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Zur Unterscheidung der Wortarten Adjektiv und Adverb in adverbialem Gebrauch

Title: Zur Unterscheidung der Wortarten Adjektiv und Adverb in adverbialem Gebrauch

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lydia Brandl (Author)

German Studies - Linguistics
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Bei der näheren Beschäftigung mit der Thematik „Adverb“ stößt man auf ein Problem, das sich innerhalb der linguistischen Diskussion rund um den Gebrauch der Wortart Adverb und ihrer Abgrenzung zur Wortart Adjektiv ergibt. Alle Grammatiken sind sich darin einig, daß das Wort schnell in der Nominalphrase 'der schnelle Mann' ein Adjektiv in attributivem Gebrauch ist. Untersucht man die Einordnung des Wortes schnell im obigen Beispielsatz 'Er rennt schnell.' näher, stellt man allerdings fest, daß es ganz unterschiedliche Ansichten darüber gibt, ob es sich um ein Adverb, ein Adjektivadverb oder ein Adjektiv handelt.
Dieser Problematik wird im Folgenden nachgegangen. Um einige der Ansätze der Diskussion verstehen zu können, ist es notwendig, die historische Entwicklung des sogenannten Adjektivadverbs darzustellen. Außerdem soll ein kurzer Blick in andere Sprachen erfolgen, der weitere Fragen beantworten bzw. auch aufwerfen kann. Dann werden verschiedene Ansätze aus gebräuchlichen Grammatiken untersucht und dargestellt.
Zum besseren Verständnis wird der Begriff ‚Adjektivadverb’ im historischen Zusammenhang, in dem er begründet ist, gebraucht. Im weiteren Verlauf soll er, insofern er nicht von den einzelnen Linguisten gebraucht wird, vermieden werden. Da viele Grammatiker unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dieselbe Sache haben, meint ‚adverbiale Stellung’ das, was der Duden darunter versteht: die Verwendung eines (der äußeren Form nach) Adjektivs an der Stelle, an der ein ‚prototypisches’ Adverb zu finden sein kann (Er rennt schnell. – Er rennt heute. – Er rennt leider. usw.).
Der Duden ist nach wie vor das Standard-Nachschlagewerk an den Schulen. Deshalb wird seine Grammatik hier besonders beleuchtet. Weiterhin kommt die Grammatik von Eisenberg zur Bearbeitung, da es sich hierbei um eine in der Linguistik empfohlene und für die Lehrerausbildung benutzte Grammatik handelt. Admoni als Vertreter der funktionalen Grammatik soll ebenfalls Beachtung finden. Da sich Eisenberg in seiner Kritik direkt auf Admoni bezieht, ist diese Betrachtung besonders interessant. Die Grammatik von Helbig/ Buscha steht ebenfalls in der Reihe der „traditionellen“ Grammatik, hat aber die Besonderheit, „ein Handbuch für den Ausländerunterricht“ (so der Untertitel) zu sein.
Natürlich hätten auch andere Grammatiken gewählt werden können. Aufgrund des eingeschränkten Umfangs der vorliegenden Arbeit muß relativ willkürlich eine Einschränkung vorgenommen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historische Entwicklung der Adjektivadverbien im Deutschen

2.1 Althochdeutsch

2.2 Mittelhochdeutsch und Neuhochdeutsch

3 Adverbendungen in anderen Sprachen

4 Zur Darstellung der Adverb-/ Adjektivproblematik in der deutschen Grammatik

4.1 Duden

4.2 Admoni – Der deutsche Sprachbau

4.3 Eisenberg – Grundriß der deutschen Grammatik

4.4 Helbig/ Buscha – Deutsche Grammatik

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Wortartklassifizierung von Adjektiven im adverbialen Gebrauch im Deutschen. Ziel ist es, die unterschiedlichen theoretischen Ansätze bekannter Sprachwissenschaftler und Grammatiken gegenüberzustellen und zu beleuchten, warum die Abgrenzung zwischen Adjektiv und Adverb in diesem Kontext linguistisch so umstritten ist.

