine zuverlässige Prognosebasis für die zukünftige Performance des Unternehmens dienen können. Jahresabschlusszahlen sind zwar in der Regel in sich verlässlich aber nur soweit wertrelevant, wie sie in die Zukunft extrapoliert werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft und die daraus resultierende Problematik der unzureichenden bilanzielle Erfassung immaterieller Werte ein, welche durch das Vorsichtsprinzip (Konservatismus) verstärkt wird.

2. Prinzipien konservativer Bilanzierung: Hier werden die beiden Formen, ex ante und ex post Conservatism, definiert, abgegrenzt und ihre Auswirkungen auf die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung erläutert.

3. Prognose auf der Grundlage vorsichtiger Werte: Dieser Hauptteil analysiert die Auswirkungen des Konservatismus auf die Prognosequalität, stellt Messgrößen für den Grad der Bilanzvorsicht vor und diskutiert, wie Analysten ihre Prognosemethoden in der Praxis anpassen.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Analysten den Einfluss des Konservatismus zwar kennen, in der Praxis jedoch weniger auf komplexe Korrekturmodelle setzen, sondern ihre Prognosen bei entsprechendem Anlass im Laufe des Jahres nachjustieren.

Schlüsselwörter

Konservatismus, ex ante Conservatism, ex post Conservatism, Immaterielle Vermögenswerte, Prognosequalität, Bilanzierungspolitik, Finanzanalysten, Gewinnprognose, Conservatism Ratio, Vorsichtsprinzip, Bewertungsmodelle, Unterbewertung, Bilanzielle Erfassung, Analystenprognosen, Stille Reserven.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Einfluss konservativer Bilanzierungsmethoden, unterteilt in ex ante und ex post Conservatism, auf die Qualität der Gewinnprognosen von Finanzanalysten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung der Konservatismus-Formen, deren Auswirkungen auf immaterielle Vermögenswerte sowie die Untersuchung der Effizienz und Vorgehensweise von Analysten bei der Prognoseerstellung unter Berücksichtigung bilanzpolitischer Verzerrungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich beide Ausprägungen des Konservatismus auf die Prognose auswirken und wie Finanzanalysten diese in ihrer täglichen Prognosepraxis berücksichtigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Herleitung und nutzt Erkenntnisse aus empirischen Studien, insbesondere Regressionsanalysen, um den Zusammenhang zwischen Bilanzvorsicht und Prognosefehlern zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Abhängigkeit der Prognosequalität von konservativer Bilanzierung, Methoden zur Bestimmung dieses Konservatismus-Ausmaßes, praxisrelevanten Bewertungsmodellen und der theoretischen sowie praktischen Anpassung dieser Modelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Konservatismus, ex ante/ex post Conservatism, immaterielle Vermögenswerte, Prognosequalität, Bilanzierungspolitik und Finanzanalysten.

Was genau ist der Unterschied zwischen ex ante und ex post Conservatism?

Ex ante Conservatism führt zu einer dauerhaften Unterbewertung von Vermögenswerten durch eine sehr enge Ansatzkriterienauslegung. Ex post Conservatism hingegen beschreibt die asymmetrische zeitliche Erfassung: Verluste werden bei Absehbarkeit, Gewinne hingegen erst bei Realisierung berücksichtigt.

Warum stellt gerade die Pharmabranche eine Herausforderung für Analysten dar?

Aufgrund forschungsintensiver Tätigkeiten fallen hohe Ausgaben für F&E an, die als wesentliche Werttreiber gelten, aber unter konservativer Bilanzierung oft nicht aktiviert werden dürfen, was den Informationsgehalt der Bilanz einschränkt.

Nutzen Analysten komplexe Modelle zur Korrektur der konservativen Verzerrungen?

Die Untersuchung zeigt, dass Analysten in der Praxis weniger auf aufwändige, theoretisch überlegene Korrekturmodelle setzen, sondern Prognosen eher pragmatisch nachjustieren, wenn während des Jahres entsprechende Nachrichten (News) auftreten.

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Details

Title
Ex ante Conservatism vs. Ex post Conservatism
Subtitle
Auswirkungen auf die Prognose
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
2,3
Author
Christopher Reiche (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V84875
ISBN (eBook)
9783638014052
ISBN (Book)
9783638917247
Language
German
Tags
Conservatism
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Reiche (Author), 2007, Ex ante Conservatism vs. Ex post Conservatism, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84875
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