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The man who wasn’t there (Coen, 2001)

Einflüsse des Absurden aus Philosophie, Literatur und Theater auf den postmodernen Film

Title: The man who wasn’t there (Coen, 2001)

Diploma Thesis , 2004 , 202 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Schumacher (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit untersucht mittels einer Filmanalyse von THE MAN WHO WASN’T THERE (Coen, 2001), inwieweit Einflüsse des Absurden auf den postmodernen Spielfilm zu erkennen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1 DER BEGRIFF DES ABSURDEN IN DER PHILOSOPHIE

1.1 LEXIKALISCHE UND PHILOLOGISCHE ANNÄHERUNG

1.2 ONTOLOGISCHE DEUTUNG

1.2.1 Das Absurde zwischen Religion und Existentialismus

1.2.2 Glauben weil es absurd ist (Kierkegaard)

1.2.3 Der Verlust metaphysischen Sinns (Nietzsche)

1.2.4 Die absurden Mauern (Camus)

1.3 DIALEKTISCHE DEUTUNG

1.3.1 Aufklärung als Absurdität

1.3.2 Der moderne Mensch

1.4 AMBIVALENTE BEGRIFFSWELT: GRENZEN DER SPRACHE

1.5 DAS ÄSTHETISCHE PRINZIP UND DIE MUSIK

2 DAS ABSURDE IN LITERATUR UND THEATER

2.1 ANFÄNGE UND ENTWICKLUNG

2.1.1 Das Tragisch-Absurde: Shakespeare & der Manierismus

2.1.2 Die vielfältigen Formen des Absurden

2.1.3 Franz Kafka – die Verkörperung des Absurden

2.2 DAS EXISTENTIALISTISCH-ABSURDE

2.2.1 Indifferenz – Niedergang von Subjekt und Erzählung

2.2.2 Das Absurde als das Unberechenbare bei Sartre

2.2.3 Objektivierung der Handlung bei Camus

2.3 DAS THEATER DES ABSURDEN

2.3.1 Bildungskultur ad absurdum

2.3.2 Reduktion von Handlung und Figuren

2.3.3 Sprachentwertung

2.3.4 Der Sinn des Absurden

3 DAS ABSURDE IM FILM

3.1 DIE LÄCHERLICHKEIT DES MODERNEN MENSCHEN

3.1.1 Chaplin, Keaton und die Stummfilmkomödie

3.1.2 Kubricks Komödie der Selbstvernichtung

3.2 ABSURDE TENDENZEN IM EUROPÄISCHEN KINO

3.2.1 Verdinglichung und Stillstand bei Antonioni

3.2.2 Die Nouvelle Vague bricht mit der klassischen Erzählung

3.2.3 Jean-Luc Godards Spiel mit filmischen Zeichen und Sinn

3.2.4 Zufall und Sinnestäuschung bei Buñuel

3.2.5 Skandinavische Absurde: Befreiung und Groteske

3.3 ROMAN POLANSKIS ABSURDE GENRE-PARODIEN

3.4 KRITERIENERSTELLUNG FÜR DIE FILMANALYSE

3.4.1 Zwischen Tragödie, Komödie und Existentialismus

3.4.2 Der gleichgültige Held

3.4.3 Kunst und insbesondere Musik als Fluchtmöglichkeit

3.4.4 Sprachentwertung

3.4.5 Zufälligkeit und Verkehrung der Handlung

3.4.6 Subjektverlust und Schuldmotiv

3.4.7 Subtile Dekonstruktion von Wirklichkeit

3.4.8 Demontage der Mythen

3.4.9 Verweigerung einer eindeutigen Sinnvorgabe

4 EINORDNUNG DES COEN-WERKES

4.1 RAUM FÜR IRRITATIONEN – BIOGRAPHISCHES

4.2 ZUM BEGRIFF DER POSTMODERNE

4.2.1 Auf den Spuren von Nietzsche, Kafka, Beckett

4.2.2 Funktionalität statt Sinnproduktion

4.2.3 Zur Differenzierung filmischer Selbstreferentialität

4.2.4 Die Coens thematisieren die Oberflächenlogik

4.3 IM ZEICHEN DES ABSURDEN: DAS WERK DER COENS

4.3.1 Der absurde Held

4.3.2 Kafkaeske Konstruktionsmuster

4.3.3 Im Labyrinth der Zeichen

4.3.4 Demontage der Mythen

4.3.5 Der verhinderte Autor

4.3.6 Auflösung der Wirklichkeit

