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Sprachentwicklung bei Kindern mit Down-Syndrom - Förderung mittels Gebärdenunterstützter Kommunikation (GuK)?

Title: Sprachentwicklung bei Kindern mit Down-Syndrom - Förderung mittels Gebärdenunterstützter Kommunikation (GuK)?

Seminar Paper , 2007 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: David Grupe (Author)

Social Work
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Motorisch-funktionelle und kognitive Einschränkungen, Wahrnehmungsschwächen und ein vermindertes Kurzzeitgedächtnis insbesondere für auditive Reize stellen typische Beeinträchtigungen für Menschen mit Down-Syndrom dar, die das Sprechenlernen in besonderer Weise erschweren. Die Sprachentwicklung ist somit im Vergleich zur Retardierung der anderen Entwicklungsbereiche besonders verzögert. Zudem ist die Verständlichkeit der gesprochenen Sprache bei Menschen mit Down-Syndrom häufig stark beeinträchtigt. Untersuchungen zeigen, dass ca. 45% der Kinder mit Down-Syndrom von unbekannten Personen schwer verstanden werden. Problematisch ist, dass die geringe Sprachverständlichkeit bewirkt, dass auch die kognitiven Leistungen oft unterschätzt werden.

Es handelt sich bei Menschen mit Down-Syndrom um eine sehr heterogene Gruppe mit unterschiedlichen Potentialen. Trotz der interindividuellen Unterschiede wirken sich die verschiedenen, syndromspezifischen Beeinträchtigungen besonders auf den Bereich der Sprache und Sprachentwicklung aus. Daher bietet sich ein Therapieansatz an, der auf die Besonderheiten des Syndroms abgestimmt ist und sich gleichzeitig individuell variieren lässt.
Aufgrund der genannten Aspekte bieten sich nonverbal ergänzende Kommunikationsformen für die sprachliche Förderung der Menschen mit Down-Syndrom an. Dabei lassen sich folgende Ziele für die Sprachtherapie ableiten: Verbesserung der Sprachverständlichkeit, Förderung des Spracherwerbs, Vermeidung von Frustrationen. Gleichzeitig wird der Anspruch an die Therapie gestellt, dass sie auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen ist.
In der vorliegenden Arbeit wird die Gebärdenunterstützte Kommunikation (GuK) als Therapiemöglichkeit für Menschen mit Down-Syndrom diskutiert.

Verlauf der Arbeit:
Im nächsten Abschnitt folgt die Darstellung der syndromspezifischen Besonderheiten im Bereich der Sprachentwicklung. Dabei wird kurz auf die Veränderung der Sprechorgane eingegangen, denn diese müssen für eine erfolgreiche, ganzheitliche Therapie der Sprache und der Sprachentwicklung bekannt sein. Der dritte Abschnitt nennt Gründe für den Einsatz von Gebärden, stellt die Therapie mittels GuK vor und stellt die Frage, inwieweit Gebärden den Spracherwerb fördern bzw. hemmen. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung und Diskussion.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sprachentwicklung und Lautsprache beim Down-Syndrom

3. Gebärdenunterstützte Kommunikation GuK

3.1. Therapie mittels GuK

3.2. Gründe für den Einsatz von Gebärden

3.3. Vorteile der GuK

3.4. Beeinträchtigungen der Lautsprache durch GuK

4. Wie sinnvoll ist GuK bei Kindern mit Down-Syndrom?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Wirksamkeit der Gebärdenunterstützten Kommunikation (GuK) zur Förderung des Spracherwerbs bei Kindern mit Down-Syndrom. Ziel ist es zu analysieren, wie nonverbale Kommunikationsformen den Spracherwerb unterstützen, Frustrationen reduzieren und die lautsprachliche Entwicklung positiv beeinflussen können.

  • Syndromspezifische Besonderheiten der Sprachentwicklung
  • Grundlagen und Definition der GuK
  • Psycholinguistische Begründung für den Einsatz von Gebärden
  • Vergleich von GuK mit anderen Kommunikationshilfen
  • Evaluation der Auswirkung von GuK auf die lautsprachliche Kompetenz

Auszug aus dem Buch

3.2. Gründe für den Einsatz von Gebärden

Für den Einsatz von Gebärden und die damit angestrebten positiven Auswirkungen auf die Sprachentwicklung und die Lautsprache lassen sich mehrere Gründe zusammenfassen:

a) Gebärden sind leichter und früher zu lernen als Lautsprache. Die Gebärden werden entsprechend der Entwicklung des Kindes und anhand der subjektbezogenen Bedeutung ausgewählt.

b) Die Gebärden unterstützen die Aufmerksamkeit und das genaue Hinsehen des Kindes.

