In der folgenden Arbeit soll mit der theoretischen Schrift „National-
Judenthum“, verfasst vom Wiener Oberrabbiner Moritz Güdemann, eine
ablehnende Erwiderung auf den national-jüdischen Gedanken untersucht
werden. Es soll geklärt werden, welche Gegenargumente angeführt werden,
wie Güdemann der Ideologie des politischen Zionismus entgegentritt und ob
die Schrift damit auch überzeugen kann. Die Quelle soll deswegen im Kontext
der Zeit, der Tätigkeiten Güdemanns als Gelehrter und auch in Hinblick auf
Herzls „Judenstaat“ betrachtet werden.
Eine Untersuchung in dieser Weise findet in der verwendeten Sekundärliteratur
nicht statt, es können jedoch viele Hinweise zu Güdemanns Haltung
aus den Aufsätzen von Mordechai Eliav oder Harry Zohn für die Analyse
verwendet werden. Weitere Literatur, wie die von Victor Karady und Ruth Burstyn, wird herangezogen, um den Zionismus in Europa näher zu erläutern.
Die Monographie von Adolf Gaisbauer ist aufgrund des Schwerpunktes auf die
Entwicklungen in Österreich für die Arbeit von besonderem Interesse. In seiner
Einleitung finden sich zahlreiche Informationen zur Entfaltung des Zionismus in
Wien.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Ausgangspunkte für die Bearbeitung der Streitschrift Güdemanns
- Der aufkommende Zionismus im ausgehenden 19. Jahrhundert Europas
- Das Wirken Moritz Güdemanns
- Güdemanns Haltung dem politischen Zionismus gegenüber
- Die Kerngedanken der Abhandlung „National-Judenthum“
- Die Beurteilung der Aussagen Güdemanns
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Schrift „National-Judenthum“ von Moritz Güdemann, einem Wiener Oberrabbiner, als Reaktion auf den aufkommenden politischen Zionismus und Theodor Herzls Werk „Der Judenstaat“. Die Arbeit untersucht Güdemanns Kritikpunkte, seine Argumente gegen den politischen Zionismus und bewertet die Überzeugungskraft seiner Schrift im Kontext der Zeit und Güdemanns eigener Positionierung.
- Der Aufstieg des politischen Zionismus als Antwort auf den Antisemitismus im ausgehenden 19. Jahrhundert
- Moritz Güdemanns Lebensweg und seine Positionierung gegenüber dem politischen Zionismus
- Die Kernaussagen von Güdemanns Schrift „National-Judenthum“ und deren Argumentationsstruktur
- Die Beurteilung von Güdemanns Kritik und die Bewertung seiner Argumentation im Hinblick auf die historische Situation
- Die Bedeutung von Güdemanns Schrift im Kontext der Debatte um den politischen Zionismus und die Zukunft des Judentums
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den historischen Kontext der Arbeit vor und erläutert die Notwendigkeit einer Untersuchung von Güdemanns Schrift. Sie beschreibt den Aufstieg des Antisemitismus und den daraus resultierenden Bedarf an einer Lösung der „Judenfrage“, welche durch den politischen Zionismus beantwortet werden soll. Das erste Kapitel erläutert den aufkommenden Zionismus als eine Reaktion auf den Antisemitismus. Es beleuchtet die historische Entwicklung der zionistischen Bewegung und deren Ziele, die sich vor allem auf die Gründung eines eigenen jüdischen Staates fokussieren. Das zweite Kapitel widmet sich Moritz Güdemanns Lebensweg und seiner Positionierung gegenüber dem politischen Zionismus. Es beschreibt Güdemanns Engagement in Wien und seine Kontakte zu Theodor Herzl, dem Begründer des politischen Zionismus. Das dritte Kapitel analysiert Güdemanns Schrift „National-Judenthum“ und dessen Kernaussagen. Es beleuchtet Güdemanns Kritik am politischen Zionismus und seine Argumentationsstruktur, die vorwiegend auf religiösen und historischen Grundlagen basiert. Der Fokus liegt auf der Untersuchung von Güdemanns Positionierung gegenüber dem politischen Zionismus und der Bewertung seiner Argumentation im Hinblick auf die damalige Situation.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Themen Antisemitismus, politischer Zionismus, „National-Judenthum“, Moritz Güdemann, Theodor Herzl, „Der Judenstaat“, jüdische Religionsgeschichte, Diaspora, Staatsgründung, und die Mission des Judentums.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Moritz Güdemann und was ist sein „National-Judenthum“?
Güdemann war ein Wiener Oberrabbiner, der 1897 die Streitschrift „National-Judenthum“ veröffentlichte, um sich gegen die Ideen des aufkommenden politischen Zionismus zu wenden.
Was kritisierte Güdemann am politischen Zionismus?
Güdemann argumentierte vor allem religiös und historisch; er sah das Judentum als Religionsgemeinschaft mit einer universellen Mission, nicht als eine nationale Einheit, die einen eigenen Staat benötigt.
Wie stand Güdemann zu Theodor Herzl?
Obwohl sie in Kontakt standen, bildete Güdemanns Schrift eine direkte, ablehnende Antwort auf Herzls Werk „Der Judenstaat“.
Welchen historischen Hintergrund behandelt die Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet den wachsenden Antisemitismus im Europa des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der als Katalysator für die zionistische Bewegung diente.
War Güdemanns Kritik erfolgreich?
Die Arbeit bewertet die Überzeugungskraft seiner Argumente im Kontext der damaligen Zeit und der internen Debatten innerhalb der jüdischen Gemeinde Wiens.
Was versteht man unter der „Mission des Judentums“ bei Güdemann?
Güdemann vertrat die Ansicht, dass die Zerstreuung (Diaspora) des jüdischen Volkes eine göttliche Bestimmung sei, um ethische Monotheismus-Werte weltweit zu verbreiten.
- Quote paper
- Nelli Winter (Author), 2007, Reaktion auf den politischen Zionismus: Moritz Güdemanns „National-Judenthum“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84253