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Ein (digitalisierter) Thesaurus der Literaturwissenschaft?

Title: Ein (digitalisierter) Thesaurus der Literaturwissenschaft?

Scientific Essay , 1987 , 23 Pages

Autor:in: Dr. Wolfgang Ruttkowski (Author)

Business economics - Information Management
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Ein Literaturthesaurus kann nicht das Ergebnis einer wissenschaftlichen Klärung der in ihm enthaltenen Begriffe sein, sondern er muss dieser vorangehen. Es erscheint praktischer, Explikationen literarischer Begriffe in einer Datenbank zu speichern, die etwa einer Universitätsbibliothek angeschlossen wäre und von der dortigen literaturwissenschaftlichen Abteilung "verwaltet" würde. Von dort aus wäre die Information jederzeit abrufbar, entweder postalisch übermittelt, oder von Computer zu Computer. Die Grundlage einer solchen Sammlung von ständig revidierten Definitionen mit periodisch ergänzten Literaturangaben könnte ein Literaturthesaurus (der auch in Buchform erhältlich wäre) sein. Er würde sozusagen das (selbst immer wieder revidierte und vervollständigte) "Gerüst" abgeben, dessen "slots" je nach vorhandenen Experten nach einem festgelegten Format allmählich mit Explikationen "gefüllt" würden. Der Experte, der für die jeweilige Definition des Begriffs verantwortlich zeichnet, könnte auch dazu verpflichtet werden, die Literaturangaben auf dem neuesten Stand zu halten. Nach und nach würde es sich einbürgern, dass literaturwissenschaftliche Arbeiten, die sich nicht ausdrücklich von der Sprachfestlegung in der Datenbank absetzen und diese durch eine neue ersetzen, in ihrer Begriffsverwendung auf die Definition der Datenbank bezogen würden. Auf diese Weise könnte sich allmählich eine gewisse Einheitlichkeit der Terminologie durchsetzen. Und nur in diesem (mittelbaren) Sinne könnte ein Literaturthesaurus tatsächlich zur "Verwissenschaftlichung“ der literaturwissenschaftlichen Begriffe beitragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Ein (digitalisierter) Thesaurus der Literaturwissenschaft?

ANMERKUNGEN

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und praktische Umsetzbarkeit eines Thesaurus der Literaturwissenschaft, um die oft als unwissenschaftlich kritisierte Terminologie des Fachbereichs zu vereinheitlichen und systematisieren. Der Autor erörtert dabei, wie ein solches Werk als Werkzeug für die internationale Forschung dienen kann und diskutiert die methodischen Herausforderungen bei der Erfassung und Strukturierung literaturwissenschaftlicher Begriffe.

  • Konzeption eines systematischen Thesaurus für die Literaturwissenschaft
  • Methoden der Begriffserfassung, -abgrenzung und -anordnung
  • Vergleich zwischen traditionellen Nachschlagewerken und computergestützten Datenbanken
  • Strategien zur Bewältigung des Methodenstreits und zur Internationalisierung der Terminologie
  • Diskussion über "reine" Synonyme, Halbsynonyme und "Familienähnlichkeiten" bei Fachbegriffen

Auszug aus dem Buch

Ein (digitalisierter) Thesaurus der Literaturwissenschaft?

Wie I. A. Richards in seiner Einleitung zu Roget's Pocket Thesaurus gesagt hat, ist ein Thesaurus "das Gegenteil eines Wörterbuchs. Man greift zum Wörterbuch, wenn man ein Wort hat, aber nicht ganz sicher ist, was es bedeutet [...] Man greift zum Thesaurus, wenn man schon die Bedeutung im Sinn hat, jedoch noch nicht das passende Wort. Es mag einem auf der Zungenspitze liegen [...] aber man hat es noch nicht parat. Es ist wie das fehlende Wort eines Kreuzworträtsels. Man spürt genau, dass andere Worte, die man durchprobiert, den Sinn nicht genau treffen [...] Sie sagen zu viel oder zu wenig, sind zu banal oder zu pompös, zu wohlwollend oder zu abwertend. Aber das Wort, das gerade passt, stellt sich nicht ein. Dann greift man zum Thesaurus." - Diese Begründung, die sich auch in dem bekannten Buchtitel "Word Power Made Easy" andeutet, hat wahrscheinlich vor mehr als 130 Jahren die Zusammenstellung des ersten Thesaurus motiviert.

