„So manches liest sich in diesem Buch übrigens wie für die deutsche Sprache geschrieben, und ein besseres Kompliment [...] kann es nicht geben. Sind Übersetzer(innen) nicht überhaupt oft genug so etwas wie engelhafte Vermittler?“ (Jung, DIE ZEIT. 11.08.2005.)
In solchen und ähnlich subjektiven, unpräzisen Bewertungen erschöpft sich die heute gängigste Form der literarischen Übersetzungskritik, die man in Buchrezensionen übersetzter Werke findet. Meist handelt es sich um eine reine Zieltextkritik, die ohne Bezug auf den Ausgangstext und ohne ausreichende Kenntnis des Übersetzungsvorgangs entstanden ist.
„Von der fachmännischen Übersetzungskritik darf man mehr erwarten als von den beiläufig geäußerten übersetzungskritischen Bemerkungen eines Literaturkritikers“ (Albrecht 229). In diesem Sinne soll in der vorliegenden Hausarbeit Helga Pfetschs Übersetzung von Alice Walkers The Color Purple analysiert werden. Der praktischen Übersetzungskritik gehen einige theoretische Überlegungen voraus. Hintergrundinformationen zu Autorin und Werk sowie allgemeine Angaben zur Übersetzerin und Übersetzung sollen das Umfeld der Analyse näher beleuchten und das Verständnis erleichtern. Anhand konkreter Textbeispiele werden dann Kriterien der Übersetzungskritik veranschaulicht und Ausgangs- und Zieltext miteinander verglichen. Abschließend erfolgt eine Bewertung der Übersetzung.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Theoretische Grundlagen
- Ziel und Zweck der Übersetzungskritik
- Texttypologie
- Äquivalenz vs. Adäquatheit
- Kriterien für eine literarische Übersetzungskritik
- Ausgangstext
- Autorin: Alice Walker
- Werk: The Color Purple (1982)
- Zieltext
- Übersetzerin: Helga Pfetsch
- Übersetzung: Die Farbe Lila (1984)
- Praktische Übersetzungskritik nach Katharina Reiß
- Semantik
- Auslassung
- Zusatz
- Abweichung
- Übersetzungsfehler
- Lexik
- Fachtermini
- Eigennamen
- Wortspiele
- Redewendungen
- Grammatik
- Grammatik des Ausgangstextes
- Grammatik des Zieltextes
- Stil
- Semantik
- Abschließende Bewertung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit analysiert Helga Pfetschs Übersetzung von Alice Walkers The Color Purple. Sie untersucht, wie die Übersetzung die sprachlichen und stilistischen Aspekte des Originals bewahrt und welche Entscheidungen die Übersetzerin bei der Bewältigung der Herausforderungen der Übersetzung getroffen hat.
- Die Anwendung von Katharina Reiß' Übersetzungskritik auf literarische Texte
- Die Analyse der semantischen, lexikalischen und grammatischen Aspekte der Übersetzung
- Die Frage nach der Adäquatheit und Äquivalenz der Übersetzung im Hinblick auf die Textfunktion
- Die Rolle von Kultur und Kontext bei der Übersetzung literarischer Werke
- Die Bewertung der Qualität der Übersetzung im Vergleich zum Originaltext
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Relevanz der Übersetzungskritik für die Analyse von literarischen Übersetzungen heraus und erläutert das Ziel und den Aufbau der Arbeit. Das Kapitel „Theoretische Grundlagen“ befasst sich mit den wichtigsten Konzepten der Übersetzungskritik, insbesondere mit den Ansätzen von Katharina Reiß und Thomas Reschke, sowie mit der Unterscheidung von Äquivalenz und Adäquatheit. Das Kapitel „Ausgangstext“ liefert wichtige Informationen über die Autorin Alice Walker und ihr Werk The Color Purple. Im Kapitel „Zieltext“ werden Informationen über die Übersetzerin Helga Pfetsch und ihre Übersetzung Die Farbe Lila bereitgestellt. Das Kapitel „Praktische Übersetzungskritik nach Katharina Reiß“ beleuchtet die Analysemethoden und Kriterien, die zur Bewertung der Übersetzung angewendet werden. Dieses Kapitel konzentriert sich auf die sprachlichen Aspekte der Übersetzung, wie Semantik, Lexik, Grammatik und Stil.
Schlüsselwörter
Übersetzungskritik, literarische Übersetzung, Katharina Reiß, Alice Walker, The Color Purple, Helga Pfetsch, Die Farbe Lila, Semantik, Lexik, Grammatik, Stil, Äquivalenz, Adäquatheit, Texttypologie, Funktionserhalt, Kultur, Kontext.
Häufig gestellte Fragen
Wer übersetzte „The Color Purple“ ins Deutsche?
Die deutsche Übersetzung mit dem Titel „Die Farbe Lila“ wurde von Helga Pfetsch angefertigt.
Welche Methode wird für die Übersetzungskritik verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die funktionsorientierte Übersetzungskritik nach Katharina Reiß.
Was ist der Unterschied zwischen Äquivalenz und Adäquatheit?
Äquivalenz zielt auf die Gleichwertigkeit zwischen Ausgangs- und Zieltext ab, während Adäquatheit die Übereinstimmung der Übersetzung mit dem Zweck (Skopos) des Übersetzungsvorgangs beschreibt.
Welche sprachlichen Aspekte werden in der Analyse untersucht?
Die Analyse umfasst Semantik (Auslassungen, Fehler), Lexik (Wortspiele, Eigennamen), Grammatik und den spezifischen Stil des Werks.
Warum ist die Übersetzung von „The Color Purple“ eine Herausforderung?
Die besondere Sprache (African American Vernacular English) und der kulturelle Kontext des Originals stellen hohe Anforderungen an die Bewahrung des Stils im Deutschen.
- Quote paper
- Rebekka Hahn (Author), 2006, Alice Walker: The Color Purple - Analyse der deutschen Übersetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84612