Ergativität gilt vielen als ein exotisches Phänomen und nicht wenige vertreten noch heute die Meinung, dass sich das Denken in Ergativsprachen grundsätzlich von dem in den ‚gewöhnlichen‘ Akkusativsprachen unterscheiden müsse. Demgegenüber möchte ich versuchen zu zeigen, dass Ergativität einfach nur eine unter mehreren Möglichkeiten ist, wie die Aktanten in transitiven und intransitiven Sätzen markiert sein können, und dass die meisten Sprachen von mehreren dieser Möglichkeiten Gebrauch machen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Markierung von Aktanten
- Semantische Markierung
- Syntaktische Markierung und Gruppierung
- Ergativ-Akkusativ-Konfiguration
- Ergativität und Akkusativität
- Ergativität im Deutschen?
- Syntaktische Ergativität
- Ergativität und Passiv
- Split-Phänomene
- Aktiv-Inaktiv-Konfiguration
- Split-Akkusativität
- ... im Deutschen
- ... und in den romanischen Sprachen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit zielt darauf ab, das Phänomen der Ergativität, das oft als exotisch empfunden wird, zu erläutern und zu zeigen, dass es lediglich eine von mehreren Möglichkeiten ist, Aktanten in transitiven und intransitiven Sätzen zu markieren. Der Fokus liegt auf der Unterscheidung zwischen semantischer und syntaktischer Markierung von Aktanten und wie diese in verschiedenen Sprachen realisiert werden.
- Semantische und syntaktische Markierung von Aktanten
- Ergativität als ein System zur Aktantenmarkierung
- Unterschiede in der Aktantenmarkierung zwischen Sprachen
- Split-Phänomene und ihre Auswirkungen auf die Aktantenmarkierung
- Vergleichende Betrachtung von Ergativität und Akkusativität
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Thema Ergativität vor und erläutert die zentrale These der Arbeit, dass Ergativität lediglich eine Variante der Aktantenmarkierung darstellt. Kapitel 2 beschäftigt sich mit verschiedenen Methoden der Aktantenmarkierung, wobei der Fokus auf semantischer und syntaktischer Markierung liegt. In Kapitel 3 werden die Konzepte der Ergativität und Akkusativität näher betrachtet und ihre Anwendung im Deutschen diskutiert. Schließlich behandelt Kapitel 4 das Phänomen der Split-Akkusativität und analysiert die verschiedenen Formen dieser Konfiguration im Deutschen und in romanischen Sprachen.
Schlüsselwörter
Ergativität, Akkusativität, Aktantenmarkierung, semantische Markierung, syntaktische Markierung, transitiv, intransitiv, Split-Akkusativität, Aktiv-Inaktiv-Konfiguration, romanische Sprachen, Deutsch
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Ergativität und Akkusativität?
Es handelt sich um unterschiedliche Systeme zur Markierung von Aktanten (Subjekt/Objekt) in transitiven und intransitiven Sätzen.
Gibt es Ergativität in der deutschen Sprache?
Die Arbeit untersucht, ob und in welcher Form ergativische Strukturen oder Split-Phänomene im Deutschen nachweisbar sind.
Was versteht man unter „Split-Phänomenen“?
Split-Phänomene treten auf, wenn eine Sprache je nach Kontext (z.B. Zeitform oder Belebtheit) zwischen verschiedenen Markierungssystemen wechselt.
Ist Ergativität ein Hinweis auf eine andere Denkweise?
Die Arbeit widerspricht der Ansicht, dass Ergativsprachen ein grundsätzlich anderes Denken erfordern, und sieht sie als eine von mehreren grammatikalischen Möglichkeiten.
Welche Rolle spielt das Passiv im Zusammenhang mit Ergativität?
Die Untersuchung beleuchtet die Beziehung zwischen syntaktischer Ergativität und passivischen Konstruktionen.
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- Peter Baumann (Author), 2007, Ergativität und Akkusativität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83735