Die vorliegende Arbeit mit dem Titel „Globale und regionale Menschenrechtsregime: Konkurrenz oder Ergänzung?“ untersucht unter politikwissenschaftlichem Gesichtspunkt die Menschenrechtskonventionen in Afrika, Amerika, Europa sowie die Deklarationen im Nahen Osten und auf globaler Ebene gesehen, die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ (AEMR) . Methodisch wird auf die interpretative Dokumentenanalyse und Literaturstudie zurückgegriffen. Diese ermöglichen eine Untersuchung der ausgewählten Dokumente, bzw. deren einzelner Artikel, und werden dadurch mit politischen Hintergründen angereichert. Die Basis der Untersuchung bildet die Ausarbeitung des Begriffs des Menschenrechtsregimes und die Debatte „Universalismus vs. Regionalismus “. Die Ausarbeitungen des Menschenrechtsregimebegriffs (s.o.) gestalteten sich schwierig, da es keine explizite Literatur gibt, die sich konkret mit den Begrifflichkeiten und Definitionen der Prinzipien, Normen, Regeln und Verfahren des Menschenrechtsregimes beschäftigt. Anhand der allgemein gehaltenen Definitionen von Harald Müller und Volker Rittberger sowie weiterer Literaturstudien, aber vor allem der ausführlichen Dokumentenanalyse, sind die hier vorgestellten Ausarbeitungen der Begrifflichkeiten zustande gekommen. Der Hauptteil beschäftigt sich zunächst mit der Entstehung der einzelnen Menschenrechtserklärungen und verschafft einen Überblick über die Sonder- und Zusatzabkommen sowie über die Kontrollorgane und geht dann vertiefend auf die einzelnen Artikel der globalen, wie regionalen Menschenrechtserklärungen ein. Es werden deckungsgleiche, aber auch abweichende Artikel zu der AEMR dargelegt, wodurch deutlich wird, dass der Regionalismus somit eine Ergänzung zur AEMR sein kann. Das Fazit konkretisiert die aufgezeigten Ergebnisse ohne eine neuerliche Detail- Betrachtung der Artikel, und formuliert die gewonnenen Erkenntnisse in Bezug auf die Fragestellung explizit.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Menschenrechtsregime und ihre Verregelung
- 2.1 Internationale Regime
- 2.2 Menschenrechtsregime
- 2.3 Die viergliedrige Struktur eines Regimes
- 2.3.1 Prinzipien des Menschenrechtsregimes
- 2.3.2 Normen des Menschenrechtsregimes
- 2.3.3 Regeln des Menschenrechtsregimes
- 2.3.4 Verfahren des Menschenrechtsregimes
- 3. Universalität vs. Regionalismus
- 4. Exkurs über die Entstehung der einzelnen Menschenrechtserklärungen
- 4.1 Inhaltlicher Überblick
- 4.2 Tabellenanalyse
- 5. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Menschenrechtskonventionen in verschiedenen Regionen der Welt und analysiert, ob diese als konkurrierend oder ergänzend zur „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ betrachtet werden können. Die Untersuchung stützt sich auf eine interpretative Dokumentenanalyse und Literaturstudie, die die Analyse der ausgewählten Dokumente mit politischen Hintergründen anreichert.
- Die Entwicklung des Begriffs des Menschenrechtsregimes
- Die Debatte zwischen Universalismus und Regionalismus in Bezug auf Menschenrechte
- Die Entstehung der einzelnen Menschenrechtserklärungen und ihre Inhalte
- Die Analyse der Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen regionalen und globalen Menschenrechtserklärungen
- Die Rolle des Regionalismus als mögliche Ergänzung zur „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in das Thema der Menschenrechtsregime und ihre Verregelung ein. Es definiert den Begriff des internationalen Regimes und die Struktur von Menschenrechtsregimen. Es werden die Prinzipien, Normen, Regeln und Verfahren von Menschenrechtsregimen analysiert. Kapitel drei beleuchtet die Debatte zwischen Universalität und Regionalismus in Bezug auf Menschenrechte. Kapitel vier analysiert die Entstehung der einzelnen Menschenrechtserklärungen, darunter die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ und regionale Deklarationen. Es gibt einen Überblick über die Inhalte der Erklärungen und eine detaillierte Analyse ihrer einzelnen Artikel. Das fünfte Kapitel zieht ein Fazit und fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen.
Schlüsselwörter
Menschenrechte, Menschenrechtsregime, Universalität, Regionalismus, Internationale Beziehungen, Deklarationen, Konventionen, „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“, interpretative Dokumentenanalyse, Literaturstudie.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Menschenrechtsregime?
Ein Menschenrechtsregime besteht aus Prinzipien, Normen, Regeln und Verfahren, auf die sich Staaten geeinigt haben, um den Schutz der Menschenrechte international oder regional zu koordinieren.
Wie stehen Universalismus und Regionalismus zueinander?
Die Debatte untersucht, ob Menschenrechte weltweit einheitlich gelten (Universalismus) oder ob regionale Besonderheiten (Regionalismus) eigene Interpretationen und Abkommen rechtfertigen, die die globale Erklärung ergänzen.
Was ist die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" (AEMR)?
Die AEMR wurde 1948 von den Vereinten Nationen verabschiedet und bildet das globale Fundament für den Schutz der Menschenrechte, auf das sich viele regionale Abkommen beziehen.
Welche regionalen Menschenrechtsregime werden untersucht?
Die Arbeit analysiert Menschenrechtskonventionen in Afrika, Amerika und Europa sowie Deklarationen im Nahen Osten.
Sind regionale Abkommen eine Konkurrenz zur globalen Ebene?
Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass Regionalismus meist eine Ergänzung darstellt, da regionale Organe oft effektivere Kontrollmechanismen bieten können, die auf die spezifischen Hintergründe der Region zugeschnitten sind.
Was sind die vier Strukturelemente eines internationalen Regimes?
Gemäß der politikwissenschaftlichen Definition bestehen Regime aus Prinzipien (Grundüberzeugungen), Normen (Verhaltensstandards), Regeln (spezifische Vorschriften) und Verfahren (Entscheidungspraktiken).
- Quote paper
- Birgit Ideker (Author), 2006, Globale und regionale Menschenrechtregime: Konkurrenz oder Ergänzung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82789