Das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung ist für viele politikwissenschaftliche Analysen wichtig und interessant. Luhmanns Systematik folgend, können sowohl Politik, als auch Verwaltung als soziale Systeme betrachtet werden. Folgt man diesem Ansatz, ergeben sich daraus Konsequenzen, die das Zusammenspiel beider als fast unmöglich oder zumindest erschwert erscheinen lassen.
Diese Arbeit wird sich zunächst mit Begriffsklärungen aus Luhmanns Systemtheorie beschäftigen, so werden das Konzept der Autopoiesis sozialer Systeme, Organisationen und die ausdifferenzierte Gesellschaft und die damit einhergehende Stellung der Politik und Verwaltung thematisiert werden. Nach Klärung der Grundlagen wird die politische Planung als Prozess innerhalb des politischen Systems vorgestellt.
Selbstredend kann die vorliegende Arbeit nur einen Bruchteil der Systemtheorie Luhmanns behandeln, daher wird das Konzept der strukturellen Kopplung zwischen dem System der Politik mit anderen Funktionssystemen bzw. das Ergebnis der politischen Planung des Systems der Politik und seine Bedeutung und Wirkung auf andere Funktionssysteme nicht behandeln werden können. Es lässt sich sagen, dass die Steuerungsproblematik also nur auf der Ebene des politischen Systems und nicht zwischen den Systemen thematisiert werden kann.
Es wird die Frage behandelt werden, in welchem Verhältnis Politik und Verwaltung zueinander stehen und ob bzw. wie Politik in der Lage ist, Verwaltung zu steuern und somit politische Vorstellungen über einen wünschenswerten Zustand implementieren zu lassen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Einführende Grundlagen und Begriffsklärungen
- Konzept der autopoietischen Systeme
- Organisationen als Typ sozialer Systeme
- Gesellschaft und Stellung der Politik & Verwaltung
- Organisationen und Teilsysteme
- Zur Nichtsteuerbarkeit von Organisationen
- Politische Planung
- Begriff der Planung
- Formen politischer Planung
- Möglichkeiten der Verwaltungssteuerung
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung im Kontext der Systemtheorie von Niklas Luhmann. Sie analysiert, ob und wie Politik die Verwaltung steuern kann, insbesondere unter Berücksichtigung der Autopoiesis von Organisationen und dem Konzept der strukturellen Kopplung. Der Fokus liegt auf der Frage, ob politische Planung in einem autopoietischen System möglich ist und wie sich die Interaktion zwischen Politik und Verwaltung gestaltet.
- Autopoiesis sozialer Systeme und die spezifischen Merkmale von Organisationen
- Die Ausdifferenzierung von Politik und Verwaltung als Funktionssysteme innerhalb der Gesellschaft
- Das Konzept der strukturellen Kopplung zwischen Politik und Verwaltung
- Die Bedeutung und Wirkung politischer Planung auf andere Funktionssysteme
- Die Frage der Steuerbarkeit der Verwaltung durch politische Prozesse
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung gibt einen Überblick über die Thematik und die Relevanz des Verhältnisses zwischen Politik und Verwaltung. Sie stellt Luhmanns Systemtheorie als theoretischen Rahmen vor und verdeutlicht die Forschungsfrage, ob politische Planung in einem autopoietischen System möglich ist.
Das zweite Kapitel führt in die grundlegenden Begriffe der Systemtheorie Luhmanns ein, insbesondere in das Konzept der Autopoiesis und die Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten von sozialen Systemen, darunter Organisationen, Gesellschaft und die spezifische Position von Politik und Verwaltung.
Kapitel drei beschäftigt sich mit dem Prozess der politischen Planung. Es definiert den Begriff der Planung, stellt verschiedene Formen der politischen Planung vor und untersucht, welche Möglichkeiten der Verwaltungssteuerung im Kontext der Systemtheorie bestehen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die zentralen Themen der Autopoiesis, der Systemtheorie Niklas Luhmanns, der Steuerung von Organisationen, der politischen Planung und dem Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung. Insbesondere werden die Begriffe des Funktionssystems, der strukturellen Kopplung, der Entscheidungsfindung, der Kontingenz und der Selbstorganisation im Kontext der Analyse verwendet.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Autopoiesis in Luhmanns Systemtheorie?
Autopoiesis beschreibt die Eigenschaft von Systemen, sich selbst aus ihren eigenen Elementen zu reproduzieren. In der Theorie sozialer Systeme bedeutet dies, dass Organisationen nach ihrer eigenen Logik operieren.
Kann die Politik die Verwaltung steuern?
Nach Luhmann ist eine direkte Steuerung schwierig, da Politik und Verwaltung unterschiedliche Funktionssysteme sind. Die Arbeit untersucht, ob politische Planung unter diesen Bedingungen überhaupt möglich ist.
Was ist eine "strukturelle Kopplung"?
Strukturelle Kopplung bezeichnet das Verhältnis zwischen Systemen, die füreinander Umwelt sind, aber durch bestimmte Mechanismen (wie Recht oder Geld) miteinander in Beziehung stehen, ohne ihre Autonomie zu verlieren.
Warum gelten Organisationen als "nichtsteuerbar"?
Aufgrund ihrer autopoietischen Natur verarbeiten Organisationen externe Impulse (wie politische Vorgaben) nur gemäß ihrer internen Strukturen, was zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen kann.
Welche Formen politischer Planung werden unterschieden?
Die Arbeit thematisiert verschiedene Formen der Planung als Prozesse innerhalb des politischen Systems und deren Versuche, gesellschaftliche Zustände zu implementieren.
- Quote paper
- Thomas Danken (Author), 2007, Steuerbarkeit der Verwaltung durch die Politik bei angenommener Autopoiesis von Organisationen in Luhmanns Theorie sozialer Systeme. Ist politische Planung möglich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82593