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Steuerliche Belastung von deutschen Unternehmen nach der geplanten Unternehmenssteuerreform

Ein Belastungsvergleich zum bisherigen Recht

Titel: Steuerliche Belastung von deutschen Unternehmen nach der geplanten Unternehmenssteuerreform

Seminararbeit , 2007 , 71 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Florian Waffler (Autor:in), Christine Neumeier (Autor:in), Martin Schmid (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Am 5. Februar 2007 machte die Bundesregierung mit der Vorstellung des Referentenentwurfs zur bevorstehenden Unternehmensteuerreform ernst. Peter Steinbrück war zusammen mit dem Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch Leiter einer im Jahr 2006 eingerichteten politischen Arbeitsgruppe, die das Ziel verfolgte, die Besteuerung bei deutschen Unternehmen maßgeblich zu verändern. Am 14. März 2007 wurde der Referentenentwurf zur Unternehmenssteuerreform 2008 mit eini-gen Änderungen vom Bundeskabinett verabschiedet. Der endgültige Gesetzes-beschluss im Bundestag datiert vom 25. Mai 2007. Der Bundesrat will noch vor der Sommerpause 2007 abschließend über die Reform beraten. Damit ist das lang geplante und sehnsüchtig erwartete Reformpaket auf den Weg gebracht, und tritt zum 1. Januar 2008 in Kraft.
Mit der Unternehmenssteuerreform reagiert die Bundesregierung damit auf die jahrelang anhaltende Kritik, dass die Steuerbelastung von Unternehmen in Deutschland im weltweiten Vergleich deutlich zu hoch sei. Ein Ziel der Reform ist es deshalb, durch ein Absenken des nominalen Steuersatzes, den Standort Deutschland sowohl für die Unternehmen selbst, als auch für in- und ausländische Investoren attraktiver und im internationalen Vergleich wettbewerbsfähiger zu machen. Einerseits soll der Anreiz geschaffen werden, in Deutschland wieder mehr zu investieren, andererseits will man das Abwandern und die Gewinnverlagerung von Unternehmen ins steuerlich begünstigte Ausland verhindern. Gleichzeitig sollen durch verschärfende Regelungen die Ausnutzung steuerminimierender Gestaltungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die gezielte Verschuldung am Kapitalmarkt um die Steuerbemessungsgrundlage zu verringern, und Steuerumgehungsmöglichkeiten abgeschafft werden. Funktionsverlagerungen ins Ausland sollen ebenfalls erschwert und unattraktiv gemacht werden. Ein weiteres Ziel der Unternehmenssteuerreform ist, die Besteuerung von Kapitalgesellschaften und Personenunternehmen anzugleichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Stand und Ziele der Unternehmenssteuerreform 2008

