Diese Diplomarbeit definiert den Begriff der Schulsozialarbeit seit seiner Entstehung und die Entwicklung der in Deutschland praktizierten Schulsozialarbeit seit den 70er Jahren über den Mauerfall bishin zum heutigen Entwicklungsstand, auch in Bezug auf die PISA Studien.Die rechtlichen Handlungsgrundlagen in Bezug auf das Schulgesetz und die Jugendhilfe werden geklärt. Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen, insbesondere von Hauptschülern, werden in Bezug zur Schulsozialarbeit gesetzt.
Heutige Grundpositionen und Gegenpositionen zu Schulsozialarbeit werden festgestellt und sechs Grundsätze für die Schulsozialarbeit herausgearbeitet.
Kooperationsformen und Arbeitsbereiche der Schulsozialarbeit werden neu formuliert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Der Begriff Schulsozialarbeit
1.1 Von den 70er Jahren bis zum Mauerfall
1.2 Von den 90er Jahren bis 2001
1.3 Von der PISA-Studie 2001 bis heute
2. Die rechtlichen Regelungen
2.1 Zur Jugendhilfe
2.2 Zum Schulgesetz
3. Die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen
3.1 Die Familie und Eltern
3.2 Neben Familie und Schule
3.3 Die Schule
3.4 Die Hauptschule als Sozialisationsinstanz
3.5 Die Hauptschülerinnen und Hauptschüler
4. Schulsozialarbeit heute
4.1 Von Übereinstimmungen und Grundpositionen
4.2 Gegnerinnen und Gegner der Schulsozialarbeit
4.3 Die Zielgruppen und deren Prinzip der Freiwilligkeit
4.4 Kooperationsformen und Arbeitsbereiche
4.5 Sechs Grundsätze der Schulsozialarbeit
4.6 Definitionen der Schulsozialarbeit
Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit von Schulsozialarbeit, insbesondere an Hauptschulen, vor dem Hintergrund veränderter Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen sowie gesellschaftlicher Herausforderungen wie Gewalt und Integrationsschwierigkeiten. Ziel ist es, die Rolle der Schulsozialarbeit als Bindeglied zwischen Schule und Jugendhilfe theoretisch zu begründen und kritisch zu reflektieren.
- Historische Entwicklung und Begriffsbestimmung der Schulsozialarbeit.
- Analyse der rechtlichen Grundlagen für die Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule.
- Untersuchung der Lebenswelten (Familie, Peer-Groups, Schule) als Sozialisationsinstanzen.
- Reflexion der Schulsozialarbeit in Bezug auf ihre Grundsätze, Arbeitsbereiche und Zielgruppen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Familie und Eltern
Die vorindustrielle Familie war eine Produktionsgemeinschaft von bis zu vier Generationen, in deren Räumlichkeiten gewohnt, gearbeitet, erzogen, aufgewachsen (vgl. Drilling 2004, S. 20) und gestorben wurde. Als die Industrialisierung um die Jahrhundertwende einsetzte, vollzog sich die Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten. Nach dem 2. Weltkrieg etablierte sich das bürgerliche Familienmodell (vgl. ebd.). Aus der Sicht des in Deutschland lebenden Kindes bedeutete Familie eine Kleingruppe zu sein, in der das Kind selbst mit seinen unmündigen Geschwistern und seinen verheirateten Eltern (die Frau und der Mann als Erzeuger) dauerhaft in einer Haushaltsgemeinschaft bis zum eigenem Erwachsenensein (entweder dem Erreichen des 18. Lebensjahres oder dem Eintritt in das Berufsleben, mit dem der Eigenerwerb einher geht, und der Selbstversorgung des Kindes ermöglicht) zusammenlebt (vgl. Fachlexikon der Sozialen Arbeit 1997, S. 312). Eine Familie in dieser Konstellation wurde als vollständig und somit als normal betitelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Begriff Schulsozialarbeit: Beleuchtet die historische Entwicklung des Begriffs von den 70er Jahren bis zur heutigen Zeit, unter Berücksichtigung verschiedener sozialpädagogischer Ansätze und Kooperationsformen.
2. Die rechtlichen Regelungen: Analysiert den gesetzlichen Rahmen durch das KJHG (SGB VIII) und die länderbezogenen Schulgesetze, um die Kooperationsmöglichkeiten zwischen Jugendhilfe und Schule zu definieren.
3. Die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen: Untersucht zentrale Sozialisationsinstanzen wie Familie, Peer-Groups und Schule, um das Umfeld und die Herausforderungen der Kinder und Jugendlichen ganzheitlich zu verstehen.
4. Schulsozialarbeit heute: Nimmt eine Positionsbestimmung der Schulsozialarbeit vor, diskutiert Grundpositionen sowie Gegner, spezifiziert Zielgruppen, Arbeitsbereiche und definiert grundlegende Prinzipien für die Praxis.
Schlüsselwörter
Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Lebensweltorientierung, Hauptschule, Sozialisation, Kooperation, Jugendalter, Adoleszenz, Prävention, Schulgesetz, KJHG, Bildungschancen, Schulentwicklung, Sozialpädagogik, Einzelfallhilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit und den Stellenwert von Schulsozialarbeit an deutschen Hauptschulen als essenzielle Ergänzung zum schulischen Bildungsauftrag.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung des Begriffs, rechtliche Grundlagen, den Wandel der kindlichen Lebenswelten sowie die heutige Ausgestaltung und Legitimation von Schulsozialarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist eine fundierte Positionsbestimmung der Schulsozialarbeit, die den dringenden Kooperationsbedarf zwischen der Schule und der Jugendhilfe theoretisch begründet und praktisch reflektiert.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf aktueller fachwissenschaftlicher Literatur und empirischen Projektergebnissen basiert, um den Status quo und Entwicklungsmöglichkeiten zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung, die Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen, die differenzierte Betrachtung von Lebenswelten und eine detaillierte Positionsbestimmung heutiger Schulsozialarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Lebensweltorientierung, Sozialisation, Kooperation, Adoleszenz und Schulentwicklung.
Warum wird speziell auf die Hauptschule fokussiert?
Die Wahl der Hauptschule begründet sich durch die dort gehäuft auftretenden sozialen Benachteiligungen und individuellen Beeinträchtigungen der Schülerinnen und Schüler, die ein hohes Maß an professioneller Unterstützung erfordern.
Welche Bedeutung hat das Prinzip der Freiwilligkeit in der Schulsozialarbeit?
Freiwilligkeit ist als Notwendigkeit für das Vertrauensverhältnis zwischen Schulsozialarbeit und Klientel (Schüler/Lehrer) essenziell, wobei der Erstkontakt oft verpflichtend sein kann, die eigentliche Beratung jedoch freiwillig erfolgen muss.
Inwiefern beeinflusst der "Lebensweltansatz" die Arbeit des Autors?
Der Lebensweltansatz dient als zentrales theoretisches Fundament, um soziale Probleme nicht nur schulisch, sondern ganzheitlich innerhalb der gesamten Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen zu betrachten und zu bearbeiten.
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- Hans-Peter Tonn (Author), 2007, Zur Notwendigkeit von Schulsozialarbeit an Hauptschulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82407