  • Historische Entwicklung der Adjektivadverbien
  • Vergleichende Analyse von Adverbendungen in germanischen und romanischen Sprachen
  • Diskussion der Klassifizierungskriterien in Standardgrammatiken (Duden, Admoni, Eisenberg, Helbig/Buscha)
  • Problematik der Wortartbestimmung am Beispiel des Wortes "schnell"
  • Unterscheidung zwischen prädikativem und adverbialem Gebrauch

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Im Rahmen des Seminars „Probleme der deutschen Grammatik: Indeklinabilia“ brachte ich in mein Referat zum Themenkomplex „Adverbien“ eine Definition nach Duden ein, die folgendermaßen aussah:

- Adverbien bestimmen Verben, Adjektive, Adverbien, Substantive (attributiv und prädikativ) oder einen ganzen Satz näher

Er rennt schnell. (Verb) Das Haus ist besonders schön. (Adjektiv) Ich melde mich sehr bald. (Adverb) Das Wetter heute ist häßlich. (attributiv) Das Buch ist dort. (prädikativ) Ich kann leider nicht kommen (Satzadverb)

Diese Definition wurde von der Seminargruppe ohne Widerspruch angenommen. Bei der näheren Beschäftigung mit der Thematik „Adverb“ stößt man jedoch auf ein Problem, das sich innerhalb der linguistischen Diskussion rund um den Gebrauch der Wortart Adverb und ihrer Abgrenzung zur Wortart Adjektiv ergibt. Alle Grammatiken sind sich darin einig, daß das Wort schnell in der Nominalphrase der schnelle Mann ein Adjektiv in attributivem Gebrauch ist. Untersucht man die Einordnung des Wortes schnell im obigen Beispielsatz Er rennt schnell. näher, stellt man allerdings fest, daß es ganz unterschiedliche Ansichten darüber gibt, ob es sich um ein Adverb, ein Adjektivadverb oder ein Adjektiv handelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problematik der Wortartabgrenzung von Adjektiven und Adverbien am Beispiel des Satzes „Er rennt schnell“.

2 Historische Entwicklung der Adjektivadverbien im Deutschen: Darstellung der morphologischen Veränderungen vom Althochdeutschen bis zum Neuhochdeutschen, die zur heutigen Schwierigkeit der kategorialen Einordnung führten.

3 Adverbendungen in anderen Sprachen: Vergleich mit anderen germanischen und romanischen Sprachen, die teilweise spezifische Adverbendungen bewahrt haben.

4 Zur Darstellung der Adverb-/ Adjektivproblematik in der deutschen Grammatik: Detaillierte Analyse der unterschiedlichen theoretischen Ansätze in den Werken von Duden, Admoni, Eisenberg und Helbig/Buscha.

5 Zusammenfassung: Resümee der kontroversen linguistischen Ansätze und Fazit zur anhaltenden Problematik der Wortartklassifizierung.

Schlüsselwörter

Adjektiv, Adverb, Adjektivadverb, Wortartklassifizierung, Grammatik, Linguistik, prädikativer Gebrauch, adverbialer Gebrauch, Morphologie, Syntax, Sprachgeschichte, Eisenberg, Duden, Admoni, Helbig/Buscha

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Herausforderung, Adjektive im adverbialen Gebrauch (z.B. „Er rennt schnell“) einer eindeutigen Wortart zuzuweisen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung der entsprechenden Formen, der Vergleich mit anderen Sprachen sowie die kritische Analyse verschiedener maßgeblicher deutscher Grammatikwerke.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die widersprüchlichen Ansätze zur Klassifizierung der „Adjektivadverbien“ in der deutschen Sprachwissenschaft aufzuzeigen und die Gründe für diese uneinheitliche Behandlung zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse der linguistischen Fachliteratur und verschiedener Standardgrammatiken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Betrachtung, einen internationalen Sprachvergleich sowie eine detaillierte Untersuchung der Grammatiken von Duden, Admoni, Eisenberg und Helbig/Buscha.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Adjektiv, Adverb, Adjektivadverb, Wortartklassifizierung, Syntax, Morphologie und Sprachgeschichte.

Warum ist die Unterscheidung für Deutschlerner so schwierig?

Für Lerner ist es verwirrend, dass das Deutsche im Gegensatz zu vielen anderen Sprachen keine eindeutigen morphologischen Endungen mehr besitzt, um Adverbien von prädikativ verwendeten Adjektiven zu trennen.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Eisenberg von der des Dudens?

Während der Duden mit einer Merkmalshierarchie arbeitet, um die Zuordnung zu begründen, lehnt Eisenberg die Kategorie des „Adjektivadverbs“ stärker ab und führt stattdessen den Begriff des „adverbialen Adjektivs“ ein.

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Details

Title
Zur Unterscheidung der Wortarten Adjektiv und Adverb in adverbialem Gebrauch
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Germanistik)
Course
Probleme der deutschen Grammatik: Indeklinabilia
Grade
1,0
Author
Lydia Brandl (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V83449
ISBN (eBook)
9783638899819
Language
German
Tags
Unterscheidung Wortarten Adjektiv Adverb Gebrauch Probleme Grammatik Indeklinabilia
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lydia Brandl (Author), 2007, Zur Unterscheidung der Wortarten Adjektiv und Adverb in adverbialem Gebrauch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83449
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