II. Kapitalgesellschaften

1. Grundlegendes

2. Besteuerung auf Gesellschaftsebene

2.1 Änderungen bei der Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer

2.2 Steuerbelastungsvergleich

2.3 Verlustabzug beim Mantelkauf - §8c KStG

3. Besteuerung auf Anteilseignerebene

3.1 Die Einführung der Abgeltungssteuer - §32d Abs.1 EStG

3.2 Belastungsvergleich bei Dividendenausschüttungen

3.3 Geschäftsführergehalt oder Dividende

4. Resümee

III. Personenunternehmen

1. Einleitung

2. Grundzüge der wichtigsten Änderungen

2.1 Änderungen bei der Gewerbesteuer

2.1.1 Abschaffung des Staffeltarifs bei der Gewerbesteuer und Senkung der Steuermesszahl

2.1.2 Abschaffung des Betriebsausgabenabzugs für die Gewerbesteuer

2.1.3 Erhöhung des Anrechnungsfaktors der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer

2.1.4 Änderungen der Hinzurechnungen bei der Ermittlung des Gewerbeertrags

2.2 Thesaurierungsbegünstigungen für Personenunternehmen

2.2.1 Wahlrecht der Thesaurierungsbegünstigung der Höhe nach

2.2.2 Die Steuervergünstigung

2.2.3 Die Nachversteuerung

3. Besteuerung bei Nutzung der Thesaurierungsbegünstigung

3.1 Erstmalige Anwendung

3.2 Gewinn laut Steuerbilanz

3.2.1 Einzelunternehmen

3.2.2 Besonderheiten bei Personengesellschaften

3.3 Entnahmen und Einlagen

3.4 Antragstellung

3.5 Berechnungsbeispiel bei Nutzung der Thesaurierungsbegünstigung

3.6 Der Nachversteuerungsbetrag

3.7 Nachversteuerungen kraft ausdrücklicher Anordnung

3.8 Nachversteuerungen nach unentgeltlicher Übertragung

3.9 Besonderheiten bei der Überführung von Wirtschaftsgütern

3.10 Berechnungsbeispiel bei Nachversteuerung (bei Entnahme)

4. Besteuerung ohne Nutzung der Thesaurierungsbegünstigung

4.1 Berechnungsbeispiel ohne Nutzung der Thesaurierungsbegünstigung

5. Fazit

IV. Sonderregelungen

1. Grundlegendes

2. Zinsschranke

2.1 Zweck und Anwendbarkeit

2.2 Vergleich bisher und 2008

2.3 Prüfungsschema zur Ermittlung der nichtabziehbaren Zinsen

2.3.1 Ermittlung des Schuldzinsenüberhangs

2.3.2 Freigrenze von 1 Mio. €

2.3.3 „Konzernklausel“

2.3.4 „Escape-Klausel“

2.3.5 „30%-Grenze“

2.3.6 Übersicht zum Prüfungsschema

2.4 Auswirkungen auf Unternehmen

2.4.1 Behandlung der nichtabziehbaren Zinsen

2.4.2 Beispiel

2.5 Zusammenspiel mit der Gewerbesteuer

2.6 Umgehungsmöglichkeiten der Zinsschranke

3. Verrechnungspreise und Funktionsverlagerungen

3.1 Änderungen bei Verrechnungspreisen

3.2 Bestimmung des Verrechnungspreises

3.3 Funktionsverlagerungen

4. Änderungen im Abschreibungsbereich

4.1 Abschaffung der degressiven AfA

4.2 Einschränkung der Sofortabschreibung bei GWG

4.3 Ansparabschreibung

5. Gewerbesteuerliche Hinzurechnung

5.1 Anteilige Hinzurechnung

5.2 Berechnungsbeispiel

6. Fazit

V. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform 2008 auf die steuerliche Belastung deutscher Unternehmen. Ziel ist es, die Reforminhalte konkret darzustellen, Belastungsvergleiche zum bisherigen Recht auf Gesellschafts- und Anteilseignerebene durchzuführen und zu prüfen, ob die angestrebten Entlastungsziele tatsächlich erreicht werden oder ob durch die Reform lediglich eine steuerliche Mehrbelastung entsteht.

  • Effektive steuerliche Belastung von Kapitalgesellschaften vor und nach der Reform.
  • Thesaurierungsbegünstigungen und deren Auswirkungen für Personenunternehmen.
  • Einführung der Zinsschranke als Instrument zur Gegenfinanzierung und Missbrauchsbekämpfung.
  • Auswirkungen der Abgeltungssteuer auf Dividenden und Kapitaleinkünfte.
  • Rechtsformübergreifende Änderungen, wie Anpassungen bei Abschreibungen und der Gewerbesteuer.

Auszug aus dem Buch

2.3 Verlustabzug beim Mantelkauf - §8c KStG

Wie in Gliederungspunkt 2.2 erwähnt, sieht die Unternehmenssteuerreform 2008 steuerlich nicht entlastende Neuregelungen vor. Eine für Kapitalgesellschaften in Zukunft steuerlich belastende Regelung ist der Ersatz des §8 Abs. 4 KStG durch den neuen §8c KStG, welcher den so genannten Mantelkauf regelt. „Ein Mantelkauf im Sinne des §8 Abs. 4 liegt vor, wenn eine Kapitalgesellschaft, mit bestehenden Verlustvorträgen, mit dem Ziel aufgekauft wird, die Verluste beim Erwerber steuermindernd nutzbar zu machen.“27 Die Regelungen des §8 Abs. 4 besagten, dass diese Verlustnutzung bei der Körperschaftsteuer im Sinne des §10d EStG nicht geltend gemacht werden darf, wenn mehr als 50% der Anteile übertragen werden und die verlustbehaftete Kapitalgesellschaft mit überwiegend neuem Betriebsvermögen fortgeführt wird.