Im Finden des passenden Wortes liegt jedoch nicht sein einziger Sinn. Denn diese Aufgabe erfüllt auch ein Synonymenlexikon. Vor allem macht ein echter Thesaurus (wie der von Roget in seinen vielen Überarbeitungen und Neuauflagen) den Begriffsschatz einer Sprache erst übersichtlich. Das gilt noch viel mehr für den Begriffsschatz einer einzelnen Disziplin, besonders der Literaturwissenschaft, die seit langem an der „Unwissenschaftlichkeit“ ihrer Terminologie leidet.

Zusammenfassung der Kapitel

Ein (digitalisierter) Thesaurus der Literaturwissenschaft?: Das Kapitel legt die theoretische Motivation für einen literaturwissenschaftlichen Thesaurus dar, diskutiert die Problematik bestehender Lexika und skizziert die methodischen Anforderungen an eine systematische Begriffserfassung sowie den Nutzen einer computergestützten Umsetzung.

ANMERKUNGEN: Dieser Abschnitt bietet weiterführende Erläuterungen, bibliographische Angaben und kontextuelle Hinweise zu den im Haupttext behandelten Aspekten der Thesaurus-Erstellung und Lexikographie.

Schlüsselwörter

Thesaurus, Literaturwissenschaft, Terminologie, Begriffsschatz, Lexikographie, Datenbank, Systematik, Synonymenlexikon, Methodologie, Fachsprache, Computerunterstützung, Begriffsabgrenzung, Wissensrepräsentation, Literaturtheorie, Begriffsfeld

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Konzeption und den praktischen Anforderungen an einen Thesaurus der Literaturwissenschaft, der über herkömmliche Wörterbücher hinausgeht und als Grundlage für eine präzisere Fachterminologie dienen soll.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist die Schaffung eines systematischen Instrumentariums, das literaturwissenschaftliche Begriffe ordnet, ihre Verwandtschaftsgrade aufzeigt und so zur "Verwissenschaftlichung" der fachsprachlichen Terminologie beiträgt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Begriffen, das Verhältnis von historischer und systematischer Poetik, die internationale Vergleichbarkeit von Literaturterminologien sowie die Chancen der elektronischen Datenverarbeitung für die Lexikographie.

Welche wissenschaftliche Methode wird vorgeschlagen?

Der Autor schlägt ein flexibles "Koordinatensystem" von Einteilungskategorien vor, das Hauptaspekte (theoretisch/historisch) mit Interessenrichtungen und Methoden kombiniert, um Begriffe logisch und strukturiert zu erfassen.

Welche Rolle spielt der Computer für das Projekt?

Der Computer dient sowohl als Werkzeug für die Roharbeit bei der Zusammenstellung und Korrektur als auch als zukünftiger Speicher (Datenbank), der eine ständig revidierte und für Fachleute abrufbare Terminologieverwaltung ermöglicht.

Was charakterisiert den hier vorgeschlagenen Thesaurus?

Er soll ein echtes Werkzeug sein, das nicht nur Synonyme listet, sondern den gesamten Begriffsschatz durch ein systematisches Einteilungsschema überschaubar macht, inklusive Verweisen auf Definitionen in Standardwerken und der Einbindung von "Familienähnlichkeiten" zwischen Begriffen.

Warum ist die Unterscheidung zwischen "systematisch" und "alphabetisch" für den Autor so wichtig?

Der systematische Teil dient der "Bezeichnislehre" (inhaltliche Felder), während der Index der "Bedeutungslehre" (Alphabetisierung) dient; beides zusammen ermöglicht sowohl das Auffinden bekannter Begriffe als auch das Entdecken kontextueller Zusammenhänge.

Wie soll mit "schwierigen" Fällen wie dem Begriff "Dialog" umgegangen werden?

Der Autor schlägt eine differenzierte Auffächerung vor: Begriffe werden unter verschiedenen Hauptaspekten (z.B. Redeform vs. Gattung) erfasst, wobei Synonyme, Halbsynonyme und Antonyme durch Satzzeichen und Symbole systematisch in ihren Verwandtschaftsgraden markiert werden.

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Details

Title
Ein (digitalisierter) Thesaurus der Literaturwissenschaft?
College
Kyoto Sangyo University  (German Department)
Author
Dr. Wolfgang Ruttkowski (Author)
Publication Year
1987
Pages
23
Catalog Number
V8299
ISBN (eBook)
9783638153065
ISBN (Book)
9783638799058
Language
German
Tags
Lexikologie Literaturwissenschaft Informatik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Wolfgang Ruttkowski (Author), 1987, Ein (digitalisierter) Thesaurus der Literaturwissenschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8299
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