Die Schülerinnen und Schüler sollen das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ von den Gebrüdern Grimm fortsetzen, indem sie sich in eine der Hauptfiguren hineinversetzen und dessen Erlebnisse in der Stadt Bremen verschriftlichen.
Inhaltsübersicht
1. Bedingungsanalyse
1.1 Zur Situation der Lerngruppe und zur Lernausgangslage
1.2 Sachanalyse
2. Didaktische Entscheidungen
3. Unterrichtsziele
4. Methodische Entscheidungen/ Verlaufsplanung
5. Analyse ausgewählter Medien und Arbeitsmittel:
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, den handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht anhand des Märchens "Die Bremer Stadtmusikanten" für eine zweite Klasse aufzuarbeiten, um die Schreibkompetenz durch kreative, fiktive Schreibanlässe sowie den Einsatz von Stabpuppen zu fördern. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie durch eine subjektive Aneignung literarischer Texte das selbstständige Verfassen von Erlebniserzählungen in der Ich-Perspektive realisiert werden kann.
- Handlungs- und produktionsorientierte Literaturdidaktik
- Förderung der schriftsprachlichen Ausdrucksfähigkeit
- Einsatz von Stabpuppen zur Textproduktion
- Didaktische Reduktion und Binnendifferenzierung
- Methoden des Weiterschreibens im Grundschulunterricht
Auszug aus dem Buch
1.2 Sachanalyse
Das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ gehört zur Gattung der Volksmärchen, die dadurch gekennzeichnet ist, dass sie auf mündliche Traditionen zurückgeht und somit die Erzählweise, Weltsicht, Wünsche und Hoffnungen des Volkes widerspiegelt. Das Märchen ist von den Brüdern Jakob Grimm (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859) verfasst worden und erschien erstmals 1819 in der zweiten Auflage der Sammlung der „Kinder- und Hausmärchen“. Der Kern des Märchens ist uralt; eine der vielen Varianten spielte bereits um 91 v. Chr. in Rom.
In dem Märchen finden sich typische Themen, Motive und Strukturmerkmale, die nach Max Lüthi (1960) für die Gattung des europäischen Volksmärchens gelten. Hierzu gehören die Flächenhaftigkeit, die dadurch erkennbar ist, dass die vier Tiere ohne Innen- und Gefühlsleben dargestellt sind und der abstrakten Stil, der wenig beschreibend ist, viele wiederholende Elemente und formelhafte Zahlen (vier Tiere) aufweist. Ein weiteres Merkmal ist die Isolation, da alle vier Stadtmusikanten zunächst mit ihrem Schicksal allein gelassen sind und der Zufall entscheidet, wie es mit ihrem Leben weiter geht. Welthaltig ist das Märchen, da es um ein universales Thema, nämlich Leben und Tod, geht. Ferner sind die typischen Merkmale, wie die Unbestimmtheit von Zeit und Ort, denn Bremen wird von den Tierfiguren nie erreicht und das kleine, namenlose Figurenarsenal (Esel, Hund, Katze, Hahn, Räuber) in dem ausgewählten Märchen zu beobachten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedingungsanalyse: Dieser Abschnitt beschreibt die Lernausgangslage der Klasse 2, die sozioökonomischen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler sowie eine sachanalytische Einordnung der Märchengattung.
2. Didaktische Entscheidungen: Hier werden die curricularen Vorgaben erläutert und die Entscheidung für ein handlungs- und produktionsorientiertes Modell sowie die gewählte Methode des Weiterschreibens begründet.
3. Unterrichtsziele: In diesem Kapitel werden das Groblernziel sowie die fachlichen und prozessualen Feinlernziele für die geplante Unterrichtsstunde definiert.
4. Methodische Entscheidungen/ Verlaufsplanung: Dieser Teil enthält die detaillierte Ablaufplanung der Unterrichtsstunde mit Zeitangaben, Lehrer-Schüler-Interaktionen, Sozialformen und Medieneinsatz.
5. Analyse ausgewählter Medien und Arbeitsmittel:: Eine tabellarische Übersicht analysiert die didaktische Funktion und den Zielbezug der eingesetzten Unterrichtsmaterialien.
Schlüsselwörter
Handlungsorientierung, Produktionsorientierung, Märchen, Die Bremer Stadtmusikanten, Grundschule, Schreibkompetenz, Stabpuppen, Literaturunterricht, Binnendifferenzierung, Ich-Perspektive, Weiterschreiben, Sprachförderung, Lesekompetenz, Textproduktion, Erlebniserzählung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dem vorliegenden Unterrichtsentwurf?
Die Arbeit behandelt die Durchführung einer Unterrichtsstunde in einer zweiten Grundschulklasse, in der Schülerinnen und Schüler das Märchen "Die Bremer Stadtmusikanten" produktionsorientiert fortsetzen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Förderung der Schreibkompetenz, die kreative Auseinandersetzung mit Literatur sowie die persönliche Identifikation mit literarischen Figuren durch Stabpuppen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Die Kinder sollen die Fähigkeit erwerben, eine eigene Erlebniserzählung aus der Perspektive einer der Tierfiguren zu verfassen und ihre Fantasie beim Weiterschreiben des Märchens anzuwenden.
Welche wissenschaftliche Methode liegt dem Entwurf zugrunde?
Es wird das didaktische Modell des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts angewandt, ergänzt durch kommunikationstheoretische Ansätze beim freien Schreiben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Bedingungsanalyse der Lerngruppe, didaktische Begründungen, die detaillierte Verlaufsplanung der Stunde sowie eine Analyse der eingesetzten Medien und Differenzierungsmaterialien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Konzept?
Wichtige Begriffe sind Handlungsorientierung, Stabpuppen, Binnendifferenzierung, Ich-Perspektive und produktionsorientierter Literaturunterricht.
Wie werden leistungsschwächere Schüler in der Stunde unterstützt?
Durch spezifische Differenzierungsmaterialien, wie Papierstreifen mit Ideen oder vorgegebenen Sätzen, sowie eine individuelle Betreuung durch die Lehrkraft, wird das Verfassen von Texten erleichtert.
Welche Rolle spielt die Stabpuppe im didaktischen Konzept?
Die Stabpuppe dient als zentrales Motivationsinstrument, als Hilfsmittel zur Empathieentwicklung und als Medium für die anschließende Präsentation der selbst verfassten Texte.
Welche Rolle spielt die Stadt Bremen als Ort im Märchen?
Bremen repräsentiert das freiheitliche städtische Leben und das Ziel der Tiere, berühmt zu werden, was den Kindern einen Realitätsbezug zum Denkmal der Stadtmusikanten ermöglicht.
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- Maraike Sittartz (Author), 2007, Die Bremer Stadtmusikanten kommen nach Bremen – schriftliche Fortsetzung des Märchens mit Hilfe von individuellen Stabpuppen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84497