Dabei wurde eine Ausnahmeregelung gestaltet, in der die Zuführung von neuem Betriebsvermögen zu Sanierungszwecken nicht schädlich war. Diese Regelung wurde von der Steuergesetzgebung erlassen, damit Unternehmen mit hohen Verlustvorträgen nicht deswegen aufgekauft werden, um die Besteuerung von neu erwirtschafteten Gewinnen bei anderen Kapitalgesellschaften zu vermeiden. Dies wurde bei der letzten Unternehmenssteuerreform im Jahr 2001 als unumgänglich empfunden, da sich der Verlustvortrag im Rahmen der Körperschaftsteuer zwischen dem Jahr 1998 und dem Jahr 2001 um 33,2% auf ungefähr 380 Milliarden Euro erhöhte. Bei einem Körperschaftsteuersatz von 25% zzgl. Solidaritätszuschlag würde dies Steuereinbußen in Höhe von etwa 100 Milliarden Euro bedeuten, würden alle Verlustvorträge auf einmal geltend gemacht.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Stand und Ziele der Unternehmenssteuerreform 2008: Dieses Kapitel erläutert die Beweggründe der Bundesregierung für die Reform sowie die angestrebten Ziele zur Steigerung der Standortattraktivität.

II. Kapitalgesellschaften: Hier werden die Neuregelungen für Kapitalgesellschaften, insbesondere Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und die Auswirkungen auf Anteilseigner, analysiert.

III. Personenunternehmen: Dieses Kapitel widmet sich den Änderungen für Personengesellschaften und Einzelunternehmen, wobei insbesondere die Thesaurierungsbegünstigung detailliert beleuchtet wird.

IV. Sonderregelungen: Hier werden die Zinsschranke, neue Verrechnungspreisgrundsätze sowie Änderungen im Abschreibungsbereich als Gegenfinanzierungsmaßnahmen besprochen.

V. Resümee: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Wirkungen der Reform zusammen und zieht ein kritisches Fazit zur Zielerreichung.

Schlüsselwörter

Unternehmenssteuerreform, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Abgeltungssteuer, Thesaurierungsbegünstigung, Zinsschranke, Mantelkauf, Steuerbelastung, Standort Deutschland, Eigenkapitalquote, Betriebsausgabenabzug, Funktionsverlagerung, Steuerbemessungsgrundlage, Verlustvortrag, Investitionsabzugsbetrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die steuerliche Belastung deutscher Unternehmen nach der Unternehmenssteuerreform 2008 im Vergleich zum zuvor geltenden Recht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Besteuerung von Kapital- und Personenunternehmen, die Einführung der Zinsschranke, die steuerliche Behandlung von Dividenden und Kapitaleinkünften sowie Änderungen bei Abschreibungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Auswirkungen der Reform konkret darzustellen und zu untersuchen, ob die Reform die effektive Steuerlast für Unternehmen senkt und die angestrebte Rechtsformneutralität erreicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autoren nutzen eine literaturgestützte Analyse der Gesetzesentwürfe und führen detaillierte Belastungsvergleiche anhand von Beispielrechnungen für verschiedene Unternehmenskonstellationen durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Kapitalgesellschaften, Personenunternehmen sowie rechtsformübergreifende Sonderregelungen wie die Zinsschranke und neue Abschreibungsregeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Unternehmenssteuerreform 2008, Steuersenkung, Belastungsvergleich, Thesaurierungsbegünstigung, Abgeltungssteuer, Zinsschranke und Hinzurechnungen.

Wie wirkt sich die neue Zinsschranke auf Unternehmen aus?

Die Zinsschranke schränkt den Abzug von Zinsaufwendungen ein, um die Fremdkapitalquote zur Steueroptimierung zu reduzieren. Sie kann jedoch auch bei Inlands-Finanzierungen zu einer höheren Steuerlast führen.

Wann ist die Thesaurierungsbegünstigung für Personenunternehmen vorteilhaft?

Sie ist primär bei sehr hohen Gewinnen und einer langen Thesaurierungsdauer attraktiv, da die Nachversteuerung bei Entnahmen den anfänglichen Zinsvorteil überkompensieren kann.

Ende der Leseprobe aus 71 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Steuerliche Belastung von deutschen Unternehmen nach der geplanten Unternehmenssteuerreform
Untertitel
Ein Belastungsvergleich zum bisherigen Recht
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Ingolstadt
Note
1,3
Autoren
Florian Waffler (Autor:in), Christine Neumeier (Autor:in), Martin Schmid (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
71
Katalognummer
V82615
ISBN (eBook)
9783638889032
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Steuerliche Belastung Unternehmen Unternehmenssteuerreform
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Waffler (Autor:in), Christine Neumeier (Autor:in), Martin Schmid (Autor:in), 2007, Steuerliche Belastung von deutschen Unternehmen nach der geplanten Unternehmenssteuerreform, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82615
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Leseprobe aus  71  Seiten
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