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Zur Struktur und den Bestandteilen des Einsilbers in der deutschen Sprache

Titel: Zur Struktur und den Bestandteilen des Einsilbers in der deutschen Sprache

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 30 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Aileen Enders (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Most phonologists, to the extent that they have accepted it, attempt to deal with the syllable as a phonological unit” (Hyman 1975, 188). Dabei ist die Grundannahme bezüglich der Silbe, dass es eine Beziehung zwischen der Struktur des Wortes, und der Struktur der Silbe gibt (Hyman 1975, 189). Denn grundsätzlich gilt, dass durch die Silben die Laute, die im zusammenhängenden Sprechen als kontinuierliche Folge produziert werden, zu strukturierten Gruppen zusammengefasst werden, was die Silbe somit zu einem fundamentalen Begriff der Phonetik macht (Lindner 1981, 286). Aber die Wichtigkeit dieser Konstituente lässt sich auch damit begründen, dass es viele Phänomene gibt, die sich nun einmal ausschließlich innerhalb einer Silbe finden lassen, wie beispielsweise die Auslautverhärtung, die Allophonie oder den dorsalen Frikativ, auf welche ich im Verlauf dieser Arbeit noch kommen werde (Féry 2000, 144).
Doch wie lassen sich Silben erfassen und definieren, wie kann man eine Silbe strukturell darstellen? Lässt sich mehr sagen, als dass es sich dabei um Einheiten handelt, die phonologische Abfolgen von Segmenten strukturieren (Féry 2000, 144)? Wie kann man eine phonetische Silbe in ihre lautlichen Bestandteile aufgliedern (Kohler 1977, 79)?
Anhand der Fragen, die ich in dieser Arbeit klären möchte, beziehungsweise über die ich einen Überblick verschaffen möchte, ist bereits erkennbar, dass die Silbe als Kategorie im Mittelpunkt stehen wird. Schließlich unterscheiden sich Sprachen nicht nur durch unterschiedliches Phoneminventar, sondern auch grundlegend in der Art, wie diese Phoneme zu größeren Einheiten, also unter anderem eben zu Silben, kombiniert werden können (Willi 2001, 429). Dabei werde ich im Folgenden den Silbenbegriff und mit der Silbe verbundene Begrifflichkeiten klären, weiter werde ich das allgemeine Silbenbaugesetz näher erläutern und schließlich auf die Bestandteile der Silbe näher eingehen. Diese Untersuchungen werde ich alle anhand der deutschen Sprache mit Beispielen belegen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Silbenbegriff und Terminologie

3. Das allgemeine Silbenbaugesetz

3.1. Das Schema einer Silbe

3.2. Die Sonoritätshierarchie

4. Zu den Bestandteilen der Silbe

4.1. Der Anfangsrand der Silbe

4.1.1. Einfacher Anfangsrand

4.1.2. Komplexer Anfangsrand

4.2. Der Silbenkern

4.3. Der Endrand der Silbe

4.3.1. Der dorsale Frikativ

4.3.2. Die Nasale

4.3.3. Die Auslautverhärtung

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die strukturelle Zusammensetzung des deutschen Einsilbers, analysiert die Funktion seiner Bestandteile (Onset, Nukleus, Koda) und klärt den Zusammenhang zwischen Silbenbaugesetz und Sonoritätshierarchie.

  • Definition des Silbenbegriffs und phonologische Terminologie.
  • Analyse des allgemeinen Silbenbaugesetzes und der Sonoritätshierarchie.
  • Detaillierte Untersuchung des Anfangsrandes (einfach/komplex).
  • Bestimmung der Struktur und Funktion des Silbenkerns.
  • Erforschung der Endrand-Eigenschaften inklusive Auslautverhärtung und Nasalverhalten.

Auszug aus dem Buch

3. Das allgemeine Silbenbaugesetz

Im Einsilber geht mindestens ein Konsonant voraus. Es gibt somit keine nackten Einsilber (dies ist wird durch den glottalen Verschlusslaut, [ʔ] verhindert). Die Koda allerdings kann leer sein. Die kompliziertesten Einsilber, die über keine morphologische Grenze verfügen, sind laut Eisenberg (2006, 102f) Formen wie Pflicht [pflιçt], Strumpf [ʃtʀʊmpf] oder ernst [ʔɛʀnst]. Es ist im deutschen Einsilber folglich möglich im Anfangsrand bis zu drei Konsonanten stehen zu haben und im Endrand drei oder vier Konsonanten zu haben.

