Beitrag des Faches katholischer Religionsunterricht zur Allgemeinbildung
Katholischer Religionsunterricht hat die Aufgabe, aus der Sicht des Glaubens einen Beitrag zur Bildung zu leisten. Er wird wertgebunden erteilt, d. h. inhaltlich von der Religionsgemeinschaft verantwortet. Im Rahmen der allgemeinen schulischen Bildung hat der katholische Religionsunterricht insofern die Aufgabe, von innen heraus Religion in ihren gesellschaftlichen und kulturgeschichtlichen Bezügen darzustellen und zu beurteilen.
Vor dem Hintergrund einer weitgehenden Beeinflussung unserer Kultur durch das Christentum, ist die Beschäftigung mit Religion zugleich Baustein für das Erlernen von abendländischer Geschichte, Kultur und Denktradition.
Durchgängiges Thema des katholischen Religionsunterrichts ist die Auseinandersetzung mit den Weltreligionen. Zunächst geht es um die großen monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam, welche als Buchreligionen die größten Gemeinsamkeiten untereinander haben. Das Judentum ist dabei als Wurzel des Christentums zu begreifen.
Der Religionsunterricht beschäftigt sich aber auch mit dem Hinduismus und dem Buddhismus.
Religiöse Kultur ist immer verbunden mit ethischen Vorstellungen. Kultur und Ethik können im Christentum nicht getrennt werden. In dieser Verknüpfung bekommt die religiöse Perspektive eine besondere Bedeutung für Schülerinnen und Schüler, da sie Maßstab und Wegweisung für das eigene Leben werden kann. Somit verknüpft der Religionsunterricht kulturgeschichtliche, anthropologische und gesellschaftliche Fragen, die zum Grundbestand unserer Kultur wie unserer gesellschaftlichen Gegenwart geworden sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Judentum im katholischen Religionsunterricht
1.1 Die Stellung des Themas im Lehrplan der Grund- und Hauptschule
1.2 "Nostra aetate"
1.3 Judentum - Wurzel christlichen Glaubens
2. Jüdische Feste im Religionsunterricht
2.1 Wallfahrtsfeste / Hauptfeste
2.1.1 Pessach / ( Ostern )
2.1.2 Shawuot – Wochenfest / Fest der Offenbarung (Pfingsten)
2.1.3 Sukkot – Laubhüttenfest
2.2 Historische Feste
2.2.1 Chanukka
2.2.2 Purim – Das Fest der Lose
2.3 Feste der religiösen Mündigkeit
2.3.1 Bar Mizwa ( Sohn der Pflicht )
2.3.2 Bat Mizwa
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung des Judentums im Kontext des katholischen Religionsunterrichts aufzuzeigen und dabei insbesondere jüdische Feste als zentrales Element interreligiösen Lernens und der christlichen Identitätsfindung zu vermitteln.
- Integration des Judentums als Wurzel des christlichen Glaubens in den Lehrplan
- Erläuterung der wichtigsten Wallfahrtsfeste wie Pessach, Schawuot und Sukkot
- Bedeutung der historischen Feste Chanukka und Purim
- Verständnis der Feste religiöser Mündigkeit (Bar Mizwa/Bat Mizwa)
- Reflexion des christlich-jüdischen Dialogs
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Pessach / ( Ostern )
Es wird zum Gedenken an die wunderbare Befreiung aus Ägypten durch Gottes Hilfe gefeiert, beginnend mit dem Vollmond des Monats Nissan (März/April).
Während der Festwoche essen und trinken fromme Juden nichts Gesäuertes.
Es ist das Geburtsfest des Volkes Israel. Gefeiert wird der Exodus, der Auszug aus der Sklavenrei Ägyptens, die Volkswerdung Israels, der Eintritt des jüdischen Volkes in die Weltgeschichte.
Aus Sklaven wurden durch Jahwes starke Hand freie Menschen. So wie es in der Haggada, der uralten Freiheitsurkunde, aus der am ersten Abend des Festes (Sederabend) gelesen wird, festgehalten ist
Das Pessachmahl ist eine Familienfeier, Hausgottesdienst und Festmahl zugleich
Die Feier verläuft nach einer bestimmten Ordnung und wird von daher auch Seder bzw. Sederabend genannt.
Der Hausvater leitet die Feier. Er spricht den Segen über die Speisen und den wein. Er stimmt die Psalmengebete an und trägt die Erzählung vom Auszug aus Ägypten vor, nachdem der Jüngste gefragt hat : „Wodurch unterscheidet sich diese Nacht von anderen?“
Pessach vergegenwärtigt das wichtigste Ereignis innerhalb der jüdischen Geschichte.
Der Name Pessach bedeutet „Überschreitung“, denn – so sagt die Schrift – „der Ewige ist hinweggeschritten über die Häuser der Kinder Israels, als er die Erstgeborenen der Ägypten schlug.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Judentum im katholischen Religionsunterricht: Dieses Kapitel erläutert den Stellenwert des Judentums als Wurzel des christlichen Glaubens innerhalb des schulischen Bildungsauftrags und des interreligiösen Dialogs.
2. Jüdische Feste im Religionsunterricht: Hier werden zentrale Feste des Judentums, unterteilt in Wallfahrtsfeste, historische Feste und Feste der religiösen Mündigkeit, didaktisch aufbereitet.
Schlüsselwörter
Judentum, Religionsunterricht, christlich-jüdischer Dialog, Pessach, Schawuot, Sukkot, Chanukka, Purim, Bar Mizwa, Bat Mizwa, Nostra aetate, religiöse Bildung, Festkultur, Religionsgeschichte, Abrahamitisches Erbe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Aufarbeitung des Judentums im katholischen Religionsunterricht, wobei ein besonderer Fokus auf den jüdischen Festen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Feldern gehören die theoretische Grundlegung des christlich-jüdischen Verhältnisses sowie die praktische Darstellung jüdischer Festtraditionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Verständnis für das Judentum als Fundament des Christentums zu stärken und Lehrkräften Anregungen für den Unterricht zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Ausarbeitung, die theologische Grundlagen mit einer thematischen Übersicht jüdischer Feiertage verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bedeutung des Judentums im Lehrplan, eine Einordnung der jüdischen Feste und die Erläuterung der religiösen Mündigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie interreligiöser Dialog, jüdische Festkultur, christliche Identität und biblische Wurzeln charakterisiert.
Welche Bedeutung hat das "Nostra aetate"-Dokument im Text?
Es dient als theologische Basis, um die geistige Verbundenheit zwischen dem Christentum und dem Judentum sowie den Ursprung des Glaubens bei den Patriarchen zu verdeutlichen.
Warum ist der "Tag des Judentums" für die Kirchen wichtig?
Er soll das Bewusstsein für die jüdischen Wurzeln christlicher Identität schärfen und den Dialog fördern, da christliche Identität ohne den Bezug zum Judentum nicht vollständig verstanden werden kann.
- Quote paper
- Miriam Englert (Author), 2002, Judentum im Religionsunterricht - Jüdische Feste, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8305