4.3.7 „Am Randes des Nichts“: Verweigerte Sinnvorgabe

5 FILMANALYSE: THE MAN WHO WASN’T THERE

5.1 PRODUKTIONSNOTIZEN

5.2 STRUKTUR UND SYNOPSIS

5.3 PRÜFUNG DER KRITERIEN DES ABSURDEN

5.3.1 Tragik-Komische Annäherung: Die absurde Perspektive

5.3.2 Kausale Annäherung: Im Strudel des Irrationalen

5.3.3 Selbstreferentielle Annäherung: Nur scheinbar ein Noir

5.3.4 Existentielle Annäherung: Der gleichgültige Held

5.3.5 Sprachkritische Annäherung: Worte ohne Sinn

5.3.6 Musische Annäherung: Flucht in die Musik

5.3.7 Fatalistische Annäherung: Verdinglichte Schuld

5.3.8 Subjektivistische Annäherung: Erkenntnisunfähigkeit

5.4 KAFKA, CAMUS, COENS: EIN DEUTUNGSVERSUCH

5.4.1 Abwesenheit von Sinn: the medium is the message

5.4.2 Auflösung im Zeichensystem: der Hyperrealismus

5.4.3 Amputation der Sinne: Künstlichkeit kein Kunstfehler

RESÜMEE UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Kriterien aus der Philosophie, Literatur und dem Theater, inwieweit Einflüsse des Absurden im postmodernen Spielfilm, explizit am Beispiel von THE MAN WHO WASN'T THERE (Coen, 2001), nachzuweisen sind und wie diese die Sinnkonstruktion und die Darstellung des modernen Menschen beeinflussen.

  • Die philosophische Herleitung des Begriffs des Absurden und seine Entwicklung.
  • Die Darstellung des Absurden in Literatur und Theater (Kafka, Beckett, Camus).
  • Die Transformation absurder Motive in den postmodernen Film und die Werke der Coen-Brüder.
  • Die Filmanalyse von THE MAN WHO WASN'T THERE als Fallstudie für postmoderne Sinnverweigerung.

Auszug aus dem Buch

1.1 Lexikalische und philologische Annäherung

Umgangssprachlich wird das Wort absurd im Sinne von „lächerlich“ gebraucht (Esslin 1967, S. 16), oder als Synonym für „verrückt“ oder „unzumutbar“ (Hildesheimer 1976, S. 174). Von Absurdität reden wir in der Regel, wenn eine „Unangemessenheit zwischen Möglichkeit und Ziel“ besteht (Janke 1982, S. 82).

Nach Kluges Etymologischen Wörterbuch ist das Wort Ausdruck für etwas „Widersinniges“ (Görner 1996, S. 1). William J. Jonas konnte das Wort absurd in der Bedeutung von „ungereimt“ in deutschen Texten des frühen 17. Jahrhunderts orten (ebd.). Anders Heinsius vermerkte 1818 in seinem Volkstümlichen Wörterbuch der deutschen Sprache, dass absurd gleichbedeutend mit „ungereimt“ und „abgeschmackt“ sei (ebd.). Das moderne Lexikon definiert absurd als „sinn- und vernunftwidrig, ungereimt, unlogisch“ (Bertelsmann 1998, S. 13), „dem gesunden Menschenverstand widersprechend“ (Fremdwörterbuch 1990, S. 24).

Der Begriff absurd ist als Lehnwort um 1600 ins Deutsche eingegangen und geht hervor aus dem lateinischen absurdus („grell, misstönend, sinnlos, unbegabt“), das sich wiederum von surdus („taub, unempfindlich, lautlos“) ableitet (Pongs 1990, S. 5) und allgemein auf ein lautmalerisches susurrus („Zischen“) zurückgeführt wird. Es stand ursprünglich für einen Misston im musikalischen Kontext (Görner 1996, S. 1), ein Laut, der dem Ohr zuwider war, ein Verstoß gegen Harmonie oder Komposition (Haug 1966, S. 15). Daher wird das Absurde auch als Disharmonie mit dem Vernünftigen und Angemessenen definiert (Esslin 1967, S. 16).