Sieht man sich den Aufbau der Silbe einmal genauer an, kann man feststellen, dass sich die Sprachlaute innerhalb von Silben symmetrisch zum Silbenkern gruppieren (Heike 1992, 5). Dieser symmetrische Aufbau ist durch die Sonoritätsskala begründet (Vater 1992, 103), auf die ich im nächsten Punkt ausführlich zu sprechen komme.

Dabei, um zur Symmetrie im Silbenaufbau zurückzukommen, stehen ganz außen die Obstruenten, gefolgt von den Sonoranten weiter innen und dem Vokal, als dem Silbenkern, in der Mitte. Im Anfangsrand stehen nun die stimmhaften Obstruenten näher am Kern als die Stimmlosen, und die Liquide näher am Kern als die Nasale (Eisenberg 2006, 103). Dieses Schema werde ich nun mit Beispielen noch füllen (siehe Abbildungen 4 und 5).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die phonologische Relevanz der Silbe als fundamentale Einheit ein und skizziert das Ziel der Arbeit, den Silbenbegriff und die strukturellen Bestandteile des deutschen Einsilbers zu untersuchen.

2. Silbenbegriff und Terminologie: Das Kapitel definiert die Silbe als phonologische Konstituente von Wortformen und diskutiert theoretische Ansätze zur segmentalen Aufteilung in Nukleus, Onset und Koda.

3. Das allgemeine Silbenbaugesetz: Hier wird das Prinzip der symmetrischen Gruppierung von Sprachlauten um den Silbenkern mittels der Sonoritätshierarchie und dem Silbenbaugesetz erläutert.

4. Zu den Bestandteilen der Silbe: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die drei Silbenkonstituenten, ihre Kombinationsmöglichkeiten im Deutschen sowie Besonderheiten wie Auslautverhärtung und dorsale Frikative.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass die Silbe trotz ihrer intuitiven Wahrnehmung ein komplexes, von Sprachwandel und theoretischen Abgrenzungsproblemen geprägtes Forschungsfeld bleibt.

Schlüsselwörter

Silbe, Einsilber, Sonoritätshierarchie, Onset, Nukleus, Koda, Silbenkern, Auslautverhärtung, Phonologie, Konsonantencluster, Sprachlaute, Artikulation, Phonotaktik, Vokal, Obstruenten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der phonologischen Struktur des deutschen Einsilbers und untersucht dessen Aufbau aus den Bestandteilen Onset, Nukleus und Koda.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind der theoretische Silbenbegriff, die Sonoritätshierarchie, die Beschränkungen in den Silbenrändern sowie spezifische Phänomene wie die Auslautverhärtung.

Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?

Das Ziel ist eine systematische Klärung der Begrifflichkeiten und eine detaillierte Beschreibung der strukturellen Bedingungen, nach denen Phoneme in deutschen Einsilbern kombiniert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse der Fachliteratur und gleicht verschiedene phonologische Modelle, etwa von Eisenberg oder Vater, anhand konkreter Beispiele aus dem Deutschen ab.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Anfangsrandes, des Silbenkerns und des Endrandes sowie spezifischer Sonderfälle wie Nasalassimilation und Frikativvariationen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Charakteristika sind Sonoritätsprinzipien, phonotaktische Restriktionen, die Konstituentenstruktur von Silben sowie die Analyse von Konsonanten- und Vokalkombinationen.

Warum wird der glottale Verschlusslaut [ʔ] als Default-Anfangsrand bezeichnet?

Er fungiert als Platzhalter, wenn im deutschen Einsilber kein anderer Konsonant vorhanden ist, um den Vokalbeginn im Morphemanlaut zu markieren.

Was besagt die Auslautverhärtung im Kontext dieser Arbeit?

Sie beschreibt den Prozess, bei dem die phonologische Opposition zwischen stimmhaften und stimmlosen Obstruenten im Wortauslaut zugunsten der stimmlosen Konsonanten aufgehoben wird.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur Struktur und den Bestandteilen des Einsilbers in der deutschen Sprache
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Veranstaltung
Wortgrammatik: Laut und Silbe
Note
1,3
Autor
Aileen Enders (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
30
Katalognummer
V83216
ISBN (eBook)
9783638898973
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Struktur Bestandteilen Einsilbers Sprache Wortgrammatik Laut Silbe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Aileen Enders (Autor:in), 2007, Zur Struktur und den Bestandteilen des Einsilbers in der deutschen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83216
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Leseprobe aus  30  Seiten
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