In dieser Seminararbeit geht es um das Familienbewusstsein Gregor von Tours, des bedeutendsten Historikers der Epoche zwischen Spätantike und karolingischer Zeit.
Um überhaupt eine Vorstellung von Gregors Familienbewusstseins zu erlangen, wird in einem ersten Kapitel versucht, den Begriff „Familie“, bzw. „familia“ zu definieren und damit zu veranschaulichen, was „Familienbewusstsein“ im frühen Mittelalter bedeutet haben könnte. Die Merkmale der adligen Verwandtschaftsfamilie werden mit Gregors Familie verglichen.
Ein weiteres Kapitel befasst sich mit drei konkreten verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Gregor und seinen Verwandten, welche aufgrund Gregors eigenen Aussagen untersucht werden. Es sind dies drei Familienmitglieder, zu welchen er eine intensive Beziehung gehabt haben muss: Gregors Mutter Armentaria II, sein Onkel Gallus, Bischof von Clermont und sein Grossonkel, Bischof Nicetus von Lyon. Sein Onkel und sein Grossonkel kümmerten sich beide eine gewisse Zeit lang um die Erziehung Gregors und sorgten für ihn, nachdem sein Vater gestorben war. Gleichzeitig gibt es zu diesen drei Personen umfassendes Quellenmaterial, vor allem für die beiden Bischöfe, für welche Gregor je eine Vita verfasst hat.
Im Rahmen dieser Seminararbeit können unmöglich alle themenrelevanten Textstellen behandelt werden und es ist hier nur ansatzweise möglich, die Aussagen zu Gregors Familie im Zusammenhang mit deren kontextuellen Bedeutung zu verstehen.
Es wird gefragt, weshalb Gregor in seinem Werk tatsächlich auf seine Prosopographie verweist, welche Motivation dahinter steckt und welches Ziel er damit verfolgt. Diese Fragen sind unmöglich abschliessend zu behandeln und es können nur Vermutungen angestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Familienbewusstsein im frühen Mittelalter
- Adliges Familienbewusstsein im frühen Mittelalter
- Gregors Zugehörigkeit zur senatorischen Adelsfamilie
- Verwandschaftsbeziehungen
- Gregors Mutter, Armentaria II
- Gregors Onkel, Gallus von Clermont
- Gregors Grossonkel, Nicetius von Lyon
- Gregor von Tours als Bischof
- Bischofherrschaft in merowingischer Zeit
- Der Autor Gregor, Bischof von Tours
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit dem Familienbewusstsein des Gregor von Tours, einem bedeutenden Historiker der Zeit zwischen Spätantike und karolingischer Zeit. Die Arbeit analysiert die Bedeutung des Begriffs „Familie“ bzw. „familia“ im frühen Mittelalter und setzt Gregors Familie in Bezug zu den Merkmalen der adligen Verwandtschaftsfamilie.
- Das Familienbewusstsein Gregors von Tours
- Die Rolle der Familie in der Gesellschaft des frühen Mittelalters
- Die Bedeutung von Verwandschaftsbeziehungen für Gregor von Tours
- Die Beziehung zwischen Familienleben und der Rolle als Bischof
- Die Motivation Gregors, seine Prosopographie in seinem Werk zu erwähnen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit und definiert den Begriff „Familienbewusstsein“ im frühen Mittelalter. Es wird der Kontext von Gregors Familie in Bezug auf die adlige Verwandtschaftsfamilie dargestellt.
Das Kapitel über Verwandtschaftsbeziehungen analysiert drei wichtige Familienmitglieder aus Gregors Leben: seine Mutter Armentaria II, seinen Onkel Gallus, Bischof von Clermont, und seinen Grossonkel, Bischof Nicetus von Lyon. Gregors Beziehung zu diesen Personen wird anhand von Quellenmaterial, insbesondere den Viten, die er für seine Onkel verfasst hat, beleuchtet.
Das Kapitel über Gregor von Tours als Bischof behandelt die Bischofherrschaft in der merowingischen Zeit und die Rolle des Autors Gregor als Bischof von Tours. Es wird untersucht, wie sich Gregors Familienbewusstsein auf seine Amtsausübung als Bischof auswirkte.
Schlüsselwörter
Familienbewusstsein, Gregor von Tours, Frühmittelalter, Adliges Familienbewusstsein, Verwandtschaftsbeziehungen, Bischof, Merowingerzeit, Prosopographie, Quellenmaterial, Vita, hagiografisches Werk, Decem Libri Historiarum, Wunderberichte, Familienleben, Bischofherrschaft.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Gregor von Tours?
Gregor von Tours war der bedeutendste Historiker des Frühmittelalters, bekannt für sein Werk „Decem Libri Historiarum“ und seine Rolle als Bischof in der Merowingerzeit.
Was bedeutete „Familie“ im frühen Mittelalter?
Der Begriff „familia“ umfasste damals nicht nur die Kernfamilie, sondern die gesamte adlige Verwandtschaftsfamilie sowie oft auch das Gesinde und Schutzbefohlene.
Welche Rolle spielte Gregors Familie für seine Karriere?
Gregor gehörte einer senatorischen Adelsfamilie an. Seine Verwandten, wie sein Onkel Gallus und sein Großonkel Nicetius, waren einflussreiche Bischöfe, die seine Erziehung und seinen Aufstieg förderten.
Warum erwähnte Gregor seine Verwandten so oft in seinen Schriften?
Durch den Verweis auf seine Prosopographie (Familiengeschichte) wollte Gregor seine Legitimität als Bischof unterstreichen und die Heiligkeit sowie den sozialen Status seiner Familie dokumentieren.
Was ist ein hagiografisches Werk?
Es handelt sich um Beschreibungen des Lebens von Heiligen (Viten). Gregor verfasste solche Werke für seine Onkel, um deren religiöse Bedeutung und Wunder zu preisen.
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- Stephanie Fischer (Author), 2006, Das Familienbewusstsein des Gregor von Tours, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83928