Absurd ist also ursprünglich ästhetischer Qualität und zeugt von einer primär sinnlichen Erfahrung (Görner 1996, S. 1). Bezeichnenderweise wurde das Dissonante, das einen unstimmigen Zusammenklang von Tönen (Schwingungen) bezeichnet und nach der Harmonielehre Auflösung fordert (Fremdwörterbuch 1990, S. 192), in der Moderne nicht nur anerkannt, sondern sogar Zeichen des guten Geschmacks. Theodor W. Adorno bezeichnet die Dissonanz als „Signum aller Moderne“ (Adorno 1995, S. 29), womit sich bereits die Verwandtschaft zwischen Moderne und Absurdem andeutet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 DER BEGRIFF DES ABSURDEN IN DER PHILOSOPHIE: Dieses Kapitel erläutert die philosophischen Grundlagen des Absurden, angefangen bei etymologischen Annäherungen bis hin zu den Deutungen von Existentialisten wie Camus und Kierkegaard.

2 DAS ABSURDE IN LITERATUR UND THEATER: Hier werden die historischen Ursprünge und literarischen Formen des Absurden untersucht, insbesondere unter Berücksichtigung von Autoren wie Shakespeare, Kafka und Beckett.

3 DAS ABSURDE IM FILM: Dieses Kapitel transferiert die erarbeiteten Kriterien auf das Medium Film und untersucht absurde Tendenzen in Werken von Regisseuren wie Kubrick, Antonioni und Godard.

4 EINORDNUNG DES COEN-WERKES: Die spezifischen Merkmale der Filme von Joel und Ethan Coen werden in den Kontext der Postmoderne eingeordnet, wobei besonders die Oberflächenlogik und der Einsatz von Mythen und Zeichen analysiert werden.

5 FILMANALYSE: THE MAN WHO WASN’T THERE: Das Kernkapitel bietet eine detaillierte Prüfung der aufgestellten Kriterien am Spielfilm der Coen-Brüder und versucht eine abschließende Deutung.

Schlüsselwörter

Absurdes, Existentialismus, Postmoderne, Coen-Brüder, Filmanalyse, Sinnverweigerung, Verdinglichung, Indifferenz, Zeichen, Mythen, Sprachkritik, Rationalität, Subjektverlust, Nihilismus, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophischen, literarischen und theatralischen Einflüsse des Absurden und deren Spiegelung im postmodernen Kino, illustriert am Werk der Coen-Brüder.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen zählen der Verlust von Sinn in der Postmoderne, die Dekonstruktion filmischer Mythen und die Darstellung der menschlichen Isolation.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Kriterien für das Absurde in der Philosophie und Kunst herzuleiten und diese exemplarisch an THE MAN WHO WASN'T THERE zu validieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Filmanalyse, die auf theoretischen Grundlagen aus Philosophie und Literaturwissenschaft basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen des Absurden (Kafka, Camus, etc.) sowie deren Adaptation im Film und ordnet das Werk der Coen-Brüder in diesen Kontext ein.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Absurdes, Postmoderne, Sinnverweigerung, Zeichen, Identität und Verdinglichung.

Warum ist das "Trockenreinigen" im Film ein wichtiges Motiv?

Die Trockenreinigung dient als Metapher für die Entmenschlichung und die Flucht vor einer unerträglichen Wirklichkeit in eine "saubere", aber bedeutungslose Ordnung.

Welche Rolle spielt die Musik in THE MAN WHO WASN'T THERE?

Die Musik, insbesondere das Adagio aus Beethovens Pathétique, fungiert als "Fluchtmöglichkeit" für den Protagonisten und unterstreicht die absurde Stimmung und die Sehnsucht nach Sinn.

Excerpt out of 202 pages  - scroll top

Details

Title
The man who wasn’t there (Coen, 2001)
Subtitle
Einflüsse des Absurden aus Philosophie, Literatur und Theater auf den postmodernen Film
College
Technical University of Ilmenau  (Medien- und Kommunikationswissenschaft)
Grade
1,3
Author
Christian Schumacher (Author)
Publication Year
2004
Pages
202
Catalog Number
V81541
ISBN (eBook)
9783638847346
Language
German
Tags
Einflüsse Absurden Philosophie Literatur Theater Film
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Schumacher (Author), 2004, The man who wasn’t there (Coen, 2001), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81541
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