c) Wichtige Informationen werden durch Visualisierung der Schlüsselworte verdeutlicht. Die gleichzeitige visuomotorische Darstellung ist besonders für Kinder mit Down-Syndrom leichter aufzufassen als auditive Reize.

d) Die meisten Gebärden spiegeln eine wesentliche Eigenschaft des Benannten wider und erleichtern durch diese Nähe zum Bildhaften die Erfassung des Bezeichneten.

e) Gebärden können langsam ausgeführt werden und somit haben die Kinder die Möglichkeit, die Gebärde lange zu betrachten, so lange, wie dies zur Erfassung notwendig ist. Das verbale Wort kann dagegen ohne Bedeutungsverlust nicht verlangsamt gesprochen werden.

f) Das simultane Benennen und Gebärden unterstützt die Fähigkeit sich an das Wort zu erinnern und hilft bei der Unterscheidung von ähnlich klingenden Worten.15

Wichtig ist an dieser Stelle der Hinweis, dass die Gebärden als Unterstützung der Lautsprache dienen sollen, nicht als Substitut. Die Kinder brauchen die Ermutigung, sich auch verbal zu äußern. Die individuellen Bedingungen bilden die Grundlage für die Wahl und die Gestaltung der Therapie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die sprachlichen Herausforderungen von Kindern mit Down-Syndrom und stellt die Forschungsfrage zur Anwendung von GuK.

2. Sprachentwicklung und Lautsprache beim Down-Syndrom: Dieses Kapitel erläutert die anatomischen und entwicklungspsychologischen Faktoren, die den Spracherwerb bei Kindern mit Down-Syndrom beeinflussen.

3. Gebärdenunterstützte Kommunikation GuK: Hier werden das Konzept, die methodischen Ansätze, die Vorteile der Methode sowie kritische Einwände detailliert dargelegt.

4. Wie sinnvoll ist GuK bei Kindern mit Down-Syndrom?: Das Fazit bewertet den Einsatz von GuK als effektives, ganzheitliches Therapieinstrument unter Berücksichtigung individueller Förderbedürfnisse.

Schlüsselwörter

Down-Syndrom, Sprachentwicklung, Gebärdenunterstützte Kommunikation, GuK, Sprachtherapie, Kommunikation, Lautsprache, Spracherwerb, Artikulationsstörungen, nonverbale Kommunikation, Frühförderung, psycholinguistische Fähigkeiten, Inklusion, pädagogische Förderung, Unterstützte Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Schwierigkeiten beim Spracherwerb von Kindern mit Down-Syndrom und untersucht, wie Gebärdenunterstützte Kommunikation als Fördermaßnahme eingesetzt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die anatomischen Voraussetzungen, psycholinguistische Grundlagen, die praktische Umsetzung der GuK sowie deren Auswirkungen auf die lautsprachliche Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Klärung, ob GuK als Therapiemethode geeignet ist, um die Sprachverständlichkeit zu verbessern, den Spracherwerb zu forcieren und Frustrationen bei betroffenen Kindern abzubauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Seminararbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung von Fachstudien zu den Themen Sprache, Down-Syndrom und Gebärden basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die spezifischen Sprachverzögerungen bei Down-Syndrom, definiert GuK gegenüber anderen Systemen und diskutiert Vorteile sowie potenzielle Risiken dieser Kommunikationshilfe.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Gebärdenunterstützte Kommunikation, lautsprachbegleitende Gebärden, Sprachverständlichkeit, Kommunikationshilfe und syndromspezifische Förderung.

Warum wird die Deutsche Gebärdensprache (DGS) nicht direkt als System empfohlen?

Die DGS ist ein komplexes, eigenständiges Sprachsystem, das Kinder mit Down-Syndrom aufgrund motorischer Anforderungen und des Fokus auf lautsprachliche Integration oft nicht als System erlernen können; GuK hingegen fungiert als ergänzende Stütze.

Was ist der sogenannte „Lauterinnerungseffekt“ bei GuK?

Da Kinder mit Down-Syndrom oft eine schwache auditive Diskrimination aufweisen, unterstützen die Gebärden als visuelle Repräsentation das Gedächtnis, um sich leichter an die dazugehörigen Worte zu erinnern.

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Details

Title
Sprachentwicklung bei Kindern mit Down-Syndrom - Förderung mittels Gebärdenunterstützter Kommunikation (GuK)?
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Rehabilitationswissenschaften)
Course
Sprachbehindertenpädagogik
Grade
1,3
Author
David Grupe (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V82846
ISBN (eBook)
9783638889513
Language
German
Tags
Sprachentwicklung Kindern Down-Syndrom Förderung Gebärdenunterstützter Kommunikation Sprachbehindertenpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Grupe (Author), 2007, Sprachentwicklung bei Kindern mit Down-Syndrom - Förderung mittels Gebärdenunterstützter Kommunikation (GuK)?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82846
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